Notate 21

Diese Diktatur der Lebensfreude, die hinter jeder Migräneattacke das glockenhelle Zirpen provencalischer Zikaden wahrnimmt.

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Das gefällt mir. Churchill „mobilized the english language and sent it into battle.“ (quote by Edward R Murrow).

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Glück ist, wenn überhaupt, erfahrbar in einem perpetuierenden Zustand der Stille. Damit ist nicht die andere-Seite-der-Medaille-Stille gemeint. Sie wäre etwas, was über das fundamental Andere hinausgeht, etwas, was der Gewalt der Epochen, dem Bestialischen des Menschen, dem Lärm der Zeit die Stirn bieten könnte. Sie wäre etwas. Insofern gibt es sie nicht. Glück in der Eremitage, in der autistischen Welt des Klosters, bei den indigenen Stämmen des Amazonas. Etwas, was es nicht gibt.

Der Sommer läutet sich ein. Wüßte gerne, wann meine Angst vor Hitze begonnen hat. 2003 muss das gewesen sein. Der Sommer, als Badewannen und Kellerräume Hochkonjunktur hatten. Da kam der Gedanke an die Fragilität und  die eigene Endlichkeit strahlend um die Ecke. Erstaunlich, wie danach das Gebinde des Körpers und die Spannkräfte, die es hielten, zusammenbrach. Was mich jetzt zusammenhält: Das Lamento. Das Granteln. Die tausendste Orchestrierung des gleichen Gebrechens. Ich fühle mich, kurioserweise, dabei sehr manifest.

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