Welcome to my blog
Du sagst, der Wind hat dich tödlich geküsst und ballst die Faust. Der Abschied von dir ist der schöne Horror, Leben und Tod auf der gleichen Anrichte, im gleichen Spiegel und auf der
gleichen Bahn. Ich schaue über deine Schultern, sehe das noch nicht entwertete Billet der blinden Passagierin, deine Blicke, wie sie sich in den Spuren meiner
Verzweiflung verlieren.
Deine anhaltende Beschwörung der Grausamkeit und der Schönheit. Schmerzensmann und Dulderin. Ich halte nichts
von Erlösung, denn wie könntest du mich kennen und ich dich? Ich sah dich an diesem Unort des Überall, der gewichtig ist wie jeder Stern.
Deine Existenz passte auf einen Stecknadelkopf, und niemand glaubte, dass es mit ihr möglich sei, das Universum auszudeuten.
Dein letzter Atem,
der in Zungen redete, unter wärmenden Decken, herausgepresst, verächtlich, nicht feige,
als ich glaubte dein Seufzen zu sehen, legte es sich in meine Hände und zerbrach. Du staubgraues Kind, das den Flug der Vögel jubilierend begleitete.
Jetzt wird dein letzter Atem zur offenen Wunde, die sich nicht schließen will, die weiße Leinwand, auf der die Kräfte der Einbildung sich überbieten.
Dein Geist ist in die Himmel eingraviert, mit der eisigen Hand der Moore,
doch unsichtbar.
Während ich?
Ein verstörter und irrender Stalker, ein Liebender auf Speed, maßlos fressend und in einem Zustand manischer
Umarmung, dein Hofnarr.
Ich sehe dich nicht und vielleicht liegt darin
die Erlösung.
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wow!
Ui, wow im Sinne von schön oder wenigstens erträglich oder doch eher unterbelichtet😊
oh, im sehr positiven sinne! 😊👍
Lieber Achim
wir finden das Gedicht für unseren Geschmack viel zu pathetisch, überbordende Metaphern und Bilder. Allerdings sind wir auch keine Fans von Emily Brontë. Und vom heutigen Zeitgeist gesehen, können wir nur sagen „weniger wäre mehr“.
Wir hoffen, dir geht es gut und senden liebe Grüße vom sonnigen Meer
The Fab Four of Cley
🙂 🙂 🙂 🙂
Alles gut, Klausbernd😊 Die Geschmäcker füllen einen fast unendlichen Raum literarischer Rezeption aus. Ich bin ein Dilettant innerhalb des Lyrischen, aber mit Herzblut versehen.
Liebe Grüße an die fab four
Achim
P.S.
Sorry, dass wir dein Gedicht so zerrissen haben. Wir kommen aus einer ganz anderen Ecke, Kb schrieb seine Dissertation über Brechts Lyrik. What a difference!
Du hast recht, Klausbernd. Das Gedicht ist pathetisch, insofern meine Bewunderung Emily Brontes sehr viel Pathetisches beinhaltet. Daran kann ich nichts ändern und will es auch nicht. Andererseits hätte ich das Gedicht noch weitere Tage „schmoren“ lassen sollen. Ich habe nun weiter daran gearbeitet. Es wird dich als Brecht Liebhaber natürlich nicht abholen können. Wobei ich sagen muss, dass Brecht in einigen seiner Gedichte bisweilen ein pathetischer Schwätzer war, vor allem in solchen, wo es um das Kreisen um seine Ichzustände geht😊. Ich liebe allerdings seine Liebesgedichte sehr.
Liebe Grüße an die fab four und die kleine Stadt am Meer.
Achim
hui wow, ganz schön viel drin!
Jetzt stehe ich hier und was eigentlich nicht, was ich mit diesem Kommentar so recht anfangen soll.
Ein Versuch einer Erklärung: sprachlich eindrucksvoll, auch wenn es überhaupt nicht mein Stil ist, dieses ganze Romantikgedöns – bitte nicht abwertend sehen – ist mir too much. Aber eben der Emily Brontë entsprechend. Nimm es als Beifall klatschen hin.
Liebe Piri, vielen Dank für deine Ausführungen. Damit lässt sich arbeiten😊.
Your poem leaves me deeply impressed. Sometimes such feelings can only be expressed in powerful words like yours. I find myself in it…
Thank you for kind words.