Rage, Rage against the dying of the light

 

Der wunderbare Anthony Hopkins spricht die Verse eines meiner Lieblingsdichter, Dylan Thomas, von dem Elke Heidenreich sagt, dass er am Sterbebett seines sonst so starken Vaters fassungslos darüber war, wie sanft und still der Vater hinüberging,  und dieses, sein berühmtestes Gedicht schrieb: DO NOT GO GENTLE INTO THAT GOOD NIGHT.

Thomas schrieb an seinen engen Freund, den Lyriker Vernon Watkins: „My Father is awfully ill these days, with heart disease and uncharted pains, and the world that was  once the colour of tar to him is now a darker place.“

Die Musik stammt aus dem Film „Interstellar“, in dem das Gedicht auch rezitiert wird.

Das Gedicht hat die Form einer Villanelle. Es besteht aus fünf Strophen mit jeweils drei Zeilen (Terzett) und einer sechsten Strophe mit vier Zeilen (Quatrain oder Vierzeiler).  Seine Struktur ist gekennzeichnet durch Reimpaare (night, light; right, night etc.) in den ersten fünf Strophen, verbunden mit einem Reimsprung über alle Strophen hinweg (day, they, bay etc.). Hinzu kommen zwei alternierende Refrains pro Strophe, die in der vierten Strophe die letzten beiden Zeilen besetzen.

Hier das Gedicht und seine deutsche Übersetzung von Curt Meyer-Clason.

Do not go gentle into that good night

Do not go gentle into that good night,
Old age should burn and rave at close of day;
Rage, rage against the dying of the light.

Though wise men at their end know dark is right,
Because their words had forked no lightning they
Do not go gentle into that good night.

Good men, the last wave by, crying how bright
Their frail deeds might have danced in a green bay,
Rage, rage against the dying of the light.

Wild men who caught and sang the sun in flight,
And learn, too late, they grieved it on its way,
Do not go gentle into that good night.

Grave men, near death, who see with blinding sight
Blind eyes could blaze like meteors and be gay,
Rage, rage against the dying of the light.

And you, my father, there on the sad height,
Curse, bless, me now with your fierce tears, I pray.
Do not go gentle into that good night.
Rage, rage against the dying of the light.

Geh nicht gelassen in die gute Nacht

Geh nicht gelassen in die gute Nacht,
Brenn, Alter, rase, wenn die Dämmerung lauert;
Im Sterbelicht sei doppelt zornentfacht.

Weil keinen Funken je ihr Wort erbracht,
Weise – gewiss, dass Dunkel rechtens dauert-,
Gehn nicht gelassen in die gute Nacht.

Wer seines schwachen Tuns rühmt künftige Pracht
Im Sinken, hätt nur grünes Blühn gedauert,
Im Sterbelicht ist doppelt zornentfacht.

Wer jagt und preist der fliehenden Sonne Macht
Und lernt zu spät, dass er sie nur betrauert,
Geht nicht gelassen in die gute Nacht.

Wer todesnah erkennt im blinden Schacht,
Dass Auge blind noch blitzt und froh erschauert,
Im Sterbelicht ist doppelt zornentfacht.

Und du mein Vater dort auf der Todeswacht,
Fluchsegne mich, von Tränenwut vermauert.
Geh nicht gelassen in die gute Nacht.
Im Sterbelicht sei doppelt zornentfacht.

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International Dylan Thomas Day – Reblogged von „A Readmill of my Mind „

Dylan Thomas
Dylan Thomas – von der wunderbaren Papierfigurenkünstlerin Dunja Schandin für mich kreiert. Dunja Schandin findet ihr unter Facebook. https://www.facebook.com/DunjaSchandinPapierkunst

Dylan Thomas, walisischer Feuerkopf, Trinker vor dem Herrn, herausragender Lyriker des 20. Jahrhunderts und begnadeter Rezitator der eigenen Werke. Was mich an ihm fasziniert, verdient das Beten eines Rosenkranzes, verdient eine Andacht, die mir den Oplatengeschmack eines säkularen Abendmahls schenkt und den Wein aus dem Füllhorn seiner Verse. Das mag entrückt und verzückt klingen und einen Anstrich von Spiritualismus haben, eine Art von weltlich verursachter Religiosität. Gleichwohl beschreibt es die Gefühle, die seine Gedichte in mir immer erweckt haben.
Ich weiß nichts von Dylan’s eigener Religiosität. Nur soviel, dass seine Mutter ihm ihre eigene mehr aufgezwungen hat als anerzogen. Sein Vater war Atheist. Durch ihn vermittelt, wuchs in Dylan die Liebe zu Shakespeare schon in Kindertagen. Eine Liebe, die ihm immer als Richtschnur seines eigenen Schaffens galt.
Den Kelten sagt man einen beständigen Hang zur Trunksucht nach. Ob darin mehr als nur ein Mythos steckt, sei dahingestellt. Für Dylan allerdings galt diese Etikettierung in einem besonderen Maße. Es gibt von ihm selbst eine Menge Hinweise auf die Trunksucht als Vehikel seiner Schaffenskraft.
Die Ehe mit Caitlin Mcnamara fand ihren Anfang in einem Pub. Das sagt natürlich nichts oder aber alles über ihre Beziehung aus. Sie waren jedoch, bis zu Dylan’s unseligem Ende in einem Krankenhaus in New York City, in einer fatalen Abwärtsbewegung geschwisterlichen Trinkens gefangen.
Ein lärmender Barde, ein keltischer Druide des Wortes, ein Ausbund von Eitelkeit und zärtlicher, nachgiebiger Vater. Immer nahe an des Messers Schneide der Armut balancierend. Und in materiellen Dingen oft nur überlebensfähig durch Zuwendungen einiger Mäzene. Vielleicht war er ein agnostischer Spötter eines unbarmherzigen Gottes, aber sicher ein Geschenk des Gottes der Dichter.
In seinen jungen, für ihn so späten Jahren, lebte er einige Zeit mit seiner Familie in einem Bootshaus in Laugharne, Carmarthenshire, Wales.
Dorthin machte ich mich im Mai 2010 mit der Mutter meines Sohnes auf, um in einem Akt delirierender Hingabe Dylans virtuelle Anwesenheit zu erspüren. Gelungen ist es mir  nicht. Vielleicht liegt es daran, dass dieser Mann mit seiner Lyrik und den Stimmen, die er in seinen Strophen hervorzauberte, nirgendwo und überall zu Hause war, in jedem Pub, wenn man es despektierlich meinen will. Trotzdem wird mir diese Pilgergang in schöner Erinnerung bleiben und ich halte fest, dass dieser Besuch in der Reihe der Ehrerbietungen geschätzter Poeten einen Ehrenplatz in meiner Erinnerung erhielt.
Richard Dawkins auf die Frage, welchen Trost er den irregeleiteten Gläubigen jedweder Religion anempfehlen könnte, antwortete darauf sinngemäß: Liebe und Musik und Sex und die Wunder des Universums. Das wunderbare Universum der Poesie von Dylan Thomas gehört für mich dazu, obwohl ich diesen Trost nicht benötige. Der ästhetische Reichtum seiner Verse ist Zuwachs von Freude in meinem Leben, ohne Gott. Wer mag, schaue sich die Bilder an.

Do not go gentle into that good night – Dylan Thomas in Laugharne

Dylan Thomas
Dylan Thomas – von der wunderbaren Papierfigurenkünstlerin Dunja Schandin für mich kreirt. Dunja Schandin findet ihr unter Facebook. https://www.facebook.com/DunjaSchandinPapierkunst

 

Dylan Thomas, walisischer Feuerkopf, Trinker vor dem Herrn, herausragender Lyriker des 20. Jahrhunderts und begnadeter Rezitator der eigenen Werke. Was mich an ihm fasziniert, verdient das Beten eines Rosenkranzes, verdient eine Andacht, die mir den Oplatengeschmack eines säkularen Abendmahls schenkt und den Wein aus dem Füllhorn seiner Verse. Das mag entrückt und verzückt klingen und einen Anstrich von Spiritualismus haben, eine Art von weltlich verursachter Religiosität. Gleichwohl beschreibt es die Gefühle, die seine Gedichte in mir immer erweckt haben.
Ich weiß nichts von Dylan’s eigener Religiosität. Nur soviel, dass seine Mutter ihm ihre eigene mehr aufgezwungen hat als anerzogen. Sein Vater war Atheist. Durch ihn vermittelt, wuchs in Dylan die Liebe zu Shakespeare schon in Kindertagen. Eine Liebe, die ihm immer als Richtschnur seines eigenen Schaffens galt.
Den Kelten sagt man einen beständigen Hang zur Trunksucht nach. Ob darin mehr als nur ein Mythos steckt, sei dahingestellt. Für Dylan allerdings galt diese Etikettierung in einem besonderen Maße. Es gibt von ihm selbst eine Menge Hinweise auf die Trunksucht als Vehikel seiner Schaffenskraft.
Die Ehe mit Caitlin Mcnamara fand ihren Anfang in einem Pub. Das sagt natürlich nichts oder aber alles über ihre Beziehung aus. Sie waren jedoch, bis zu Dylan’s unseligem Ende in einem Krankenhaus in New York City, in einer fatalen Abwärtsbewegung geschwisterlichen Trinkens gefangen.
Ein lärmender Barde, ein keltischer Druide des Wortes, ein Ausbund von Eitelkeit und zärtlicher, nachgiebiger Vater. Immer nahe an des Messers Schneide der Armut balancierend. Und in materiellen Dingen oft nur überlebensfähig durch Zuwendungen einiger Mäzene. Vielleicht war er ein agnostischer Spötter eines unbarmherzigen Gottes, aber sicher ein Geschenk des Gottes der Dichter.
In seinen jungen, für ihn so späten Jahren, lebte er einige Zeit mit seiner Familie in einem Bootshaus in Laugharne, Carmarthenshire, Wales.
Dorthin machte ich mich im Mai 2010 mit der Mutter meines Sohnes auf, um in einem Akt delirierender Hingabe Dylans virtuelle Anwesenheit zu erspüren. Gelungen ist es mir  nicht. Vielleicht liegt es daran, dass dieser Mann mit seiner Lyrik und den Stimmen, die er in seinen Strophen hervorzauberte, nirgendwo und überall zu Hause war, in jedem Pub, wenn man es despektierlich meinen will. Trotzdem wird mir diese Pilgerfahrt in schönster Erinnerung bleiben und ich halte fest, dass dieser Besuch in der Reihe meiner Ehrerbietungen anderer von mir geschätzter Poeten einen Ehrenplatz in meiner Erinnerung erhielt.
Richard Dawkins auf die Frage, welchen Trost er den irregeleiteten Gläubigen jedweder Religion anempfehlen könnte, antwortete darauf sinngemäß: Liebe und Musik und Sex und die Wunder des Universums. Das wunderbare Universum der Poesie von Dylan Thomas gehört für mich dazu, obwohl ich diesen Trost nicht benötige. Der ästhetische Reichtum seiner Verse ist Zuwachs meiner Freude am Leben, ohne Gott. Wer mag, schaut sich die Bilder an.

All pictures © Achim Spengler

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Dylan Thomas Boathouse
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