Unfehlbares Unglück

Ich entlasse dich in seichtere Gewässer des Glücks. Und bete, dass du mich nicht heimsuchst in meiner Inwendigkeit, samt unserem Unglück, unfehlbar in deinem Blick zurück, hinaus. Für die guten Zeilen am Ende des Tages danke ich dir und bedenke, dass nur gewissenhaftes Leid Worte entlockt. Welche,  nur einmal gesprochen, ihren Sinn verlieren im nächsten… Weiterlesen

Bleibe

Bleibe, weil ich dir mehr bin als zu wenig oder fast so viel, wie es dem Gelingen trauter Nächte nutzt. Sie sind leichtfüßig und unbekümmert, rasch wie Echsenzungen, wie träges Sirren deines Atems. Die bare Münze ist die Nacht, in der dich niemand zwang dich anzulehnen. Wenn ich Frost an deinen Füßen konstatierte, du magst… Weiterlesen

Rivalen – Sylvia Plath und Ted Hughes

Der Rivale Wenn der Mond lächelte, er sähe dir ähnlich. Auch du hinterläßt diesen Eindruck Von etwas Schönem, aber Vernichtendem. Beide seid ihr große Borger von Licht. Der Mondmund klagt O um die Welt, deiner ist unberührt. Und deine erste Gabe ist, alles zu Stein zu machen. Ich erwache in einem Mausoleum; du bist da,… Weiterlesen

Portugiesische Sonette – Elizabeth Barrett – Browning

Portugiesische Sonette XXVII. Geliebter, Meiner, der mich sehr erschrocken von dieser öden Erde Flachland hob, und der den Vorhang meiner matten Locken mit einem Kusse auseinanderschob, drin Leben wehte, – Engel wundern sich wie meine Stirne scheint. O Meiner, Meiner, die ganze Welt verging und es kam Einer, ich suchte Gott allein, da fand ich… Weiterlesen

The Resurrection of the Sea

Emily Dickinson Exultation is the going Of an inland soul to sea – Past the houses, past the headlands, Into deep Eternity! Bred as we, among the mountains, can the sailor understand The divine intoxication of the first league out from land? All pictures ©Achim Spengler Click on Picture to open Slideshow

Tenby – Wales Impressions 1

 R.S. Thomas „Die Liebe klopft mit solch bereiften Fingern an. Ich schau hinaus. Im Schatten eines so riesigen Gottes fröstle ich, unfähig, das Kind wahrzunehmen vor lauter Weiss“ The White Tiger It was beautiful as God must be beautiful: glacial eyes that had looked on violence and come to terms with it; a body too… Weiterlesen

Winter

Kein Blatt dämpft Stille und Laut die Futurologen lesen im Kaffeesatz die Wahrheit trägt die weißen Fratzen des Schnees. Warum den Sinn beschweren, wie einen Kühlschrank schenke ich dir Liebe her. Die luziferischen Hüftschwünge des Sommers taumeln zum Herbst, sie enden in Malewitsch’s schwarzem Quadrat. Der bornierte Kopf nimmt sein Zeugenrecht bitter ernst in der… Weiterlesen

Two Moths

Two Moths By Aimee Nezhukumatathil       Some girls        on the other side of this planet                      will never know        the loveliness          of   walking      in a crepe silk sari.      Instead,   they will spend        their days                          on their backs      for a parade               of   men           who could be       their… Weiterlesen

Actio und Communicatio – Maud Gonne – William Butler Yeats

„Wir suchten verschiedene Dinge: Sie irgendeine denkwürdige Tat als abschließende Weihe für ihre Jugend und ich eigentlich nichts anderes als einen Seinszustand zu entdecken und ihn anderen mitzuteilen.“ (William Butler Yeats über Maud Gonne) So muss sie wohl enden, diese unmögliche Liebe, wenn der Eine metaphysische Trauben zu ernten trachtet, um sie mit den Jüngern… Weiterlesen

Elizabeth Barrett Browning

Elizabeth Barrett Browning (1806-1861) Wie ich dich liebe? Wie ich dich liebe? Lass mich zählen wie. Ich liebe dich so tief, so hoch, so weit, als meine Seele blindlings reicht, wenn sie ihr Dasein abfühlt und die Ewigkeit. Ich liebe dich bis zu dem stillsten Stand, den jeder Tag erreicht im Lampenschein oder in Sonne.… Weiterlesen

T.S. Eliot – The Love Song of J. Alfred Prufrock

 „I grow old … I grow old … I shall wear the bottoms of my trousers rolled.“ (T.S. Eliot: The Lovesong of J.Alfred Prufrock) Was das männliche Ich im Innersten zusammenhielt, war die Gewissheit seiner gewichtigen Rolle im gesellschaftlichen Betriebe. War seine Stellung in den Zentren individueller Glückverheißungen und die befriedete Zugehörigkeit zu seiner sozialen… Weiterlesen

Fragil

Du hast die Angst verbannt. In einen Schrank von schönen Kleidern. Doch deine Schuhe tragen nicht hinaus. Dein Kleid fängt keinen Sommer ein. Es hilft dem Regen nicht dabei, dich zu entblößen. Es ist die Brustwehr einer unerhörten Herrlichkeit. Es ist das Schweigen, das den Tastsinn meines Auges blendet. Die Zinnen deiner Städte wachsen hoch.… Weiterlesen

Dublin – Baile Átha Cliath

Das folgende (Vorsicht !!) Gedicht schrieb ich 2005, anlässlich meines Besuches in Dublin. Meine drei (nicht Bronté !) Schwestern schenkten mir zu meinem 50. Geburtstag diese Reise. Eine Reise, die zum Eindrücklichsten gehörte, was ich je genießen durfte. Ich bin mir sicher, dass meine Schwestern mich nie als Branwell Bronté sahen. Diesen unglücklichen, im Schatten… Weiterlesen

Cambridge Aftermath Day 2 Part 2 – Grantchester und Rupert Brooke

  Grantchester Rupert Brooke Grantchester. Dieses Fleckchen Erde, ein 600 Seelen Dorf südwestlich von Cambridge gelegen, beherbergt die Erinnerung an den englischen common darling Rupert Brooke. Diese Aufgabe erfüllt das Dörfchen bis heute mit den bescheidensten und ästhetisch irrelevanten Mitteln eines Denkmalpflegevereins. Rupert Brooke war die merkwürdig-romantische Wiedergeburt des literarischen und politischen Parvenu. Ein literarischer Einzelgänger und… Weiterlesen

Moonlighting

Und thront vielleicht die Mondenkönigin Im Haufen aller ihrer Sternenfeen; Nur Licht scheint keines sacht Als jenes, das vom Himmel Brisen dünn Durchs dunkle Grün und Moos der Wege wehn.  …  (John Keats: Auszug aus „Ode to a Nightingale). Die Zeilen passen schön zu diesen Bildern und zu meiner Stimmung. Vollmond ist der Feind meines… Weiterlesen

Genug

Genug. Das Herz ist müde und Sinne welken Geduld ist aufgeopfert und Ränke pflanzen sich nicht fort.   Das Recht macht keinen sehend wenn er es blind mißbraucht ich habe es gebrochen so mach es wieder heil ich schenk dir Uhren bis die Zeit gelingt und Zeit sich nicht mehr auffrißt nur mit Zeit.  … Weiterlesen