Finanzkrise

In weitläufiger Umschau müssen wir festhalten, dass es jetzt ganze Länder sind, denen in Zeiten der Finanzkrise die Glocke -und den Spekulanten und Hedgefonds das letzte Stündlein schlägt

Der Duft von Orangen besitzt magische Wirkung. Verquickt mit den Düften heißer Maronen und Glühweinschwaden ergibt er eine Melange, welche auf zweierlei Art auf mich wirkt.
Das Gemisch macht mich unpolitisch, will sagen, dass ich überhaupt nicht an Finanzkrise, Schuldenkrise und die Krise der FDP denke und meiner Pflicht als aufgeklärter und treuer Staatsbürger nachzukomme.
Meine Sinne sind durch die zweite Art der Wirkung inzwischen ganz benebelt und es türmen sich Wolkenkuckucksheim, Schlaraffenland und Kindertage vor meinem geistigen Inneren turmhoch auf.

Das Glöckchenklingeln, welches die Weihnachtszeit einläutete, als wir in kindlicher Unschuld schwelgten und Geheimnisse hatten. Da herrschte das Mantra Alles ist gut und gebenedeit unter den Großmüttern, welche die Glöckchen erklingen ließen. Träume wurden glockenhell winterliche Leben gerufen. Träume, die in der Hitze des Sommers ersten knabenhaften Ertüchtigungen zum Opfer fielen.
In weitläufiger Umschau müssen wir festhalten, dass es jetzt ganze Länder sind, denen in der Finanzkrise die Glocke -und den Spekulanten und Hedgefonds das letzte Stündlein schlägt. Sofern der Primat der Politik es will.

Der Duft von Orangen aber benebelt und schlägt dem wachen Urteil ein Schnippchen. Denn was interessiert es mich denn, dass der Frühling gemeinsamer europäischer Währung vielleicht schon wieder ein Ende finden wird. Hemingway hatte gewiss nicht damit gerechnet, dass sein Whom the Bell tolls zum Motto europäischer Krisentage herhalten muss. Eher hätte er sich erschossen , hm, jetzt ist hoffentlich besser zu verstehen, dass der Duft von Orangen die Sinne benebelt!

https://achim-spengler.com/2020/03/30/message-from-the-quarantine-6/

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Achim Spengler
Achim Spengler

In love with literature, photography, philosophy and history.

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