Rembrandt - Die Anatomie des Dr. Tulp

Notate 34 – Krankheit

To my  foreign vistors:  You’ll find an english translation of the follwing text right after the german one.   „Ich glaube, das ist heute nicht ihr Tag.“ sagt er, schnell, heftig, hinter seinem Schreibtisch verborgen, eine Mahnung, nicht darüber nachzudenken, die Ergebnisse lägen noch nicht vor. Nach Hause gehen, nicht grübeln und eine Form des Vergessens finden, wenn möglich. Die…

Dublin – Howth Peninsula

„Ich hab gedacht na schön er so gut wie jeder andere und hab ihn mit den Augen gebeten er soll doch nochmal fragen ja und dann hat er mich gefragt ob ich will ja sag ja meine Bergblume und ich hab ihm zuerst die Arme um den Hals gelegt und ihn zu mir niedergezogen daß er meine Brüste  fühlen konnte…

Winston Churchill und Blenheim Palace

Click on pictures to open gallery All pictures ©Achim Spengler Die Bilder Galerie folgt nach dem Text „We shape our buildings; thereafter they shape us.“ (Sir Winston Churchill) Die Engländer sind die Großmeister der Mythenbildung. In den Kammern ihres kollektiven Gedächtnisses überdauern unzählige geschichtsträchtige Augenblicke. Alle geeignet, ihr Scherflein zur Ausbildung eines Gefühls bedeutender nationaler Größe beizutragen. Die verspielte Lust…

Weihnachten

Weihnachten ist die Kunstpause vor dem nächsten Infarkt. Man darf einmal ausseufzen, ein bisschen Frieden spielen. Achtsamkeit üben, dieses Monster nach innen gerichteter Selbstzufriedenheit. Draußen, abseits des fetten, heimeligen Kokons dreht sich Scheibe weiter. Nach innen gehört, nach draußen taub. Verfettetes Herz, eine Prise Koks und Empathie. Wer den Zynismus der 4 1/2 Wochen Seelenentlastungskur durchschaut, dem sollte es mulmig…

Mutmaßungen über das Fremde

Dies ist mein Gastbeitrag zu dem Thema Mutmaßungen über das Fremde, zu dem die liebe Graugans auf http://www.graugans.org eingeladen hat. Die dort versammelten Beiträge werfen ganz unterschiedliche Blicke auf das, was wohl das Fremde sei. Ein wunderbares Kaleidoskop und allemal sehr lesenswert.   „Die kosmopolitische Realität in der Geschichte der Integration ist der letzte Schritt, bei dem das Wort WIR…

Notate 33

Tragische Momente durch einen Schimmer der Festtagsfreude gesehen. Der erinnernde Jahresrückblick ist, ohne Schaden zu nehmen an einem nachgelagerten Trauma, nur möglich in der Hoffnung, dass der Schrecken sich nicht wiederholt.  Singularitäten des Schreckens, alles vernichtend. Das Neue Jahr. Welch Euphemismus in dem Begriff des Neuen liegt, so jungfräulich, so erbarmensswürdig, das platonisch Gute, welches wieder auf Erden wandeln darf.…

Klage nicht

Ein Wurm erzählt vom Grauen unerhörter als Du, Angelus Novus. Die ganze Geschichte erzählt er in der Hälfte der Partituren Shakespeares, die andere leuchtet in den Kadenzen Treblinkas unter Hautlampenschirmen. Zwischen den Kriegen die Große Stille. Die Knochenmehlebenen, darunter das Archiv der banalen Unerheblichkeit. Klage nicht, Engel des Herrn, Dein bleibt der Wind, der aus Edom kommt, Jener, der verkündet…

Reblogged – 5 Innovations on Climate Change (by AR – lifenvi )

Ursprünglich veröffentlicht auf Lifenvi:
(Photo: Carbon Engineering) Engineers across the world are coming up with high-tech solutions to tackle climate change. There are many startups, organizations, and governments projects that are already available and also ongoing. There also many sectors that we should cover from food and agriculture to landfill and oceanic waste. Reducing global greenhouse gas emissions…

Reblogged – Sensorische Notizen (von Drittgedanke)

Ursprünglich veröffentlicht auf Die Beifängerin:
Schmerzlose Ernüchterung riecht nach Muschelkalk. Dieser Geruch ist nach dem Verlassen einer Kinovorstellung beim ersten Schritt an die frische Luft, nach dem morgendlichen Erwachen, nach dem Niederringen einer im Moment ungünstigen romantischen Anwandlung, nach dem Zuklappen eines Romans im Regionalexpress, nach dem Regen wahrnehmbar. Schmerzliche Ernüchterung entspricht dagegen dem Geschmack im Mund,…

Dún Laoghaire – Sandycove – Ireland

1979, oder war es 1978 (oh Erinnerung, du liebliche, verwelkende Blume), betrat ich zum ersten Mal irischen Boden. Um genauer zu sein, betrat ich den Boden der Republik Irland (Eire) und nicht den von Nordirland. Zu dieser Zeit war der Konflikt zwischen Protestanten und Katholiken in Nordirland auf einem vorläufigen Höhepunkt angekommen. Trotz eines für die Jahre 1975 und 1976…

Letzte Sätze 21 – Jennifer Egan – A Visit from the Goon Squad (dt. Der grössere Teil der Welt)

[….] Und in diesem Moment bekam die Sehnsucht, die er nach Sasha verspürt hatte, endlich deutliche Konturen: Alex stellte sich vor, wie er in ihre Wohnung ging und wie er sich noch immer dort vorfand – sein junges Selbst, so voller Pläne und hoher Maßstäbe, und noch wäre nichts entschieden. Diese Fantasie flößte ihm eine überschwängliche Hoffnung ein. Er drückte…

Genug

Genug. Es ist spät, zu spät darf niemand sein. Das Sentiment, es welkt, Geduld scheint aufgeopfert die Ränke pflanzen sich nicht fort. Das Recht macht keinen sehend, wenn man es blind mißbraucht. Ich habe es gebrochen, so mach es wieder heil. Ich schenke dir Uhren bis die Zeit gelingt, und Zeit sich nicht mehr auffrißt nur mit Zeit. Ein Lächeln,…

Modern Ophelia

Als dich Baumwuchs überwuchs, ein Rosenbeet, das dich nicht barg, Wasser deinen Hals hinunterrinnt, ein Schal, der sich vollsaugt, dich hinunterdrückt zu den Murmeln, dem Moos, den kleinsten Blütenlarven. Staub legte sich gemäßigt, weise, in deinen Staub, am Fluß, der dein Grab im Strudel unter sich begrub. Du hattest getrunken, hieß es später, von der Anmut, dem Schatten junger Mädchenblüte,…

Humor

Vor langer Zeit sagte jemand zu mir: Du hast soviel Humor, schade nur, dass du ihn immer wieder zeigst. Ich glaube,  das war der Moment, ab dem ich in die Melancholie abdriftete.

Sommerkleid, gelb

Ich halte mich an das Buch und sehe in den tausend Seiten das gefärbte schwarze Haar. Wenn Schreiben glättet, müsste die Haut wie die erdfarbene Oberfläche einer Nektarine sein, ein glattes Desperado Gesicht, dem man die Erfahrung nicht ansieht, die es mit dem sanften Herangleiten deines Ganges macht, inmitten dieses lodernden gelben Sommerkleids. Ich weiß, dass brunnentiefes Empfinden ein Gesicht…

Sophie Hunger – Le vent nous portera

Sophie Hunger hat mir dieses Lied aus dem Eis geschlagen, wohin ich es verbannte. Lange Jahre habe ich es nicht mehr hören wollen, nachdem Bertrant Cantant, Sänger der Gruppe Noir Desir, der es schrieb, seine Freundin Marie Trintignant erschlug. Ich meine fest, dass ein Lied, ein Text,  jeder Ausdruck eines Künstlerischen  als Teile einer Hinterlassenschaft des gesamten Lebens zu gelten…

Notate 32 – Schein

Peter Handke, der Scheinriese. Je näher man seinem Schreiben kommt, desto verwunderlicher der Umstand, dass es sich schier an sein Innerstes vergeudet, dabei doch nur das schreibende Ich aus dem Blick verlierend.  Elektronenmikroskope oder Quantenmikroskope versuchen ähnliches. Auch sie scheitern an der asymptotischen Annäherung an die Dinge. Schreiben erfolgt immer aus einer Ahnung heraus. Wissendes Schreiben kopiert nur das, worüber…

Die hohlen Männer

Ich traue ihnen nicht. Ihre Köpfe, aufgestockt zum Turmbau, ihr Salz, in das sie Wunden einbacken, meine, deine. Die Saline noch frisch, in Alufolie ausgekleidet, und Lots Frau nicht seine Frau, eine Schergin des Mißtrauens. Wenn sie Sorbet saufen aus Makulaturgläsern, ihre Begriffe in Kassiber verpackt, hohl, (The hollow men)* ein Echo aus Brand, Brodem und aufgeschichteten Synagogen. Ich traute…

4 and 20 years ago

      Lyrics 4 + 20 Crosby, Stills and Nash Song written by Stephen Stills Four and Twenty years ago I come into this life, Son of a woman And a man who lived in strife. He was tired of being poor But he wasn’t into selling door to door And he worked like a devil to be more.…

Reblogged – Tagebuch eines Landpfarrers

Ursprünglich veröffentlicht auf Tagebuch eines Landpfarrers:
Wittgenstein sagt, das Sagbare sei vom Unsagbaren in einem fort umgeben. Man könnte, diesen Gedanken aufgreifend, behaupten, die Poesie sei der Streifen Niemandsland zwischen den beiden Bereichen der Sprache. Im Niemandsland, das niemandem gehört, kann niemand wohnen. Man durchquert ständig diese Zone; setzt sich vielleicht augenblicklang auf einen Stein, um auszuruhen, stößt…