Opsimath

Opsimath Ich bin ein Opsimath. Zumindest gebe ich mir Mühe, im hohen Alter noch etwas dazu zu lernen. Fremdwörter zum Beispiel. Aber zu diesem Thema habe ich mich hier schon geäußert. Nur noch eins dazu: Mit Fremdwörtern kann man punkten, und das nicht zu knapp. Solide Kenntnisse hierin machen baff staunen. Könnte man weiter ausschlachten.… Weiterlesen

Paradies

Paradies Wir sind vielleicht nur aus einem einzigen Grund Menschen: Der Vernichtung der Unschuld in uns wegen. So betrachtet, hat der hebräische Gott in Gestalt seines abgesandten Engels Satan uns  zu diesen Menschen gemacht. Oder, der Ausgewogenheit der Glaubensrichtungen wegen, der abtrünnige christliche Satan, der Gott eins auswischen wollte. Hätten Gott oder Satan die Schlange … Weiterlesen

Homer sweet Homer

Home sweet Home Home, castle, sweet. Mein Kollege, by the way, ein junger Halbgott, weil Halbgrieche, liegt mir seit Wochen in den Ohren, den Tempel der Erleuchtung, die Sakristei der Ideen, den Altar der Andächtigkeiten aufs Kamerakorn zu nehmen. Mein Herz ist weich und mein Erbarmen gibt  momentan jedem Wunsch nach. Obwohl Dimitrios kein Kenner… Weiterlesen

Blogsprache der Nierentische

Nicht nur im Internet widmen sich junge Menschen leidenschaftlich ihren Interessen. Fashion, Fantasy, Lifestyle, Ich-Generation, Partyritter und Partyprinzessinen. Idiome kristallisieren sich heraus. Noch ein Spruch, Kieferbruch. Wenn du meine Sprache nicht sprichst, bist du raus, such dir ne andere Disco. Wortetiketten werden geboren, die sich auf der Zeitachse des „In-Seins“ wie Modelabels gegenseitig ablösen. Hip,… Weiterlesen

Ich könnte, also bin ich

Dass mich die Welt des Berufes in ihren Klauen hat, spüre ich bevorzugt in den ersten Tagen eines Urlaubs. Die Stressstruktur der Arbeitstage treibt ihr korrumpierendes Unwesen und die hochfliegenden Träume der Freiheit und Freizeit beschreiben die Flugkurven des Ikarus. Eine Art sensorische Schüttellähmung macht sich breit. Dass die Freizeit vom Geschick der Arbeitsorganisation noch… Weiterlesen

Schönheit

Die Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Keine Ahnung, woher dieser Sinnspruch stammt und wer ihn ins Leben rief. In meinen Augen lag die Schönheit nie. Und man darf mir glauben, wenn ich sage, dass ich in früheren Zeiten, bis hin zur Mitte meines Lebens, täglich ein Auge auf meine Augen geworfen habe. In Iris… Weiterlesen

Fussball, Emanzipation und Spieltheorie

Was ist Fussball anderes als das perfekte Geflecht von Ersatzhandlungen, getätigt durch all jene, die ansonsten unter dem Diktat von Verdrängungen leben. All die Geknechteten, politisch, ökonomisch und sozial, die die turnusmäßige Chance nutzen, in jedem zweiten Jahr sich dem großen Gefühl nationaler Eintracht und Gemeinschaft in die Arme zu werfen. Der Fussball als Theater,… Weiterlesen

Internet und Narzissmus

Man sagt der sozialen Netzwerkwelt des Internet emanzipatorische Segnungen und Wirkungen nach. Das moderne Individuum sei im Status seiner Vereinzelung in der realen Welt gefangen, ins Spinnennetz seiner narzisstischen Selbstliebe verpuppt. Das emanzipatorische Gelingen läge darin, die Selbstliebe aufzubrechen und im elektronischen Blick und Echo der hunderte von Freundschaften etwas gespiegelt zu sehen, was sich… Weiterlesen

Bücher und Pflastersteine

Wenn die Pflastersteine fliegen, Pöbel und Mob durch die innerstädtischen Straßen ziehen, dann, so scheint es, senkt sich über die Buchhandlungen eine Art auratischer Schutzmantel, Harry Potter’s Invisibility Cloak. Wie anders nämlich ist erklärbar, dass ihre Schaufenster und ihre Auslagen so unbehelligt den Attacken der Marodeure widerstehen? Wenig wahrscheinlich ist, dass der Mob Sören Kierkegaard’s… Weiterlesen

Die Privaten

Mein Beitrag zum Flickenteppich unserer Parteienlandschaft? Die Gründung einer neuen Partei. Ihr Name: „Die Privaten“. Ihre Mitglieder: Meine Wenigkeit. Gründe der Gründung: Die aus den Bällen der Parteien schleichend entweichende Luft der Identifikation. Programmatischer Teil, festgeschrieben in meiner Kladde vom 29.02.2011: Vollständige Wahlkostenerstattung auch für 0,000001 % Anteile an Wählerstimmen. Per Dekret selbstverständlicher Einzug in… Weiterlesen

Wissenslücken

Früher war besser. Alles war entschleunigt. Das Schaffen des Wissens und seine mediale Vermittlung. Alles geruhsamer, duldsamer und demütiger. Altehrwürdige Informationssendungen, die noch dem Informationsauftrag der Sendungsanstalten genügten. Heute kommt die Dramaturgie alter Hitchcockkrimis hinzu, um die  Redundanzen der Informationen und die Banalitäten gesicherten Wissens in eine detektivische Enthüllungsgeschichte zu verpacken. Der Eisberg des Wissens wird… Weiterlesen

Katz und Maus

Da spielt der Günter Grass „Katz und Maus“ mit der öffentlichen Meinung. Er spielt „Hase und Igel“ mit der Qualität von Literatur. Wobei in seinem Fall schlechte Lyrik immer der Igel war, der sich den gut gemeinten Anstrengungen des Hasen auf gute Verse mit der Pfiffigkeit des Banalen widersetzte. Ob das immer so ist mit… Weiterlesen

Zukunft

Wenn die Kinder flügge werden ist das, so stelle ich fest, eine ans Herz gehende Geschichte. Heute fuhr ich mit meinem Sohn und seiner Freundin nach Mainz und wieder zurück. Sein Umzug ins Studentenwohnheim der dortigen Universität stand an. Zumindest eine Art Vorauskommando, da er erst nächste Woche die Zelte hier abbrechen wird und ich… Weiterlesen

Der Stein des Anstoßes

George Berkely George Berkeley war ein englischer Philosoph des 18. Jahrhunderts. Und ich stieß mir heute den Kopf an meiner Wohnungstür. Grund hierfür war das Tragen meiner Sonnenbrille, die ich im düsteren Treppenhaus und im schummerigen Etagenflur zu meiner Wohnung nicht absetzte. Schmerz und Beule fielen also in Eins. Schmerzverarbeitung fällt bei mir stets auf… Weiterlesen

Antimaterie und Gegenwelt

Heute die ersten wirklich sichtbaren Zeichen des Alters. Hinter meiner Billigsonnenbrille versteckt, stolpere ich aus der Straßenbahn in Richtung der gemieteten vier Wände, die mich wie immer mit dem Habitus einer Eigentumswohnung empfangen und die Illusion meines Besitzdenkens befeuern und nähren.In der Straßenbahn las ich, ich kenne es nicht anders. Kein eigenes Fahrzeug zu besitzen… Weiterlesen

Cambridge und Chimäre

Cambridge St.Catherine’s Main Court Das Wetter ist eine Chimäre. Damit ist jetzt nicht die Ziege aus dem Altgriechischen gemeint. Eher dieses Dingsda, dieses Mischwesen und Trugbild. Gestern hat es meinen Hut leicht gelüftet, heute packt es meine wetterfühligen Gelenke, lässt mich frösteln und an den Herbst denken. Sogar die sachten, gestrigen Anflüge erotischer Treibsätze verkommen… Weiterlesen

Aussichten auf Japan

Der Tag des Kopfwirrwarrs. Blauer Himmel, Temperaturen, die den Frühling, in Samtpfötchen schreitend, erahnen lassen. Der Kopf als Pusteblume der Gedanken. Die Samenfallschirmchen der Ideen drehen sacht ihre Runden.Sie lassen sich grazil und daunenfederngleich auf dem Boden der Tatsachen nieder. Tatsachen, die zum Schmiedeblock des Zukünftigen gereichen, oder gegenteilig, zum Klumpfuß des Status Quo. Und… Weiterlesen

Fremdwörter

Ich liebe Fremdwörter. Ich sammele sie und nehme die Last der Lästereien auf mich, die mir aufgrund des Einsickerns dieser Wörter in die Senkgrube meiner Alltagsrede aufgebürdet wird. Mir ist dagegen noch keine hieb- und stichfeste Replik eingefallen. Einige sammeln Briefmarken und ich will mich nicht entblöden, diesen bedauernswerten Kreaturen vorzuwerfen, dass es damit für… Weiterlesen

Sherlock Holmes, die Grammatik und eine Hinrichtung

Wir haben sie alle schon erlebt, die Momente, in denen man sich um Kopf und Kragen redet. In denen Sinn und Bedeutung des Gesagten im Furor einer falsch verwendeten Grammatik verdampfen, wie ein Tropfen Wasser auf der heißen Herdplatte.  Und wenn sich dann,  im Dialogpartner des Gespräches,  die Arroganz geistiger und logischer Überlegenheit der Sprache… Weiterlesen

Back in Town

Jetzt ist es also zu Ende. Mühsam und schwer und zäh waren die letzten Tage. Aus dieser Burgkur entlassen und ich frage mich, was sie bewirkte und was davon ich mitnehmen kann in den mich empfangenden Alltag, den Beruf, den ich nie als Berufung empfand, eher als umfassendes Zubrot zu meiner privaten Abgeschiedenheit und zu… Weiterlesen

Gestern Abend, gestern Nacht

Ein Trupp im Alter vorgerückter Männer, sechs an der Zahl, bewegt sich mit Vorfreude bewaffnet, wie eine Horde Kosaken auf dem Weg hinunter zum Don, zum Brennpunkt ihrer Begierde, der „Scheune“. Ein hybrides Etablissement zwischen dörflicher Disco und uriger Beize. Unser Trupp wird angeführt von Oberstabsfeldwebel S., einem jovialen, zwischen Gemütlichkeit und trockenem Witz changierenden… Weiterlesen

Schnee

Draußen. Es ist bitterkalt. Es schneit zum ersten Mal seit meinem Aufenthalt. Steter Flockenflug. Kein Lüftchen regt sich, es ist bereits dunkel, im Wäldchen der Ruf einer Eule. Eulenruf und Nebelhorn. Wenn ich mir etwas wünschen könnte, wären es diese beiden Hintergrundgeräusche, die dem Pfeifen in meinen Ohren eine satte, basslastige Untermalung sein könnten.Ich trage… Weiterlesen

Der Duft von Orangen

Orange Der Duft von Orangen besitzt magische Wirkung. Verquickt mit den Düften von heißen Maronen und Glühweinschwaden ergibt er eine Melange, welche auf zweierlei Art auf mich wirkt. Das Gemisch macht mich zuallererst unpolitisch, will sagen, dass ich überhaupt nicht daran denke, dass ich an Finanzkrise, Schuldenkrise und die Krise der FDP zu denken habe,… Weiterlesen

Nebel

„Wir begehren das, was wir kennen und sehen“. So oder ähnlich lautete der Satz, der Jodie Foster als Clarice Starling in „Das Schweigen der Lämmer“ auf die finale Spur des Serienkillers führte. Ein eigentlich schönes Motto für all die, die das Begehren hüten wie ihren Augapfel oder sich dabei wie ein Eselchen fühlen, das der… Weiterlesen

Über das Bloggen

„Der Schriftsteller ist einer, dem es unmöglich ist, nicht zu schreiben. Einer, der sich auf sein Tagespensum freut, dem klar ist, dass der erste Entwurf bloß ein Versuch ist, ein Palimpsest. Er empfindet Freude bei der schöpferischen Gestaltung von Texten, die an die Gefühle unbekannter Leser rühren.“ Diese Sätze habe ich so oder ähnlich in… Weiterlesen