An Emily Dickinson

Hundertausend Worte jeder Nacht beschämten die Nation, die keine Scham aus ihrer Rippe schlug für Hekatomben Tote. Die weiße Schürze, die Nacht, die Sterntaler, die Ecke stummer Mädchen, so hat man dich gebannt.

Dein flatternd weißes Band will keinen Frieden mit der Zeit, mit jenem Mann, der ohne Köcher jagd, mit jener Frau, die deine Geschichte als tiefen Riss empfand, auf ihrer Alabasterhand.

Die größere Geschichte leckt reuevoll die Wunden. Später geht sie hin, wie Kinder, trippelnd, zu dem Tisch, der Unerhörtes aus seinen Hölzern sang.
Ein Salz, das allen Meeren gilt.

Das Ding mit Federn sitzt unter den Strahlen der vorlautesten Sonne. Die Musik der Lerche, die in die Herzen sticht.
In die belanglose Beliebigkeit.

(Achim Spengler)


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Achim Spengler
Achim Spengler

In love with literature, photography, philosophy and history.

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