Bildersturm

Bildersturm
Bildersturm

Was ist die Definition von Lächerlichkeit? Wenn man freiwillig auf seine Freiheit verzichtet.

Diese Antwort gab ich mir spontan, als ich in einem Anflug von monströser Langeweile durch die öffentlich-rechtlichen und privaten Programme zappte, um zu sehen wie weit es mit dem Bildersturm in unserer Medienlandschaft gekommen sei.
Das bewegte Bild ist ja an sich bereits auf die Zerstörung des statischen Bildes ausgelegt. „Bauer sucht Frau“ schlägt jede malerisch ländliche Idylle eines John Constable. Das Bild im Kunstwerk trifft auf das bewegte Bild der Medien und unterliegt auf dem Schlachtfeld des guten gegen den schlechten Geschmack haushoch.
Eine Schlacht dieser Art hat heutzutage den logischen Sieger der höchsten Quoten. Den Sieger der perfidesten Kommentare von Verglotzten, die sich mit moralischem Zeigefinger über die erheben, die in der Teilnahmslosigkeit ihres Bewußtseins, als kalkulierte oder dumpfe Opferlämmer, sich in  Sendungen besagter Machart auf die Schlachtbank führen lassen. Wäre dieser Umstand durch einen Besuch im Museum zu verhindern oder zu mildern?
Fairerweise gestehe ich: Ich selbst stehe immer kurz vor der visuellen Abstumpfung und der Aufgabe meiner Wahlfreiheit, wenn mir das Lachen über Opferlämmer als das Echo meiner eigenen Lächerlichkeit als geifernder Zuschauer zurückgeschleudert wird. Lächerlichkeit, die in der täglich anwachsenden Abstumpfung in moralischen und ästhetischen Wertevorstellungen aufzufinden ist.

Ich habe mich gefragt, ob ich will, dass in zukünftigen Schritten medialer Volksverdummung nun Terror und Vernichtung, als global wahrgenommenes, unterhaltsam inszeniertes  Schauspiel getarnt, die Erwachsenenvariante von „Supernanny“ geben dürfen. Das dürfen sie nicht. Ein Besuch im Museum ohne Quoten ist mein Vademecum, denn der visuellen Abstumpfung folgt die sprachliche, soviel ist gewiss.

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