Der Winter unseres Missvergnügens 2


In der Orchestrierung des Krieges entpuppt sich das diplomatische Wort als bloße Kulisse, als eine Chimäre. Als eine herabgewürdigte Verlautbarung eines Anscheins. Eine Hoffnung transportiert es nicht mehr. Allenfalls dient es als Marketenderin, die die Konfliktparteien mit dem nötigen ideologischen Nachschub versorgt.

Ist das zukünftige Schicksal Kiews das des tschetschenischen Grosny? Oder das Schicksal der russischen Invasion vergleichbar mit der Schmach der Niederlage in Afghanistan? So oder so birgt das Stocken der Angriffsbemühungen der russischen Armee die nächsten Stufen der Eskalation. Wozu die Entschlossenheit des Verteidigungswillens der Ukraine seinen dramatischen und tragischen Beitrag leistet und leisten wird. Die Maxime des ukrainischen Widerstands scheint zu sein: lieber tot als unter dem Joch der Unfreiheit zu leben. Diese Implikation vorausgesetzt wird den Blutzoll auf beiden Seiten in die Höhe schnellen lassen, und es wird darauf ankommen, inwieweit Rationalität die Köpfe der Aggressoren noch zu erreichen vermag. Wobei man sich eingestehen muss, dass in diesem Krieg das rationale Denken schon längst auf dem Altar geostrategischer Überlegungen geopfert wurde.

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