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Die Museen, die Galerien, die Theater, die Musikfestivals, die Konzerte und die literarischen Vorlesungen, vielleicht sind diese und andere kulturelle Bildungseinrichtungen der Grund, weshalb wir nicht alle als Zombies gesellschaftlicher und kultureller Verrohung enden.

Vielleicht sind diese Stätten der Kreativität und der Begeisterungslust die einzig verbleibenden Rettungsanker vor dem Abdriften individueller Melancholie in die gesellschaftliche Depression, vor der gemächlichen Zerstörung der Kunstsinnigkeit und vor dem Ausseufzen der Demokratie. Die Pharmaindustrie wird es freuen, die AfD sowieso. Die Kultusminister*innen des Bundes und der Länder bleiben/werden die Sparschweine ihrer Finanzministerien. Bildung und Bildungsmassnahmen bleiben, was sie sind: Die Katzentische des neoliberalen Wertewandels.

4 Kommentare

  1. Guten Morgen, lieber Achim,
    da sprichst du uns aus der Seele. Volle Zustimmung 👍
    Das ist hier im UK genauso, wenn nicht gar noch schlimmer als in Deutschland.
    Mit herzlichen Grüßen vom heute sonnigen, aber rauen Meer
    The Fab Four of Cley
    🙂 🙂 🙂 🙂

  2. Deine Vermutung klingt hoffnungsvoller als ich das sehe.
    Ich zitiere einen Kommentar, den ich heute Morgen in meinem eigenen Blog geschrieben habe: „… Wir bewegen uns auf einem schmalen Grat. Jeder rafft, was er nur raffen kann. Alle wollen wichtig sein und Ernst genommen werden – für welche real erbrachten Leistungen eigentlich? Ich erkenne nämlich vorwiegend Schaumschlägerei, Gendergeschüttel und diversbinärinterpolierte Gestalten, die entfernt an menschliche Gestalten erinnern.“

    „Anything goes“ ist die Formel, nach der um Aufmerksamkeit (und damit Geld) gebuhlt wird. Auf Theaterbühnen, auf Leinwänden egal ob in Kinos oder auf Bildern muss der schockierende Anblick locken. Völlig sinnleeres Zeugs wird als Kunst propagiert, weil dahinter ein Mäzen (Investor) steht, der seit einiger in die Werke investiert hat und nun Rendite erleben will. Literatur? Ich erinnere mich an Zeiten, da lieferte z.B. ein Roman Bilder, die erinnerbar blieben. Seit Jahren schreiben immer mehr Autoren anscheinend nur noch für sich selbst. Was bleibt ist höchstens der Plot. Alles andere ist nach einem Jahr spätestens vergessen. Klar, der Leser soll schliesslich aus der Inflation der Werke was neues kaufen.
    Was die Musik betrifft, empfehle ich eine Folge der „tracks“ auf arte: http://www.youtube.com/watch?v=sK3PfFnKpmY ab ca. Minute 20. gibts die Essenz und wie unsere musikalische Zukunft sich anhören soll. Nach dem Willen der Musikindustrie.

    Ich mache meine eigene Kunst. Die besteht aus täglicher Arbeit und Lebensfreude. Aus Humor und dem Bestreben Mensch zu bleiben. Ohne Vitamintabletten und Botox in Würde altern. Mit Menschen sprechen, zusammensitzen, essen&trinken anstatt mir von den Medien die Seele zumüllen zu lassen.

    Und gerade weil die Zeiten so sind wie sie sind:
    sehr herzliche Grüsse von
    Robert

  3. Lieber Robert, danke für deinen Kommentar.

    in einigen deiner Ausführungen bin ich durchaus bei dir. Die Rolle von Kunst und dabei vor allem von Literatur sehe ich anders. Es gibt in beiden Bereichen Hervorragendes, nicht nur auf den Hotspot Deutschland bezogen, gerade in Bezug auf so viele andere gesellschaftliche Bereiche, in denen business as usual visionäre oder zumindest fortschrittliche Entwicklungen hemmen oder gar zunichte machen. Die von dir sog. „diversbinärinterpolierte Gestalten“ unterstütze ich mit ganzem Herzen, da sie um gleichberechtigte Positionen kämpfen und das umso leidenschaftlicher, desto mehr Hass ihnen in jeden Belangen entgegenschlägt. Es geht um Anerkennung und Respekt und die gesellschaftliche Historie wird einmal darauf zurückblicken wie auf die Errungenschaften des Feminismus in Bezug auf die vollumfängliche Gelichstellung der Frauen. Derlei Entwicklungen sind nicht aufzuhalten und es wird Zeit, dass die Kritik Unumkehrbares akzeptiert und das Gerede vom Niedergang gewisser Wertvorstellungen sein lässt.

    Liebe Grüße
    Achim

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