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Weihnachten

Weihnachten ist die Kunstpause vor dem nächsten Infarkt. Man darf einmal ausseufzen, ein bisschen Frieden spielen. Achtsamkeit üben, dieses Monster nach innen gerichteter Selbstzufriedenheit. Draußen, abseits des fetten, heimeligen Kokons dreht sich Scheibe weiter. Nach innen gehört, nach draußen taub.…

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Klage nicht

Ein Wurm erzählt vom Grauen unerhörter als Du, Angelus Novus. Die ganze Geschichte erzählt er in der Hälfte der Partituren Shakespeares, die andere leuchtet in den Kadenzen Treblinkas unter Hautlampenschirmen. Zwischen den Kriegen die Große Stille. Die Knochenmehlebenen, darunter das…

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Letzte Sätze 21 – Jennifer Egan – A Visit from the Goon Squad

Ich erlaube mir, die letzten Sätze von Romanen vorzustellen. Aus allen Epochen seit Anbeginn dieser modernen Erzählform. Romane, die meinen Literaturgeschmack prägten und prägen. Glückliche Romanenden, melancholische Enden, kontrafaktische Enden, bornierte Enden, fahrlässige Enden, Endzeiten, apokalyptische Enden, enträtselnde Enden und immer…

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Genug

Genug. Es ist spät, zu spät darf niemand sein. Das Sentiment, es welkt, Geduld scheint aufgeopfert die Ränke pflanzen sich nicht fort. Das Recht macht keinen sehend, wenn man es blind mißbraucht. Ich habe es gebrochen, so mach es wieder…

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Sylvia Plath trifft Emily Brontë auf einer Heide in West-Yorkshire

Der Teufel, den ich wiederkäute und biss,
im Licht von Schwesternhauben.
Ich bin unfähig zu Atemzügen auf dem Aufstieg zu deinem Ruhm.
Die Bäume, die man gegen die Einsamkeit gepflanzt hat,
damit ein Kind unter ihnen spielt.
Dort starre ich dich an, Gespenst der Vergänglichkeit,
das deinen Ruhm vereitelt, wie deine Mutter davor.

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Modern Ophelia

Als dich Baumwuchs überwuchs, das Rosenbeet, das dich nicht barg, Wasser deinen Hals hinunterrinnt, ein Schal, der sich vollsaugt, dich hinunterdrückt zu den Murmeln, dem Moos, den kleinsten Blütenlarven. Staub legte sich gemäßigt, weise, in deinen Staub, am Fluß, der…

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Sommerkleid, gelb

Ich halte mich an das Buch und sehe in den tausend Seiten das gefärbte schwarze Haar. Wenn Schreiben glättet, müsste die Haut wie die erdfarbene Oberfläche einer Nektarine sein, ein glattes Desperado Gesicht, dem man die Erfahrung nicht ansieht, die…

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