Message from the quarantine 36


Just to quote. Hannah Arendt über die deutsche Realitätsflucht:

„Der wohl hervorstechendste und auch erschreckendste Aspekt der deutschen Realitätsflucht liegt jedoch in der Haltung, mit Tatsachen so umzugehen, als handele es sich um bloße Meinungen.[…] Auf allen Gebieten gibt es unter dem Vorwand, daß jeder das Recht auf eine eigene Meinung habe, eine Art Gentleman’s Agreement, dem zufolge jeder das Recht auf Unwissenheit besitzt – und dahinter verbirgt sich die stillschweigende Annahme, daß es auf Tatsachen nun wirklich nicht ankommt. Dies ist in der Tat ein ernstes Problem, nicht allein, weil Auseinandersetzungen dadurch oftmals so hoffnungslos werden […], sondern vor allem, weil der Durchschnittsdeutsche ganz ernsthaft glaubt, […] dieser nihilistische Relativismus gegenüber Tatsachen sei das Wesen der Demokratie. Tatsächlich handelt es sich dabei natürlich um eine Hinterlassenschaft des Naziregimes. Man hat es hier nicht mit Indoktrinationen zu tun, sondern mit der Unfähigkeit und dem Widerwillen, überhaupt zwischen Tatsache und Meinung zu unterscheiden.“

(Aus: Hannah Arendt: Nach Auschwitz. Essays & Kommentare 1)

Kategorien:Allgemein

13 Kommentare

  1. Aber was sind Tatsachen?
    In der Physik wurde durch Einstein 1905 die Existenz von Atomen bewiesen. Vorher konnte man sie noch anzweifeln.
    Braucht es generell also hieb- und stichfeste mathematisch anmutende Beweise, um sagen zu können: Ja, so ist es?!
    Dieses Changieren von Meinungen und dem Negieren/Anzweifeln von Tatsachen im Diskurs ist doch auch bestimmt uralt. Tief menschlich sozusagen. Daran lässt sich wenig drehen.

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    • Lieber Gerhard,
      ich glaube, dass, wenn man über die Wirklichkeit sprechen möchte, es hilft, wenn man die Mathematik auf seiner Seite hat, ob es nun die Statistik, die Wahrscheinlichkeitsrechnungen oder andere Beschreibungen der Wirklichkeit sind. Was nicht mathematisch formulierbar ist, halte ich für eine Meinung, allerdings habe ich nichts gegen Meinungen. Aber Meinungen sind eben Meinungen sind eben Meinungen und nichts mehr oder weniger. Übrigens Novalis schrieb, ich glaube irgendwo im „Heinrich von Ofterdingen“, „Gott ist Mathematik“. Diese frühromantische Aussage bestätigten die französischen Neo-Strukturalisten, die erkannten, Tatsachen haben mit der Ordnung der Dinge zu tun, also mit Mathematik.
      So wie es ein Anzweifeln von Tatsachen z.B. von Statistiken gibt, über die die meisten sich anmaßen, negative Aussagen zu wagen, die wenig mathematisch bewandert sind, gibt es auch eine Behauptung von Tatsachen, die bestenfalls nette Meinungen sind.
      Ich bezweifele, dass das, was Hannah Arendt in diesem Zitat behauptet, dass nämlich Tatsachen für Meinungen gehalten werden, etwas typisch Deutsches ist. Das kann ich hier in England genausogut beobachten und erst Recht dann, wenn ich mit Schaudern den politischen Diskurs in den USA betrachte.
      Liebe Grüße aus dem hochsommerlich warmen North Norfolk, wo wir gerade eine große Bewässerungsaktion unseres Gartens beendeten. Wir konnten quasi das Aufatmen der Pflanzen spüren – wohl eher Tatsache als Meinung 😉
      Sei vorsichtig, bleibe gesund
      Klausbernd 🙂

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      • Lieber Klausbernd, ich bin in Deutschland beheimatet und habe alle Hände voll zu tun, die Diskurse hier im einzelnen zu registrieren. Wie es in anderen Ländern aussieht, kann ich bestenfalls erahnen. Es interessiert mich aber grundsätzlich.

        Hier quillt das Leben auch über, zumindest das der Pflanzen und Insekten, auf die mein Augenmerk besonders gerichtet ist. Meine Frau sorgt allezeit für gute Bewässerung.

        Bleib auch Du gesund – und bis bald!

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      • Lieber Gerhard, zu deiner Fragestellung siehe meine Antwort zu Frau Kazakous Kommentar weiter unten. Danke für deinen Kommentar.

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      • Lieber Klausbernd, danke für deinen Kommentar. Das Verhältnis der Mathematik oder Logik zur aktuellen Situation beschreibe ich weiter unten in meiner Antwort auf Frau Kazakous Kommentar.,

        Liebe Grüße aus dem sommerlichen Freiburg an die Fab Four.

        Achim

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  2. Das ist ein schönes Zitat – wenngleich die Wendung „natürlich eine Hinterlassenschaft des Naziregimes“ recht gewagt ist (und eben auch nicht mehr als eine Meinung). Mir scheint, der von dir zuvor zitierte Heine hat schon ähnliches behauptet…

    Meine eigentliche Frage ist, warum du das Zitat bringst. Als Mahnung, sich an die Tatsachen zu halten? Als Bestätigung für deine Meinung? Denn auch du vertrittst natürlich nur eine Meinung. Eben las ich bei Jules van der Ley deinen Einwand und seine Antwort. Ein geradezu klassisches Beispiel für die Möglichkeit, mit Statistiken Pseudodiskussionen zu führen. Dabei beschreibt Jules eine erlebte Situation und nennt keine Statistik, es spricht von Handschuhen und von Masken und davon, welche Probleme sie erzeugen. Du aber gehst gar nicht daruaf ein, sondern haust eine Statistikk auf den Tisch. Warum legst du so viel mehr Wert auf Zahlen als auf selbst Erfahrenes und auf den gesunden Menschenverstand?

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    • Jules zitiert eine Ärztin, die eine falsche Aussage machte. Was ich aus den letzten Diskussionen (auch auf diesem Blog) für mich mitgenommen habe: Es macht „für mich“ keinen Sinn mehr, mich mit Einstellungen seiner (Jules) Art auseinander zu setzen. Deswegen ging ich nicht inhaltlich auf seinen Beitrag ein. Vor allem aber auch aus der Erfahrung heraus, dass er meinen ersten und einzigen Kommentar auf seiner Seite nicht hat erscheinen lassen. Im Übrigen lese ich seinen Blog ansonsten recht gerne.

      Es gab 2019 die von mir genannte Anzahl von Grippetoten, nicht mehr und nicht weniger. (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Grippewelle_2019/2020). Ich bitte um Nachsicht, dass ich die falsche Zahl für dieses Jahr nicht so einfach habe stehen lassen können :-). Sie sehen, ich habe noch nicht einmal eine Diskussion führen wollen, schon gar keine Pseudodiskussion. Jules hat es übrigens sehr sportlich genommen 🙂

      Zur anderen Frage, warum ich obiges Zitat bringe. Weil ich „Normalbürger“ bin und es für mich und vielleicht andere (auch für Sie?), etwas hilfreiches, auffordendes formuliert, nämlich: Ist das, was ich behaupte oder meine, nach Massgabe eines aktuell verfügbaren Wissens eher wahr oder eher nicht. Vorausgesetzt ja, dann würde das zum Beispiel alle Aussagesätze wie „Das Virus gibt es nicht“, oder „Es existiert die Impfpflicht“ oder „Bill Gates will Menschen töten und ist mit mit 80% am Budget der WHO beteiligt“ oder „Das Virus ist weniger gefährlich als die Grippe“ oder „Es existiert eine Weltregierung, die uns kontrolliert“ oder „Hydroxychloroquin hilft gegen Covid-19“, um nur einige zu nennen, ins Reich bloßer Behauptungen verfrachten.

      Nun wissen Sie als Philosophin besser als ich, wie um die Grundlegung von Begriffen wie „Tatsache“ und „Wahrheit“ und „Wahrscheinlichkeit“ in der Geschichte der Philosophie und der Wissenschaftstheorie gerungen wurde und wird. Ein Faktum ist zuerst einmal ein „nachweisbarer, wahrer Sachverhalt“. Nehmen wir den Begriff „allgmein anerkannt“ oder „auf empirische Daten gestützt“ noch hinzu. So weit so umstritten. Und ich bin bei Ihnen, dass dort bereits die Probleme einer Definition von „Tatsache(n)“ beginnen.

      Um diesen Kommentar nicht aufzublähen, nur einige Hinweise zum Begriff der „Tatsache“. Und es sei vorausgeschickt, dass es uns allen gut täte, uns auf jene in unseren Urteilen zu stützen.

      Das Wort Tatsache (matter of fact) taucht zuerst im Rahmen einer theologischen Fragestellung in England auf, und wurde in etwa so beantwortet: Tatsachen sind Geschehnisse, die als Handlungen Gottes zu begreifen sind. Ich vermute einmal, dass diese Ansicht inzwischen als abgeräumt betrachtet werden kann. Dazu gab es die Ansicht, dass „Tatsachenwahrheiten“ sog. „Vernunftwahrheiten“ sind. Weiter sind bei David Hume Tatsachen Ergebnisse empirischer Erfahrungen. Bei Kant unterscheiden sich Tatsachen von Glaubenssachen. Er unterscheidet dreierlei, den „Glauben“, das „Wissen“, die „Meinung“. Diese unterscheidet er nach den jeweiligen Gründen auf denen sie basieren und er macht deutlich, dass wenn diese Gründe für wahr gehalten werden sollen, sie objektiv-allgemein für alle „vernünftigen“ Wesen und subjektiv-allgemein als überzeugend genug gelten können. Hinzu kommt bei ihm der Begriff des „hinreichenden Grundes“ dessen, was für wahr gehalten werden kann.

      In der Wissenschaftstheorie (des Positivismus) werden aus Hypothesen Tatsachen, wenn sie durch Beobachtung (Empirie) verifiziert werden können. Das schließt aber die Möglichkeit ihrer „Falsifikation“ (siehe Karl Popper) nie aus, soll heißen, dass eine unzureichende oder falsche Hypothese durch nächste Hypothesen abgelöst werden können. Was im Übrigen der Weg aller Wissenschaften (ausgenommen der Logik und der Mathematik, die einem inhärenten Regelwerk unterworfen sind) ist. Es ist also keine „Lüge“ oder ein „Bäumchen wechsel dich Spiel“, wenn Wissenschaftler obsolet gewordene Sachverhalte durch neu gewonnene Erkenntnisse ersetzen oder ergänzen.

      Schlußendlich: Wir kommen mit bloßen Behauptungen und Meinungen nie um das Bemühen um die Feststellung und Anerkennung von Tatsachen herum. Eine Behauptung hat zu beweisen, dass sie eine Tatsache ist. Eine feststehende Tatsache hat sich heutzutage herumzuschlagen mit dem Vorwurf, eine bloße Behauptung zu sein. Mag sich jeder das Seine davon heraussuchen, tue er/sie aber am Ende nicht so, als hätte er gewisse Dinge nicht wissen können, nur weil die Anstrengungen zur Wissensbildung zu anstrengend waren.

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      • Danke Achim für diese breite Erklärung!

        Bezugnehmend auf den letzten Satz:

        Ich las vor 3 Jahren ein Buch über Neurogenese. Es ging darum, ob bei adulten Menschen neue Gehirnzellen entstehen können oder nicht. Es ging nicht um neue Verknüpfungen bestehender Zellen, sondern um Generierung von Zellen.
        Was mir an dem Buch besonders gefiel, war, daß durchgehend Erkenntnisse auf dem Weg zur Klärung hinterfragt wurden und daher neue Experimente auf den Weg geschickt wurden. Denn es war klar, daß allzu schnell voreilige Schüsse gezogen werden konnten, die sich dann aber als oft nicht zulässig herausstellten. Für viele Effekte von Experimenten gab es eben auch andere Auslegungsmöglichkeiten.

        Das Buch endete damit, daß es deutliche Hinweise auf adulte Neurogenese beim Menschen gibt, diese aber noch nicht vollständig verifiziert ist.
        Gewöhnlich ist solch ein Buch enttäuschend! Für mich aber nicht, weil mir diese Redlichkeit ungemein gefiel. Sie zeigte mir auf, wie Wissenschaft funktioniert.

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      • Danke, Achim, das ist eine ins Breite und Tiefe gehende ideengeschichtliche Vorlesung auf kleinstem Raum. Gratuliere!
        Doch zurück zur Gegenwart:
        Jules hat ja mit einer anderen Statistik des Vorjahres geantwortet (2018/19). Damit ist die Aussage der Ärztin mehr als gerechtfertigt – es sei denn, du willst nun auf dem Wörtchen „letztes Jahr“ herumreiten. Aber was gehts mich an.

        Die von dir genannten hypothetischen „Tatsachen“ (3. Abschnitt) – ja, wo hast du die denn her? Wird so was denn ernthaft behauptet? Also nein, nicht von mir. Selbstverständllich gibt es das Virus (Tatsache!), und eine Impfpflicht gegen dieses Virus gibt es noch nicht (möge es auch so bleiben!). Was Bill Gates will, entzieht sich meiner Kenntnis – außer natürlich, insoweit er sich selbst dazu äußert. Wenn ich mich nicht täusche (aber bitte, ich täusche mich vielleicht auch), möchte er die Weltbevökerung von nunmehr 7.7 Mrd gerne impfen lassen, und außerdem wäre es ihm lieb, sie um 5 % kleiner haben als sie ist, (Wieviele sind das? 5% von 7.7 Miliarden?) Nun, das wollen andere auch. Die Frage, die aufkam, ist, WIE er die Reduktion der Weltbevölkerung bewerkstelligen will. Vielleicht durch Verabreichung von entsprechend präparierten Impfstoffen, gegen den Willlen der Geimpften? Man müsste ihn fragen, Bill Gates ist, glaube ich, mit 10% am Budget der WHO beteiligt. Das lässt die Frage zu, ob die WHO sich davon beeindrucken lässt, oder ob sie sowieso einer Meinung mit ihm ist – wie so viele andere ja auch. Die heeren Ziele der WHO sind bekannt, und, soviel ich sehe, im großen und ganzen konsent. Es wäre dann nur noch zu fragen, ob sie ihnen gerecht wird, oder ob sich die Ziele unter der Hand verschoben haben. „Die WHO bietet ihren Mitgliedstaaten fachliche Unterstützung….. Die WHO setzt sich weltweit für bessere Ernährung und für eine Verbesserung der Wohn- und Arbeitsbedingungen sowie der sanitären Verhältnisse ein“ (Selbstdarstellung WHO. Leider kann ich die Rubrik „Mittelverwendung und Planung Haushalt, Finanzierungsquellen und Ausgaben“ nicht öffnen, weiß also nicht, wieviel Geld in die diversen Ziele fließt).

        „Es existiert eine Weltregierung, die uns kontrolliert“ ist natürlich dummes Zeug, aber nicht dummes Zeug ist, dass es eine extreme Ungleichverteilung von Geld- und Machtmitteln gibt (Tatsache). Und dass diese Konzentration hochgefährlich ist. Was gegen Covid-19 hilft, weiß ich nicht. Es gibt ja Leute, die auf die Wunderimpfung wetten. Manche sind dafür, andere dagegen. Noch gibt es sie nicht (Tatsache!).
        Liebe Grüße! Gerda

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  3. Einen Aspekt möchte ich noch hinzufügen. Wir haben, was Corona betrifft, nur die Darstellung unserer Medien. Wenn dort unisono der Lockdown begrüßt wurde, schien das faktenbasiert zu sein. Es zeigt aber nur, dass es bei unseren Leitmedien einen ausgeprägten Herdentrieb gibt. Auch wenn beispielsweise Tagesschau.de sich mit einem redaktionellen „Faktenfinder“ schmückt, ist gerade dieses Medium in der Vergangenheit mit manipulativen Tendenzen aufgefallen. Was Hannah Arendt im Zitat aufzeigt, daran kranken unsere Medien schon seit Beginn der Bundesrepublik. Nur gab es damals noch eine funktionierende Presselandschaft von zwei Zeitungen je unterschiedlicher Ausrichtung im Verbreitungsgebiet. Durch Verlagsfusionen und Pressekonzentration (siehe Redaktionsnetzwerk RND) ist diese Meinungsvielfalt verloren gegangen. Das gängige Wort „Meinungsvielfalt“ trägt ja schon die Erkenntnis in sich, dass Medien Organe der Meinung sind, weil es eine reine Wahrheit nicht gibt. Wohl gibt es journalistische Stilformen, die Meinung und sachliche Information unterscheiden. In den 1990-er Jahren hat die Frankfurter Rundschau noch alle Berichte mit kursiven Überschriften versehen, die einen Meinungsanteil enthielten. Diese Achtung vor der Selbstbestimmung der Leserinnen/Leser wurde leider aufgegeben, und heutige Redaktionen scheren sich einen Dreck um die saubere Trennung von Meinung und Information. Das gilt natürlich auch für öffentlich-rechtliche Redaktionen. Dass da ein Verlautbarungsjournalismus gepflegt wird, ist plausibel. Man muss sich nur anschauen, wer dort Karriere macht. Der Weg zu leitenden Positionen führt nur über die Parteien. Eine gute Voraussetzung, Intendant zu werden isr, zuvor Korrespondent in Washington oder in Brüssel bei der Nato gewesen zu sein. Oder man war Pressesprecher bei der Kanzlerin wie der Intendant des BR.
    Ich versuche in meinen Texten auf unmittelbare Anschauung und Information zurückzugreifen, wie auch auf die Aussage meiner Ärztin. Auf deinen Einwand, Achim, habe ich die von ihr genannte Zahl überprüft und fand, dass sie sich nur im Jahr vertan hatte, was bei einer mündlichen Aussage entschuldbar ist. Fakt ist, dass sie sich an die Fallzahl von 20.000 Grippetoten erinnerte, die eben nicht zu einem Lockdown und Shutdown geführt haben. Ich begreife noch immer nicht, wieso das heuer nötig war, bedauere aber, dass diese Maßnahmen zu Lasten der Ärmsten und Schwächsten in unserem Land gingen. .

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    • Ich schlage vor, wir vergessen meinen Hinweis auf die Grippefallstatistik auf Ihrem Blog. Ich lese diesen mit Genuss, gerade weil er einen Ton setzt, den ich schätze und dem ich auf dem hiesigen mich mehr verpflichtet fühle als zu Äußerungen über Politik etc. Corona-Zeiten ausgenommen.

      Liebe Grüße
      Achim Spengler

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  4. Vielen Dank für Ihren Kommentar , Jules.
    Sie beschreiben zu Recht, dass sich die Medienlandschaft geändert hat, ob sie in früheren Zeiten „funktioniert“ hat und heute nicht, und warum das so ist, bedarf genauer Analyse. Diese anzustellen würde den Rahmen eines Kommentars sprengen. Nur zwei Anmerkungen hierzu: Der Druck der „Häppcheninformation“ von Social Media und anderer digitaler Formate auf die etablierten Medien (Papier und Digital) ist enorm. Die schwindende Aufmerksamkeits- und Lesekompetenz auf Seiten der Rezipienten trägt ein Übriges dazu bei. Die interessegeleitete Berichterstattung, abhängig von politischen Proporzverhältnissen und Finanzierungsabhängigkeiten gab es zu allen Zeiten, als Risiko des Verlustes von Meinungsvielfalt heute sicher mehr denn je. Ich wende ein: Information ist zuallererst immer Meinung, Behauptung etc. Erst durch Validierung ihrer Inhalte kann man von ihnen als „informationsvermittelte Tatsache“ sprechen. Jeder Leser ist zu dieser Validierung aufgerufen. Niemand muss eine Information als gottgegeben hinnehmen. Will sagen, dass auf die Einschränkung der Meinungsvielfalt der verantwortliche Umgang mit Informationen immer mehr zu Lasten des Rezipienten geht. Wer ist dazu gewillt? An dieser Frage wird sich die Zukunft des Informationswesens genauso messen lassen müssen wie an seiner weiteren Monopolisierung. Darüber kann man sich beklagen oder sein Augenmerk richten auf Informationsquellen, die sich unabhängiger Berichterstattung und Sachverhaltsanalysen widmen. Die nicht auf Häppchenjournalismus gebürstet sind, die im Rahmen von Gemeinnützigkeit, Non-Profit und Stiftungs- und Spendenfinanzierung agieren. Die Transparenz üben bzgl. der Einkommensverhältnisse ihrer Chefredaktionen oder Geschäftsführer. Ein Beispiel, das mir spontan hierzu einfällt: https://correctiv.org .
    Dies vielleicht als Pendant zu den Faktencheckern der öffentlich-rechtlichen Medien durchaus lesenswert 🙂 Der Beispiele gibt es genügend, auch auf internationaler Ebene. Der interessierte Leser muss es wollen, unabdingbar. Die grassierende Lethargie auf seiner Seite halte ich für die größere Gefahr für die Uniformierungen jedweder Information.

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  5. Hannah habe ich nichts hinzuzufügen, das „deutsch“ allerdings verorte ich hier in einem anderen Zusammenhang, vor dem Auschwitz-Hintergrund. Nachdenklich machen die Worte generell.
    Zum Thema Meinungen haue ich mal einen Original-Krishnamurti raus:
    „„Die Welt ist genauso voller Meinungen wie von Menschen. Und du weißt was eine Meinung ist. Einer sagt das, und jemand anderes sagt das. Jeder hat eine Meinung, aber Meinung ist nicht die Wahrheit; Hören Sie deshalb nicht auf eine bloße Meinung, egal wer sie ist, sondern entdecken Sie selbst, was wahr ist. Die Meinung kann sich über Nacht ändern, aber wir können die Wahrheit nicht ändern.“

    Die Wahrheit, in diesem und unserem Fall; was ist sie? Ein Virus ist unsichtbar. Dann funktionieren hier bei uns bis auf einige Ausrutscher diese Maßnahmen ganz gut. Und das lockt natürlich den Leichtsinn: och, das ist alles halb so wild…vielleicht nur eine Riesenregierungsverschaukelei…
    Und die Wahrheit?
    Für mich steht eine Wahrheit in den übermüdeten Gesichtern derer, die gerade folgenreiche Entscheidungen treffen müssen. In den Meinungen spiegeln sich Vermutungen, Annahmen. Die Zahlen jedoch sprechen für sich und mahnen.
    Liebe Grüße und einen schönen Vatertag,
    Amélie

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