Dublin Docklands

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All pictures © Achim Spengler

 

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Powerscourt Estate and Gardens

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Powerscourt Estate liegt in unmittelbarer Nähe zur Ortschaft Enniskerry im County Wicklow. Es war ursprünglich eine wichtige strategische Festung der Anglo-Normannen, die im 12. Jahrhundert nach Irland kamen. Dort, wo Powerscourt Estate and Gardens sich heute ausbreiten, befand sich im 13. Jahrhundert ein mittelalterliches Schloß, bewohnt von einer Familie Le Poer, von der Powerscourt seinen Namen erhielt. In den nachfolgenden Jahrhunderten war Powersourt Zankapfel mächtiger irischer Sippen, die um das Schloss und die dazugehörigen Ländereien kämpften.

1602 gelangten Powerscourt und die 16.000 Hektar großen Ländereien in den Besitz von Richard Wingfield. Ihm wurden sie durch Königin Elisabeth I. als Belohnung für seine militärischen Verdienste übereignet. Die Legende besagt, dass sich Richard Wingfield nach einer gewonnenen Schlacht lediglich den Schal, den Elisabeth I um ihre Schultern trug, als Siegeslohn erbat. Die Königin ihrerseits legte ihm den Schal über seine  Schultern, ließ ihn zum Ritter schlagen und ernannte ihn darüber hinaus zum Marshal of Ireland. Seine Nachkommen blieben für weitere 350 Jahre im Besitz von Powerscourt.

 

Der deutsche Architekt Richard Cassels erbaute in den Jahren 1731 – 1741 das Herrenhaus Powerscourt, welches die bis ins Mittelalter zurückreichende Schloßburg ersetzte. Nach langjährigen Renovierungsarbeiten brannte das Haus 1974 bis auf die Grundmauern nieder. Ausgerechnet anlässlich des Empfangs, mit dem die abgeschlossenen Arbeiten gewürdigt werden sollten.

Erst 1997 war der Glanz des Herrenhauses wieder hergestellt. Powerscourt House entstieg erneuert wie der Vogel Phoenix  aus der eigenen Asche.  Die Instandsetzung des Hauses wurde mit EU-Geldern unterstützt. Der öffentliche Teil des Herrenhauses dient heute als Restaurant, Souvenirkaufhaus und Besucherzentrum. Das Herrenhaus wurde um die mittelalterliche Burg im Stile der klassischen italienisch-palladianischen Architektur entworfen und zeigt barocke Türme auf beiden Seiten des Daches. Mit den Worten eines architektonischen Historikers gibt dies dem Haus  die massive Würde einer großen italienischen Renaissance-Villa.

 

 

Auf der Südseite des riesigen Geländes erstrecken sich der italienische und der japanische Garten. Gestutzte Hecken, Blumenrabatte, riesige Blumenkübel und Teiche mit klassischen Statuen, darunter der Teich des Meeresgottes Triton, charakterisieren den italienischen Garten mit seiner strengen Symmetrie.
Auf der Westseite dieses Gartens gelangt man in die Walled Gardens, den früheren Blumen- und Küchengarten. Vergoldete Blätter verzieren die Gittertore Bamberg Gate und Chorus Gate, die in diesen Garten hineinführen und ihn abschließen.
Der japanische Garten, südseitig zum italienischen gelegen, wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts angelegt. Seine Anlage verdeutlicht den Wandel im Geschmack der Gartenbaukunst und verschafft dem Terrain eine zusätzliche exotische Note, mit einem fließenden Übergang zum weitestgehend naturbelassenen Areal weiter östlich.

 

Dublin – Baile Átha Cliath

Das folgende (Vorsicht !!) Gedicht schrieb ich 2005, anlässlich meines Besuches in Dublin. Meine drei (nicht Bronté !) Schwestern schenkten mir
zu meinem 50. Geburtstag diese Reise. Eine Reise, die zum Eindrücklichsten gehörte, was ich je genießen durfte.

Bronté Sisters
Bronté Sisters

Ich bin mir sicher, dass meine Schwestern mich nie als Branwell Bronté sahen. Diesen unglücklichen, im Schatten seiner berühmten Schwestern stehenden jungen Mann. Der sich, mindestens mit ähnlichem Talent gesegnet wie seine Schwestern, durch die Umstände einer unglücklichen Liebe und den daraus sich anschliessenden exzessiven Genüssen von Alkohol und Opium ans Ende seines jungen Lebens gelitten hat.  Was meine Schwestern gleichwohl schon immer sahen und als eine Art delirierende Sucht begriffen: Dass ich bis heute närrisch an der Geschichte Irlands hänge wie Remus und Romulus an den Zitzen der Wölfin. Und meine verrückte Anhänglichkeit gegenüber dem Irland der großen Dichter und Poeten als ungesund begriffen, jenseits der Maßstäbe eines geerdeten Lebenswandels. Die letzten Sätze werden sie als das verstehen, was sie zudem in mir vermuten: Den Hang zu ästhetischen Übertreibungen und zur Melodramatik. Sei es wie es will. Jeder schmückt sich mit feinen Federn der Gier nach Aufmerksamkeit. Und die Beschäftigung mit Kunst, Literatur und Geschichte lässt viele Freiheitsgrade offen, sich ab und an in das ästhetische Gewissen derer, die mir zugetan sind, einzuschmeicheln. Ist das nicht schon Grund genug um zu bloggen?

Ireland Dublin Howth Peninsula
Ireland Dublin Howth Peninsula

An einem wunderschönen sonnigen Donnerstag befand ich mich also auf der Halbinsel Howth, östlich von Dublin gelegen. Auf Howth lebte einige Zeit auch William Butler Yeats. An seinem Haus an den Klippen vorbei, stieg ich in den nur unzureichend befestigten Küstenpfad ein und erlebte eine Wanderung, die mir noch heute als betörend unwirklich erscheint. Es war ein Moment absoluter Glückseligkeit und Herausgehobenheit aus allen zeitlichen Bezügen. Auf dieser Wanderung konkretisierte sich die Idee, über das zuvor in Dublin und Dun Laoghaire Erlebte  ein Poem zu schreiben. Es sollte eine Widmung sein. Es sollte meine Zuneigung bezeugen: dem irischen Freiheitskampf gegenüber, den literarischen Heroen Irlands und vor allem gegenüber Dublin. Den Blogs von Klausbernd Vollmar und Dina (Hanne) und ihren letzten Beiträgen ist es geschuldet, dass ich es über mich bringe, dieses Gedicht zu zeigen.

Dublin

Wieviele Brote schenkt dir die Nacht und welche Schlafstatt hast du aufgeschlagen? Und welchen Sohn schickst du durch den Abort von Hungerfetzen? Bekommst sie mit den Zitzen nicht mehr satt, die Kinder, die in schwarzer Frühe stehen, die Augen winseln noch nach Schlaf und dürre Köpfe, die noch schwer vom Dämmer sind und jener Hurennacht der blanken, baren Würde. Der Trommelmarsch deiner Rebellen, sie küssten kaum die Schlachtbank und sind schon Elend im Verlies.

Du fliehst das Osternachtgeläut der Niederwerfung und rot-weiß-grüne Musen gehen dir durchs Mark. Sie stranden an den Tränken andrer Kapitale. Paris.Triest. Kein Telegramm zeugt von der Rückkehr deines Gossenkindes,  wenn es die schwarze Augenklappe und die Bordüre seines Ruhms in deinen Wanst aus Mergelfalten schlägt.

Hast deine Beine zum Empfang von tausend Dynastien nie ohne Metzen-Schalk gebreitet. Hast dich im nationalen Schlund tot gesoffen bis zum Grund. Die Stolzen, die du ausgespuckt, sind auch die Tumben im Urteil der Geschichte, ein Aufstand, wo nur Kinderzimmer war. Den Flausen der Romantik hast du die Piken in die Hand gedrückt. Die Mythen sind so wenig nahrhaft wie das Gras,  wenn es zum Fressen geht.
Fianna Fail !

Wer nicht arm bleibt, säuft sich in deinen feisten Armen satt. Er schreibt sich ärmer, schreibt sich zur Höhe und geht doch nur als Lump, als Schande im Brokat. So schenkt man dir am Muttertag das Versprechen, treu zu sein dem heimatlichen Gift und gewöhnlich in der guten Stube, wo jetzt Asche hin zu ihrem Feuer geht. Ähnlich einem Laut der Dirne: Den Schwanz in ihrem Schoß verkettet, bevor die Segel Sandycove’s ihn in ein anderes Krähennest von lockenderem Fleisch verschiffen.

Den Unterleib schabst du in der Liffey aus, sie schleppt den gleichen Schlamm aus Brack und Epigonen, die  ihre Hörner zu den Mädchen tragen. Lieb Mutter, Kerkerschoss hinter georgianischen Fassaden. Du senkst den Siff ins Abendrot und sammelst ihn im Abtritt wie berankter Efeu, der deinen Atem überwuchert. Dein Glanz ist nur geborgter Widerschein.

Beleibte Mutter, Krake. Hältst mit der Sehnsucht freies Haus und kuppelst jedem Gockel seine Henne. Deine fruchtentleerten Kinder schönen dich nicht auf. So leihst du Myriaden aus, die um dich schwärmen, wenn du rufst. Neunmaldumm und alt an weheleiden Jahren. Ich bin dir, Trotz, in segenloser Neigung ganz verfallen. Und dieser Fluch der Sippenbande ist mit den Hufen einer Flucht durch kalte, graue See nicht zu besiegen. (© Achim Spengler)

Dublin Liffey
Dublin Liffey