Notate 27

"Einst, wenn ich mich recht erinnere, war mein Leben ein üppiges 
Fest, da öffneten sich alle Herzen, da flossen alle Weine."
(Arthur Rimbaud)

"Ich! Ich!, der sich Magier oder Engel genannt hat, losgesagt 
von jeder Moral, ich bin der Erde zurückgegeben, eine Pflicht 
zu suchen und die raue Wirklichkeit zu umarmen."
(Arthur Rimbaud)

Wir haben uns eingerichtet. Da ist der Stillstand. Materiell sowieso. Altersarmut. Ein euphemistischer Begriff, wenn man bedenkt, dass die Wohlanständigkeit im Wohlfahrtsstaat nichts mehr zu fressen hat.  Stillstand auch im Mut oder in der Fähigkeit, das Leid anderer wahrzunehemn, eine Witterung davon zu haben, um wahres Leid von dem bloß vegetativen Leid zu unterscheiden. Leid als  Beispiel eines    deskriptiven Ausdrucks verstanden, der nach Wittgenstein nur dann einen Sinn macht, wenn seine Anwendung  durch öffentliche Kriterien geregelt ist. Und gerade da verliert sich die folgenzeitigende Spur des Leids.

Können wir noch aufständig werden gegen die alles verschlingende Hydra der kapitalistischen Wirtschaftsweise? Orientierungslosigkeit, politisch, denkökonomisch, weltanschaulich. Die Ausgeburten unserer Warenwelt zu töten, das hätte  rachsüchtig-emanzipatorischen Anstrich. Mit einem Furor versehen, wie er in antiken Tragödien und Komödien von einigen starken Frauenfiguren repräsentiert wird.  Medea, Lysistrata, Klytaimnestra.

You who are happy in a thousand homes, 
Or overworked therein, to a dumb peace; 
Whose souls are wholly centered in the life 
Of that small group you personally love; 

Who told you that you need not know or care 
About the sin and sorrow of the world?
Do you believe the sorrow of the world 
Does not concern you in your little homes? 


That you are licensed to avoid the care 
And toil for human progress, human peace, 
And the enlargement of our power of love 
Until it covers every field of life? 

(aus dem Gedicht  „To The Indifferent Women“ von Charlotte Anna Perkins Gilman.
Der im Titel des Gedichtes angesprochenen „Infifferenz“ machen sich natürlich auch die Männer schuldig).

Der Glaube an die Autorität kapitalistischer Marktgesetzgebungen ist ein Fetisch, den sich nur die leisten können, die nicht an die Autorität des Gesellschaftspolitischen glauben, an seine Konsensanstrengungen und an den wohlfahrtsstaatlichen Ausgleich ökonomischer Mißverhältnisse.
Für die Fetischisten ist der Kapitalismus Teil nichthintergehbarer metaphysisch aufgeladener  Instanzen, so wie Gott oder Wahrheit oder die unmittelbar gegebene Beschaffenheit der Erfahrung. Ein Ding also unter dem Aspekt der Ewigkeit betrachtet.

Kapitalismus ist tot,  an dieser Fiktion hätte Nietzsche wohl seine helle Freude gehabt. Wenn sie doch eintreten würde, wenigstens als Prophezeiung der Zukunft, als handlungsorientiertes Arbeitsprogramm sozialer Hoffnungen und als Ikonoklasmus der heiligen, quasireligiösen Bilderwelt der Werbeindustrie.

Der erste Reflex auf die blutaussaugende, markerschütternde Verdinglichung ist die Flucht in die innere Emigration. The big relief, das Ausseufzen letzter sozialer Bindungen. Das Menschlich-Allzumenschliche als empfundener Ballast. Sich-gehen-lassen heißt heute das Verstricktsein in sich selbst. Über Bücher gebeugt, zum Beispiel. Gedanken hortend wie soziophobische Philatelisten. Das Angelesene als verbleibender Rest von Orientierung, wenn man  zu erkennen glaubt, dass es Situationen gibt,  (…) where conversation doesn’t pay off  and you just get never anywhere by talking“  (Richard Rorty).

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Was tut die Zeit, wenn sie nicht heilt?

Wohin es uns führt, wenn wir über die Zeit spekulieren, erhellt sich an der Frage, was denn mit ihr  geschieht,  wenn das Universum in den Grenzen dessen, was uns vom  ihm bekannt ist, endet. Oder ein neues entsteht.  Isaac Newtons absolute Zeit, die an sich verfließt, und dies gleichförmig und ohne Beziehung auf irgendeinen äußeren Gegenstand, diese solcherart aufgefasste Zeit hat kein Ende, da sie weder an die mikroskopisch kleinsten, noch an die makroskopisch größten vorstellbaren Dinge gebunden ist. Sie ist auch nicht an Bewegungen gebunden. Sie existiert, egal, ob wir existieren, ob wir versuchen sie zu beobachten oder ob wir sie mit deskriptiven Begriffen einzuhegen suchen. Sie ist. Für jeden Beobachter ist sie universell gleichermaßen gültig und in ihrer Indifferenz messbar. Das ihr unterstellte Fließen suggeriert dabei, dass sie keinen Unterbruch kennt und keinen Richtungswechsel. Schopenhauer  jedoch spricht vom stehenden Jetzt, dem nunc stans, welches das Wesen der Zeit sei. Der mit ihr einhergehende Wechsel von Erscheinungen und Begegebenheiten sei eine bloße Folge unserer Auffassungen derselben in den Anschauungsformen der Zeit. Die Anschauungsformen der Zeit erst machen aus ihr einen in die Zukunft gerichteten Zeitpfeil. Kant seinerseits spricht von der Zeit als notwendige Vorstellung, die allen unseren Anschauungen zugrunde liegt, insbesondere, wenn es um die Betrachtung unseres zerfallenden Körpers geht. Und zuguterletzt die Sensation, dass die Zeit eine relative Größe sei, gebunden an Bezugssysteme, unterscheidbar gemessen, wenn jene Systeme  sich mit annähernder Lichtgeschwindigkeit zueinander hin- oder fortbewegen. Uhren lügen nicht, sagte Einstein und Zeit sei, was Uhren anzeigen.

Diese Dichotomien können verwirren. Noch verwirrender ist allerdings für mich die Frage, was die Zeit denn tut, wenn sie nicht heilt? Die liebe Candy Bukowski (hier gehts zu ihrer Seite) hat sie mir gestellt. Eine veritable Nussknackerfrage, mit Fallstricken und Spekulationen versehen, tiefen Blicken in die tiefsten Abgründe der Zeit und dem zeitlosen Bemühen, sie verstehen zu wollen. Obwohl Wittgenstein beschied, dass die Frage Was ist die Zeit?, keine sinnvolle Frage sei.

Zeit1Aber hier soll es nicht um die Frage nach dem Wesen der Zeit gehen. Wenn man behauptet, die Zeit heile alle Wunden, unterstellt man ihr, dass sie bei der Rückgewinnung unserer seelischen und körperlichen Gesundheit eine aktive Rolle ausübt. Hat sie dann auch ein Wesen, ist sie dann eine kommunikative Instanz, eine Persönlichkeit, die ich auffordern kann, zu heilen?  Und was sind die Konsequenzen, für mich und die Zeit selbst, wenn sie es nicht tut? Kann ich klagen? Allein der Indikativ, den wir der Zeit zukommen lassen, wenn wir sagen sie zeitigt, gibt unserer Überzeugung Ausdruck, dass sie mehr für uns ist als nur der ferne Hauch ihres Vergehens.

Wir empfinden, dass sie hinter unserer Individuation steckt und unser Leben in ein Davor und Danach unterteilt, sie uns am Ende vielleicht doch noch als religiös verbrämtes Vehikel ewigen Lebens metaphysischen Trost zu spenden in der Lage ist. Heilt sie aber auch, weil sie es kann, aktiv, mit oder sogar ohne Aufforderung? Angesichts meiner Vergänglichkeit, so mein Urteil, ist die Beantwortung dieser Frage nicht notwendig, weil sie nicht wichtig ist. Es ist meine Annahme, dass ich an meinem Lebensende alle geistes- und naturwissenschaftlichen Begriffsbindungen zur Zeit leichthin  würde kappen wollen, wollen würde, dass sie nicht mehr um mich sei, wenns ans Sterben geht. Würde ihr das Recht absprechen wollen, meinen Körper als unheilbares Gefäß meiner Seele zu zeitigen, obwohl mir bewußt ist, dass er im Prozeß des Zerfallens das Korrelat des thermodynamischen Zeitpfeils darstellt, der in die Richtung vollständiger Entropie verweist. Am Ende aber heilt sie nicht, die Zeit, es scheint gegenteilig so zu sein, als lege sie mit zwischenzeitlichem, potentiellem Heilen nur eine falsche Spur der Illusion, dass es mit ihren lebenserhaltenden Potentialen immer so weiter gehen würde.

Die Newton`sche Zeit hätte gleichwohl alle Zeit der Welt, zu heilen, unabhängig davon, was denn zu heilen wäre. Liebeskummer, Verlust, Schmerz, sogar den Krieg, dem sie irgendwann einmal den Frieden schenkt. Alle Zeit der Welt zu haben entzieht sie aber auch dem Umstand, haftbar gemacht werden zu können, wenn sie es nicht schaffen sollte, im zeitlichen Erwartungshorizont eines trauernden Menschenwesens zur angemessenen Rechtzeitigkeit seelische Entlastung zu bringen. Und was ist, wenn sie es überhaupt nicht schaffen will, sozusagen nie? Dieses Nie ist doch nur ein vorläufiges NIE, innerhalb unserer begrenzten Lebenszeit.

Im Tod sind alle gleich und die große Wunde des Lebens ist für immer geschlossen. Vielleicht denkt so die Zeit und was kümmert es sie dann, wenn wir trauern? Kümmert sie sich um uns? Heilt sie vornehmlich in überschaubaren fristgerechten Zeitblöcken, eingedenk unserer kurzen Zeit, die wir auf Erden verbringen? Heilt sie innerhalb von Zeitabschnitten, die es uns ermöglichen, den Fortschritt unserer Seelenlage hin zur Heilung bewußt erleben zu können? Ist es nicht anmaßend von uns, von der Zeit individuelle Heilung zu fordern, während sie doch Wichtigeres zu tun hat, nicht an anderen Orten, sondern überall zugleich? Vielleicht ist Zeit wirklich nur die Methode der Natur, zu verhindern, dass alles auf einmal passiert, wie es John A. Wheeler einmal trefflich formuliert auf einer Toilette in Austin, Texas, fand. Ist das Wichtigere für sie nicht das Element, aus dem sie besteht, nämlich dem Vergehen hin in Richtung auf ihre Unendlichkeit, ihre Ewigkeit? Diesem Paradoxon? Ihrem nunc stans? Und ist es infolgedessen nicht logisch zu behaupten, bei all den Prämissen bis hierher, dass sie vergeht, nicht nur wenn sie nicht heilt, sondern grade auch dann, wenn sie es tut?

Schwindelmachende Abgründe. Eines ist dabei gewiss: Zeit als physikalische Größe, als Abfolge von Ereignissen, deren Reihenfolge unumkehrbar ist, diese Zeit macht nicht wieder alles gut, exakt so wie es davor war. Der Zeitpfeil, liebe Heilsuchende, ist unumkehrbar. Das betrifft auch die Wunde, die nicht mehr in ihren Vorläufer, die nicht vorhandene Wunde, zurückverwandelt werden kann. Insofern ist das Heilen, wie es die Zeit vermag, gebunden an die Tatsache, dass sie nicht wiedergutmachen kann, sondern allenfalls kann sie vergessen machen. Das scheint mir plausibel zu sein. Der einzige Aggregatszustand der Heilung ist das Vergessen dessen, was es einmal als narzistische Kränkung gab. Auch der Ersatz dient dem Vergessen. Oder das Neue. Das neue Interessante. Thomas Mann hat in seinem Roman Der Zauberberg davon gesprochen,

York - Shambles
York – Shambles

Wir alle wissen, wenn es zum Liebeskummer kommt, wie die Zeit sich dehnt, wie sie kriecht, wie sie liebäugelt mit ihrem Stillstand und wie das immer wieder zu unserer größten anzunehmenden Verzweiflung führt. Die Rettung naht gewiss nicht nicht mit Newtons absolutem Zeitbegriff. Auf diese Art von Zeit haben wir keinen, die Nöte erleichternden Einfluß. Bei der relativistisch zugerüsteten Zeit dagegen braucht es schon einen Anflug von Lichtgeschwindigkeit, mit der wir uns und unsere Trauer bewegen, damit überhaupt ein heilender Effekt vergleichbar gemacht werden könnte, verglichen mit den heilenden Effekten der Zeit auf die konventionell sich fortbewegenden Trauerreisenden. Erst dann gerinnen das Trauern und das Heilen zu relativen, zeitlichen Größen, die unterschiedlich dauern. Die Quintessenz? Wir haben es selbst in der Hand, wie schnell zur Heilung geschritten werden kann, da es auch an uns lag, wie ausgeprägt die Trauer war, und wie schnell wir ihr davonfliegen. Nicht die Zeit heilt, sondern wir geben uns Zeit, damit etwas heilen kann. Dieser Tatbestand inthronisiert die Passivität  der Zeit, welche einfach nur vergeht. Es sei denn, wir reisten, als Zwilling, mit Lichtgeschwindigkeit, zusammen mit unseren Wunden.  Dann ist es so, dass unsere Wunden bei der Rückkehr zu dem Ort, wo wir unser Zwillingsgeschwister verlassen haben, vielleicht geheilt sein mögen. Währenddessen die Wunden des zurückgebliebenen Zwilling schon meterdick verschorft sind, im Orkus des Vergessens verschwunden. Dann mag es sein, dass er einen Menschenpartner gefunden hat, der ihm das Vergessen ans Herz gelegt und die seelische Wunde in eine  Archivnotiz der Biografie verschoben hat.

ÄskulapstabIch befürchte, die Wunden sind immun gegen die Zeit. Sie flackern in der Höhle unserer Erinnerung immer noch als Restwahrnehmungen einer Erschütterung. Die Zeit heilt keine Wunden. Es ist die Hand, die heilt, die uns führt, das Herz, das für uns schlägt, der Arm, der uns umfasst. All das heilt, wir erleben es jeden Tag. Die Zeit selbst hat von ihrem Vergehen keinen Begriff, obwohl sie es tut, weil wir ihr dabei zuschauen, immer dann, wenn wir unseren Körper beobachten. Wie kann sie dann einen Begriff von Heilung haben? Die Frage, was die Zeit tut, wenn sie nicht heilt, ist eine poetische Frage. Sie entstammt dem großen Fundus märchenhafter Narrative. Dort führt sie ein Eigenleben, ist nicht gebunden an den Takt und die Struktur unserer Lebensführung. Sie setzt sich als Absolutum über unsere jeweiligen Eigenzeiten hinweg und hat in ihrem Tornister das Riechsalz gegen die Ohnmacht. Das Besteck gegen den Hunger nach Liebe. Das Antibiotikum gegen den bakteriellen Befall des Liebesentzuges. Wir wünschten uns so sehr, dass sie heilen möge. Vielleicht tut sie es, weil wir daran glauben.

Cambridge Afterglow Day 3 – Ludwig Wittgenstein

St. Giles Cemetery Cambridge
St. Giles Cemetery Cambridge

Cambridge St. Giles Cemetery. Auf der Suche nach dem Grab von Ludwig Wittgenstein. Von ihm stammt der Satz: „Was sich überhaupt sagen läßt, läßt sich klar sagen; und wovon man nicht reden kann, darüber muß man schweigen.“ Das ist sozusagen der gewichtige Vorläufer des Satzes eines deutschen Kabarettisten, dessen Namen mir hier Nuhr nicht einfällt: „Wenn man keine Ahnung hat einfach mal Fresse halten.“ Dieser Satz klingt zugegebenermaßen sehr überzeugend, wenn es darum geht, sich in dieser Stadt der Sammelbände von allerlei Weisheiten einen Pfad zu schlagen, demütig und trotzdem wachen Sinnes.

Wittgenstein versuchte durch Klärung der Funktionsweise von Sprache den Sinn oder den Unsinn in philosophischen Aussagen aufzuspüren. Sprachkritik als Philosophiekritik. Linguistic Turn, blabla.
Sein späterer aphoristischer Schreibstil skelettierte seine Sprache bis auf die Grundfeste. Das Ballyhoo touristischer Massen an diesem frühen Montag interessierte dies herzlich wenig. Laut wird es auch dann, wenn sich hunderte Sätze,  auch wenn sie kurz und knapp gehalten sind, sich zu einem infernalischen Lärmberg überlagern. So machte ich mich also auf nach St. Giles, um dem Trubel zu entfliehen. Ich suchte nach dem Grab von Ludwig Wittgenstein.
Der Friedhof ist in Nummernareale gegliedert. Areal 5, dort sei sein Grab. Friedhöfe sind die letzten Bastionen der Ruhe. Ihr Charme liegt darin, dass dir niemand widerspricht, niemand etwas von dir will. Das liegt in der Natur von Gebeinen, sollte man meinen. So manch gewichtiges intellektuelle Leben liegt dort begraben, überwuchert vom Geflecht der schönsten Blumen und des schönsten Unkrauts. Da rufen keine geschundenen Seelen, die ewig umherirren und nach Hause wollen, wo immer das sein mag. Kein Weg zurück. Ich suchte das Grab von Ludwig Wittgenstein und fand es nicht. Was man nicht finden wird, nach dem sollte man nicht suchen. So einfach hätte es sein können.
St. Giles Cemetery Cambridge
St. Giles Cemetery Cambridge
St. Giles Cemetery Cambridge
St. Giles Cemetery Cambridge
St. Giles Cemetery Cambridge
St. Giles Cemetery Cambridge
St. Giles Cemetery Cambridge
St. Giles Cemetery Cambridge
St. Giles Cemetery Cambridge
St. Giles Cemetery Cambridge
St. Giles Cemetery Cambridge
St. Giles Cemetery Cambridge
St. Giles Cemetery Cambridge
St. Giles Cemetery Cambridge
St. Giles Cemetery Cambridge
St. Giles Cemetery Cambridge
St. Giles Cemetery Cambridge
St. Giles Cemetery Cambridge
St. Giles Cemetery Cambridge
St. Giles Cemetery Cambridge

Cambridge Aftermath Day 2 Part 2 – Grantchester und Rupert Brooke

 

Grantchester Rupert Brooke
Grantchester Rupert Brooke
Grantchester. Dieses Fleckchen Erde, ein 600 Seelen Dorf südwestlich von Cambridge gelegen, beherbergt die Erinnerung an den englischen common darling Rupert Brooke. Diese Aufgabe erfüllt das Dörfchen bis heute mit den bescheidensten und ästhetisch irrelevanten Mitteln eines Denkmalpflegevereins.
Rupert Brooke war die merkwürdig-romantische Wiedergeburt des literarischen und politischen Parvenu. Ein literarischer Einzelgänger und Zurückgezogener, der gleichwohl, durch sein charismatisches Auftreten und die Eskapaden seines Eskapismus, eine andauernde Belagerung durch allerlei Bienen zu verzeichnen hatte, die durch den Honig seiner Bisexualität und den Impetus, mit dem er sein Leben zu einem spät-apollinischen Kult machte, angelockt wurden.
Als Literat war er eine eher schwache Fußnote der englischen Lyrik. Doch stilisierte man ihn zum jungverstorbenen patriotischen Heros der durch den ersten Weltkrieg versehrten Generation junger Männer und Frauen.  Virginia Woolf sagte einmal über ihn: „I thought he would be Prime Minister“.
Brooke verachtete die Deutschen. Es nimmt insofern kein Wunder, dass der Golden Boy 1912 im Café des Westens‘in Berlin, dem Treffpunkt der intellektuellen Bohème, seine vor Heimweh strotzende Hymne auf England schrieb: The Old Vicarage.
Sentimentalität hat zu jeder Zeit Hochkonjunktur. Wenn du in The Orchard von Grantchester sitzt, wirst auch du von ihr eingeholt. Die Turmuhren schlagen 10 Uhr. Der Kaffee schmeckt fad und fremd, der Kuchen ist zersüßt von der Süße augenfälliger Erinnerungen an diesen jungen Mann.
Das Mitglied der von Virginia Woolf so genannten neuen Heiden  zog aus in den Krieg. Enthusiastisch formulierte Brooke: „The thing God wants of me is to get good at beating Germans“. Gestorben ist er an den folgen einer Sepsis, die durch einen Mückenstich verursacht wurde. Sein Schicksal ereilte ihn an Bord eines französischen Lazarettschiffes auf dem Weg zum Kriegsschauplatz Gallipoli im ägäischen Meer. Das Leben ist endet immer nur profan. Egal wie hoch man die eigenen Geschicke hängt.
„If I should die, think only this of me: That there’s some corner in a foreign field, that is forever England“ .
Begraben ist Brooke auf der ägäischen Insel Skyros,  in einem Olivenhain. Sein Grab befindet sich noch immer dort. In den Augen seiner Anhänger ist Grantchester Orchard vermutlich dieses Fleckchen England, von dem er in seinem Gedicht The Soldier schrieb.
Sogar hier im Obstgarten der Hinweis auf CCTV, der englischen Variante von der Rundum-Ausspähung.  Als hätte man Angst, dass ein Dschihadi die Baumfrüchte gegen kleine Streubomben austauschen könnte.
Zurückgelassen hat Brooke die Heiden Lytton Strachey, Ludwig Wittgenstein, John Meynard Keynes und andere.
Grantchester Rupert Brooke
Grantchester
Grantchester Rupert Brooke
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Grantchester Rupert Brooke
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Grantchester Rupert Brooke
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Grantchester Rupert Brooke The Orchard
Grantchester The Orchard
Grantchester Rupert Brooke The Orchard
Grantchester The Orchard
Grantchester Rupert Brooke The Orchard
Grantchester The Orchard
Grantchester Rupert Brooke The Orchard
Grantchester The Orchard
Grantchester Rupert Brooke The Orchard
Grantchester The Orchard
Grantchester Rupert Brooke The Orchard
Grantchester The Orchard
Grantchester Rupert Brooke The Orchard
Grantchester The Orchard
Grantchester Rupert Brooke The Orchard
Grantchester The Orchard
Grantchester Rupert Brooke The Orchard
Grantchester The Old Vicarage
Grantchester Rupert Brooke The Orchard
Grantchester The Old Vicarage
Grantchester Rupert Brooke The Orchard
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Grantchester Rupert Brooke The Orchard
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Grantchester Rupert Brooke The Orchard
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Grantchester Rupert Brooke The Orchard
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Grantchester Rupert Brooke The Orchard
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Grantchester Rupert Brooke The Orchard
Grantchester Meadow
Grantchester Rupert Brooke The Orchard
Grantchester The Orchard
Grantchester Rupert Brooke The Orchard
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Grantchester Rupert Brooke The Orchard
Grantchester The Orchard
Grantchester Rupert Brooke The Orchard
Grantchester Meadow
Grantchester Rupert Brooke The Orchard
Grantchester Churchyard
Grantchester Rupert Brooke The Orchard
Grantchester Churchyard

 

Grantchester Rupert Brooke The Orchard
Grantchester Churchyard
Grantchester Rupert Brooke The Orchard
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Grantchester Rupert Brooke The Orchard
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Grantchester Virginia Woolf Rupert Brooke The Orchard
Grantchester Rupert Brooke The Orchard
Grantchester Rupert Brooke The Orchard
Grantchester Rupert Brooke The Orchard
Grantchester Rupert Brooke The Orchard
Grantchester Meadow
Grantchester Rupert Brooke The Orchard
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Grantchester Rupert Brooke The Orchard
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Grantchester Rupert Brooke The Orchard
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Grantchester Rupert Brooke The Orchard
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Grantchester Rupert Brooke The Orchard
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Grantchester Rupert Brooke The Orchard
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Grantchester Rupert Brooke The Orchard
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Grantchester Rupert Brooke The Orchard
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