Message from the quarantine 34


Diejenigen, die sich im sinkenden Boot der Grundrechte dünkten, stehen schon längst am rettenden Ufer und demonstrieren, wie es ihr gutes Recht ist. Und da gibt es einige Maskenträger, die zu Bedenkenträgern mutieren, das menschliche Antlitz im Gegenüber vermissen, an dem sie ansonsten, zu früheren Zeiten, achtlos vorbeirauschten.

Wie schön sich die Doppelmoral gerade einnistet. Es wird diejenigen geben, die sich zum Komasaufen auf dem Dorfanger treffen, als alkoholisiertes Statement und Protestnote an den autoritären, grundrechtverwehrenden Staat gerichtet, während man schon längst gesittet in seinem Lieblingscafé seinen Espresso schlürfen kann.

Diejenigen, die da dünkeln, munkeln, hinterfragen, protestieren, Presseleute verprügeln, Polizisten anspucken, von Ermächtigungsgesetzen faseln, vom Aushebeln des Grundgesetzes tiradieren, es sind dies diejenigen, die das Dagegen als Lebenselixier begreifen, weil sie ein Dafür so schwer ertragen können wie den Zahnschmerz.

Da wird mal so nebenbei die Verantwortung für das Gemeinwesen zum Schafott geführt. Und es macht sich deutlich, dass nicht die politischen Entscheidungsinstanzen die Totengräber der Demokratie sind, sondern diejenige Art von Meinungsfreiheit, die nicht ausgehebelt wurde, wie vielerorts beschworen, die sich hingegen den Hass, die Verleumdung, die Faktenresistenz auf ihre Fahnen geschrieben hat.

„Sie stelzen noch immer so steif herum,
So kerzengrade geschniegelt,
Als hätten sie verschluckt den Stock,
Womit man sie einst geprügelt.

Ja, ganz verschwand die Fuchtel nie,
Sie tragen sie jetzt im Innern;
Das trauliche Du wird immer noch
An das alte Er erinnern.

Der lange Schnurrbart ist eigentlich nur
Des Zopftums neuere Phase:
Der Zopf, der eh’mals hinten hing,
Der hängt jetzt unter der Nase.

(Aus Heinrich Heine: Deutschland ein Wintermärchen)

Kategorien:Allgemein

81 Kommentare

  1. Ich kann Dir da nur zustimmen, lieber Arno – leider.
    Hier in den USA sind es diejenigen, die meinen, es sei ihr konstitutionelles Recht, andere anzustecken und die glauben, das mit Waffengewalt durchsetzen zu muessen.
    Liebe Gruesse, und bleib‘ gesund,
    Pit

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  2. Sich bei der Schelte auf kritische Köpfe auf Heine zu berufen, dazu gehört wahrhaftig Chupze.

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      • O, ich kenne eine ganze Menge davon. Sie nicht?

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        • Dann zähle sie hier doch mal auf, liebe Gerda 🙂

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        • Ich kenne eine Menge von Menschen, die sich die Mühe machen, geduldig und mit erkenntniswilligem Interesse zu einem Urteil zu kommen. Und hier kommt der Begriff der „Vernunft“ ins Spiel. Auch derjenige, dessen Urteil sich im Nachhinein als un-begründet herausstellt, darf sich als „vernünftig“ bezeichnen, da er für sich beansprucht, mehr oder weniger gute Gründe für seine Ansichten zu haben. Sie sehen, die Zuschreibung eines Menschen als „kritisch“ ist allein nicht ausreichend, um die Qualität seines Urteils zu bewerten. Sie und ich mögen sich als „kritisch“ bezeichnen, letztlich kommt es auf „gute“ oder „weniger gute“ oder „richtige“ oder „falsche“ Gründe eines Urteils an.

          Und ich „unterstelle“, dass die viel beschworene Außerkraftsetzung gewisser (nicht aller) Grundrechte eine „vorläufig“ notwendige (im Sinne der Eindämmung des Virus), im weiteren Prozess der Ereignisse immer weniger notwendig gewordene Maßnahme sei. Der Rechtsstaat hat meines Erachtens nicht versagt. Die Entscheidungsträger haben, angesichts des „magischen Dreiecks“ von Gesundheitsschutz (für alle), Freiheitsrechten (nicht nur des Einzelnen, sondern auch des Gemeinwesens als solches) und wirtschaftlichen Interessen (des Einzelnen und aller Unternehmen) mit Augenmaß agiert (im Sinne eines nicht im vorhinein feststehenden Resultats der Krise, und angesichts immer noch lauernder Gefahr) verhalten. Das sind für mich „gute“ Gründe, auf denen sich mein Urteil gründet. Sie und andere in diesem Kommentarstrang mögen jeweils andere „gute“ Gründe“ für ihre Urteile haben. Diese toleriere ich, muss sie aber nicht respektieren.

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          • Im letzten Satz kommen wir uns sehr nahe, mit einem Unterschied: ich toleriere nicht nur abweichende Schlussfolgerungen, sondern ich respektiere auch die Menschen, die zu diesen Schlussfolgerungen kommen. Also auf jeden Fall auch Sie und jeden, der nicht mit mir übereinstimmt. Diesen Respekt würde ich mir auch für meine Person und meine Ansichten wünschen. Ich bin ein anderer Jahrgang als Sie, habe andere Grunderfahrungen, aus denen ich die Gegenwart beurteile.Dau gehört (u.a.) ein tiefes Misstrauen in die Vernunft und die guten Absichten der Staatsführung.
            Selbstverständlich wünsche ich mir, dass Sie Recht behalten und dass die „neue Normalität“ sehr bald der Normalität weicht.
            .

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    • Schelte auf „kritische Koepfe“? Lesen wir da unterschiedliche Artikel?

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    • Kritische Köpfe? Das kann doch wohl nur ironisch gemeint sein oder ist das ein Schreibfehler und sollte `hohle Köpfe´ heißen?

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    • Ja, ich denke auch, daß sich unter denjenigen, die die Dinge hinterfragen, auch einige kritische Köpfe befinden.
      Was mich, lieber Achim, bei dieser deiner Aufzählung stutzig macht, ist folgendes:
      „Diejenigen, die da dünkeln, munkeln, hinterfragen, protestieren, Presseleute verprügeln, Polizisten anspucken, von Ermächtigungsgesetzen faseln, vom Aushebeln des Grundgesetzes tiradieren, es sind dies diejenigen, die das Dagegen als Lebenselixier begreifen, weil sie ein Dafür so schwer ertragen können wie den Zahnschmerz“.
      Du wirfst du meiner Meinung nach verschiedene Dinge und verschiedene Menschen mit den unterschiedlichsten Intentionen und Motivationen (die unterschiedlicher gar nicht sein könnten) in einen Topf.
      Wer die Dinge hinterfragt, muss noch lange nicht jemand sein, der Presseleute verprügtelt. Wer die Dinge hinterfragt, muss auch noch lange nicht jemand sein, der ein rechtsradikaler Verschwörungstheoretiker ist.
      Ich habe viele deiner Beiträge und „Messages“ gelesen, lieber Achim, und deinem Duktus und deinem Vokabular entnahm ich, daß du ein studierter Philosoph bist. Nun habe ich selbst nicht nur Literaturwissenschaften und Psychologie, sondern auch einige Semster lang Philosophie studiert und ich meine, ein wichtiger Bestandteil des Studiums der Philosophie ist es doch, die Dinge kritisch zu hinterfragen. Und die Dinge differenziert zu betrachten.
      Und zu differenzieren ist immer wichtig, aber ganz besonders in diesen schwierigen Zeiten.
      Und in diesen Zeiten wird nur allzu schnell jemand, der kritisch denkt, als rechtsradikaler Verschwörungstheoretiker bezeichnet und diffamiert und damit mundtot gemacht … und es ergeht leider auch Menschen so, die keineswegs rechts und schon gar nicht rechtsradikal sind. Und das ist sehr schade und traurig und das stimmt mich sehr nachdenklich und besorgt.
      Liebe Grüße, Hannah
      P.S: Und ja, man kann und muss meiner Meinung nach durchaus einige Dinge hinterfragen, und nicht nur in diesen Zeiten – sondern immer.
      Wo kämen wir denn hin, wenn man die Dinge nicht mehr hinterfrage und kritisch betrachten und analysieren dürfte?
      Wenn du das Wort „hinterfragen“ aus deinem Text herausnehmen würdest, dann könnte ich deinen Gedanken schon eher folgen.
      Und noch etwas: Dinge kritisch zu hinterfragen bedeutet auch, nicht pauschal für oder gegen etwas zu sein sondern zu differenzieren.

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      • Ich gebe dir Recht in Bezug auf den Begriff „hinterfragen“. Er passt nicht so ganz in diese Aufzählung hinein. Ich bezeichne mich nicht als „Philosoph“, nur weil ich es unter anderem studiert habe. Ich war Leiter der IT-Administration eines mittelständischen Unternehmens. Ich bin lediglich jemand, der versucht, aus Interesse an so vielem, zu Erkenntnissen zu kommen. Also fehlbar wie jeder andere*r auch 🙂 Schön zu hören nebenbei, dass auch du Literaturwissenschaft studiert hast. Diffenzierung ist wichtig, ist aber nie der Weisheit letzter Schluß, da ein Urteil sich immer „abschließend“ bilden muss. Und dort genau ist jede Differenzierung beendet und es bleibt die Differenz übrig. Verschwörungstheoretiker sind nicht immer auch rechtsradikal. Diese Gleichsetzung vollziehe ich nicht per se. Zur „kritischen“ Betrachtungsweise habe ich oben zu Frau Kazakou einiges schon geschrieben. Es sollte auch nie um Pauschalisierung gehen, da gebe ich dir Recht. Es geht (im Nachhinein) betrachtet, immer nur um „gute“ Gründe eines Urteils. Die Vernunft sollte mit diesen Gründen hantieren, wenn möglich. Ein Beispiel: DIe Bundesregierung beabsichtigt keine Impfpflicht in Bezug auf das Virus einzuführen. Es gibt „gute“ Gründe, dies nicht zu tun. Wenigstens kann in diesem Fall die Angst denen, die diese Impfpflicht befürchteten, genommen werden.

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        • Ich freue mich sehr zu lesen, dass es keinen Impfzwang geben wird. Auch keinen Impfpass innerhalb Europas, nehme ich an? So dass auch jemand, der nicht geimpft ist, sich innerhalb des Schengen-Vertrags frei bewegen kann? Außerhalb liegt es ja wohl im Ermessen der jeweiligen Nationalstaaten.

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      • Dein Kommentar, Hannah, bringt eine Nachdenklichkeit hier in den Kommentarstrang, der wohltut. Danke dafür. Gerda

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  3. Lieber Achim,
    toll geschrieben, ja, so toll, dass wir gerade den 3. Abschnitt deiner Post mit Link zitierten in der Antwort auf einen Kommentar auf unseren Blog (an Pia).
    Es ist erschreckend, welch verwirrtes und, ich muss auch sagen, ungebildetes rechtes Gedankengut dieser Virus hervorbringt. Das ist ein Virus, den wir für weitaus gefährlicher halten als Corona. Danke, dass du hier klar geschrieben hast, was wirklich gesagt werden muss.
    Mit lieben Grüßen vom kleinen Dorf am Meer
    The Fab Four of Cley
    🙂 🙂 🙂 🙂

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    • Lieber Klausbernd,
      hierzulande waren diese abstrusen Wirrkoepfe schon lange vor Corona keine Seltenheit. Sie meinen, das, was sie fuer die Verfassung und die darin garantierten Rechte halten, mit Waffengewalt verteidigen zu muessen. Viel zu viele von diesen sind in meinen Augen Anarchisten, die jede staatliche Gewalt ablehnen. Und was das Schlimme ist: die unselige Kombination von erstem [Recht auf freie Meinungsaeusserung] und zweitem [Recht auf das Tragen von Waffen] Verfassungszusatz unterstuetzt es ja noch. Dass Gewalt einzig und allein ein Monopol des Staates ist, das ist hier in den Vereinigten Staaten absolut undenkbar, und fuer diese Leute Anathema.
      Liebe Gruesse, und macht’s gut im kleinen Dorf am grossen Meer,
      Pit

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      • Lieber Pit,
        ja, ich weiß – leider.
        Diese Gerda Kazaskou bringt da einen Link zu KnFm – von Quellenkritik hat die wohl nie etwas gehört -, da diskutieren Schwachköpfe miteinander, die sich einzig wichtig tun wollen und wohl verzweifelt versuchen, ihre Bücher ins Gespräch zu bringen, die wohl zum Glück nie von vielen gelesen werden.
        Hier in England und im ganzen UK bekomme ich das nicht so mit, was da im Untergrund an wirren populistischen Ideen herumgeistert. Aber zu meinem eigenen Erschrecken hatte ich Freunde, durch deren Ansichten auf Facebook ich von Nachbarn vor ihnen gewarnt wurde. Mir war wohl aufgefallen, dass man sie mied. Als ich recherchierte, musste ich feststellen, dass sie Mitglieder von National Front sind, was so wie der rechte Flügel der AfD ist. Ansonsten sind wir von eher klugen kritischen Nachbarn umgeben (unsere meisten Mitbewohner kommen von Cambridge), so dass wir nicht so die populistisch faschistoiden Verwirrtheiten mitbekommen.
        Du mach’s auch gut im fernen Texas.
        Liebe Grüße
        Klausbernd 🙂 und der Rest der Bande

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        • Lieber Klausbernd,

          grundsätzlich achte und schätze ich Frau Kazakou, insbesondere als Künstlerin und in ihrer Meinungsstärke. Ich möchte dieses erwähnen, weil es mir nie darum ging, mir unliebsame Äußerungen auf diesem Blog zu ignorieren oder zu zensieren oder gar zu löschen. Gerade weil es mir mit einigen meiner Kommentare auf anderen Blogs gerade so erging, erachte ich es als besonders wichtig, alle Stimmen zur aktuellen Situation zu lesen.

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          • Was ist – eigentlich – eine Künstlerin und was ist Meinungsstärke?
            Jemand, dessen Werke man als Kunst ansehen kann, ist per se kein „besserer Mensch“. Jemand, der eine besondere Gabe besitzt oder sie sich erabeitet hat (manchmal 90 % Schweiss, 10 % Talent), sei es Intellekt, Kunstfertigkeit, Geschicklichkeit oder Wissenspeicherfähigkeit , hat zunächst mal keinen Vorsprung, in meinen Augen.
            Meinungsstärke? Ich habe das Wort noch nie verwendet. Ist das jemand, der auf einer bestimmten Meinung, einem Meinungsspektrum dingfest zu machen ist, also etwa ein Chef, auf dessen Werte man bauen kann? Wenn dem so ist, dann stelle ich fest, daß die gerühmte Meinungsstärke bei manchen Leuten oft ein ständig neu und umgebautes Gerüst aus Einzelideen ist, die sich bisweilen sehr widersprechen.

            Gerda kenne ich und schätze ich seit 3 Jahren. Was mir gefällt und mich selbst auch gewissermassen unterstützt, ist ihr unbändiger kreativer Antrieb. Was mir in letzter Zeit nicht so gefällt ( to say the least), sind ihre „semipolitischen“ Äusserungen.
            Aber so ist das nun mal.

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            • Natürlich ist ein Künstler per se kein besserer Mensch. Wobei wir bei dieser Feststellung schon im Dilemma uns befinden, was ein besserer Mensch wohl sei im Vergleich zu einem anderen. Auf diese „ethische“ Verstrickung will ich mich gerade nicht einlassen wollen 🙂 Meinungsstärke würde ich umschreiben als die Fähigkeit und den Mut, eine Meinung ersteinmal überhaupt zu äußern. Gerade in diesen Zeiten, wo so viele meinen, das diese Freiheit gerade überall abgeschafft würde. Das nenne ich ein Paradoxon erster Güte. Meinungsfreiheit hat ersteinmal nichts mit ihrer Angemessenheit oder Unangemessenheit zu tun. Sie äußern zu können und zu dürfen ist eins der wichtigsten Ingredenzien einer Demokratie.Ohne diesen Umstand verblutet diese. Meinungsinhalte unterliegen immer einer Bewertung. Wir kommen nicht darum herum, kollidiert sie doch mit den Meinungen anderer, immer und immer wieder. Einem Chef oder einer Regierung widersprechen zu können, gehört zum zum selbstverständlichen Gut eines jeden Meinungsträgers. Sie ist nicht mundtot zu machen (es sei denn wir sind auf dem Wege der Diktatur, und diese befindet sich immer auch jenseits einer „Meinungsdiktatur“). Und das ist gut so, gerade in einer Zeit, wo Meinungen heftigst aufeinanderstoßen. Es macht mich lediglich traurig zu sehen, dass in Zeiten von Meinungsauseinandersetzungen einige an freie Meinungsäußerung nicht glauben. Sie sind, man verzeihe mir, in gewisser Hinsicht betriebsblind geworden. Ich muss Ihnen in einem Satz widersprechen .-) Das Private ist immer auch politisch. Eine semipolitische Äußerung gibt es nicht.

              Ich danke Ihnen für Ihren Kommentar.

              Liebe Grüße

              Achim Spengler

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              • „Semipolitisch“ war eine aus der Not, meiner Not, geborene Vokabel.

                Zur Äusserung einer Meinung bedarf es nicht immer Mut. Es gibt Menschen, die sich recht schwer tun, eine sogar nur moderate Kritik zu äussern, und es gibt Leute, denen es ungemein leicht fällt, sogar sehr harsche Kritik zu äussern.

                Eine Meinungsdiktatur gibt es m.E. hier nicht, da stimme ich zu. Zwar werden in Mainstreammedien auch gewisse Narrative verbreitet, die man durchaus hinterfragen kann und sollte. Aber es liegt dann an einem selbst, zu recherchieren und das jeweilige Narrativ für sich zu beleuchten.

                Liebe Grüsse
                Gerhard

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              • Lieber Gerhard, Ich finde es etwas unfein, um nichts Schlimmeres zu sagen, dass du nicht bei mir, sondern nun gerade hier deine Ansichten über mich, meinen „kreativen Antrieb“ und meine „semipolitischen“ Ansichten kundtust. Wie fändest du das denn, wenn man deine Art auf fremden Seiten diskutiert und beurteilt? Keine Angst, ich tu das nicht.

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              • Das finde ich jetzt einen richtig netten, großzügigen Kommentar, lieber Achim. Fast hätt ich Lust, zum Du zurückzukehren. Ein „besserer Mensch“ zu sein, beanspruche ich nicht. Ich wär schon froh, wenn ich ein einigermaßen guter bin. Dazu gehört – also in meinen eigenen Augen als „einigermaßen gut“ zu bestehen – die „Meinungsstärke“. Ich lese diesen Ausdruck zum ersten Mal und finde ihn recht brauchbar, um auszudrücken, dass ein Mensch nicht zögert, das, was er nach bestem Wissen und Gewissen für sich als richtig erkannt hat, auch zu äußern. Das ist nicht mit Wahrheit zu verwechseln, über die keiner verfügt.
                Ich habe mich hier nur deshalb eingebracht, weil ich es nicht mag, wenn Menschen in Bausch und Bogen verurteilt werden, damit man sich nicht mit dem befassen muss, was sie sagen. Das ist unfair gegen diese Personen und es ist kontraproduktiv für die inhaltliche Auseinandersetzung, ohne die, wie du sagst, die Demokratie „verblutet“. Ich glaube an die freie Meinungsauseinandersetzung, ich praktiziere sie und bin insofern keineswegs „betriebsblind“. Ich behaupte auch nicht,dass wir in einer Diktatur leben (ich sowieso nicht, denn ich lebe in Griechenland, der Wiege der Demokratie 😉 ). Doch wenn man einen Weg nicht mehr geht, wächst er zu. wenn man seine Meinungen nicht mehr offen sagt aus Angst vor Repression oder davor, sich „im falschen Boot“ wiederzufinden, verdorrt die Demokratie.
                Und nun geh ich schlafen. Gute Nacht!

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            • Lieber Gerhard, Ich finde es etwas unfein, um nichts Schlimmeres zu sagen, dass du nicht bei mir, sondern nun gerade hier deine Ansichten über mich, meinen „kreativen Antrieb“ und meine „semipolitischen“ Ansichten kundtust. Wie fändest du das denn, wenn man deine Art auf fremden Seiten diskutiert und beurteilt? Keine Angst, ich tu das nicht.

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              • Liebe Gerda!

                Unfein ist daran garnichts.
                Ich hatte zuletzt bei deinem Schwedenartikel bei Dir diskutiert und bin da mit meinen Vorbehalten gescheitert. Ich solle Dich verstehen und eben nicht mehr kommentieren, wenn ich nicht mag.
                Weitere ähnliche Artikel habe ich dann nicht mehr bei Dir kommentiert., sondern nur mehr deine künstlerischen Artikel.
                Aber Du schreibst eben noch auf vielen anderen Blogs, unentwegt fast und da habe ich mir eben die Freiheit erlaubt, dieses mit Kommentaren wie eben hier wieder mal zu begleiten.

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                • Wenn du bei mir nicht kommentieren magst, Gerhard, weil du nicht magst, was ich schreibe – wen stört es? Mich nicht. Du bist frei zu kommentieren, aber es besteht kein Kommentierzwang. Nicht in Ordnung finde ich es, wenn du diese Diskussion, die du bei mir nicht führen willst, dann woanders und nicht „mit Du“, sondern „über sie“ führst, um dich wichtig zu machen. Tut mir leid. Gute Nacht.

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        • Ach, Klausbernd, wer bist du, dass du vom hohen Ross herunter meinst die Menschen beurteilen und verurteilen zu können. Du meinst, dich anbiedern zu müssen bei denen, die du für die Berufenen hältst? Dein Ross könnte, mit Verlaub, ein Esel sein. Gerda, Doktora philosophiae summa cum laude.

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          • Liebe Frau Kazakou,

            Ich schätze Klausbernd seit langem als Blogger und auch als streitbarer und bissiger Kommentator. Diese Maßregelung Ihrerseits hat er insofern überhaupt nicht verdient. Wenn ich es genau betrachte, ist die Schärfe mancher seiner Aussagen mit jener Schärfe durchaus vergleichbar, die Sie, auch hier, an den Tag legen. Also, alles gut, und niemand sollte sich auf die Füße getreten fühlen.

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          • Ach, das ist ja nett, nun werden hier unsere akademischen Würden ins Spiel gebracht. Ich habe da auch einige angesammelt und war Assistant Professor an der McGill University in Montreal. Aber wie abwegig ist denn das hier, mit akademischen Titel zu protzen? Und weil es sich reimt: zu kotzen.
            Summa in risu.

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            • das war eine ironische Kurz-Antwort; Klausbernd, auf deine Bemerkung, ich würde nichts von Verifizierung der Quellen verstehen. Meine Doktorarbeit hatte 700 Seiten, von denen 450 Anmerrkungsapparat war. Ansonsten sind mir Titel wurscht.
              Inzwischen haben sich die Wellen ja ein bisschen verzogen, ich freu mich darüber. Denn Polemik, wenn sie allzu persönlich wird, trägt nicht gad zur Klärung von Sachfragen bei. Übrigens witzig, dass wir beide Ex-Pats sind und uns trotzdem so über deutsche Angelegenheiten echauffieren. Ich lebe seit 41 Jahren in Griechenland, nehme aber lebhaften Anteil an dem, was in der alten Heimat so abgeht, zumal unser Leben hier von Entscheidungen in Deutschland stark beeinflusst wird.

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      • Lieber Pit,
        nee, das sind keine anarchistischen Ideen. Bakunin und Kropotkin hätten sich im Grabe umgedreht, mit solchem Populismus im Zusammenhang gebracht zu werden, auch Debord (Situationisten) und Rudolf Steiner, der sich als Anarchist verstand, immerhin war sein Trauzeuge der Individualanarchist Max Stirner. Dieses Phänomen ist etwas anderes, aber mir fällt auch keine rechte Beschreibung dafür ein. Vage erinnert es mich an das, was Karl Marx vom Lumpenproletariat beschrieb, aber das ist auch schief. Im Grunde kann man es nur Dummheit nennen, oder? Anarchismus halte ich, der ich dieser Auffassung zwar nichts abgewinnen kann, für eine Aufwertung dieser kruden Ideen.
        Ganz liebe Grüße
        Klausbernd 🙂

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        • Da bin ich froh, dass du, Klausbernd, den Faden aufgenommen hast – der Begriff „Anarchismus“ wird immer wieder mit Chaoten in Verbindung gebracht, nun auch noch mit Dummheit – das hat der Anarchismus auf keinen Fall verdient – ein -ismus, mit dem man sich dann eben auch einmal auseinandersetzen muss, wie mit allen anderen auch, um zu verstehen was genau die „erfinder“ solcher -ismen für Ideen folgten.
          herzliche Grüße
          Ulli

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          • Vielen Dank, liebe Ulli.
            Ja, es ist erstaunlich, was einige Leute so mit dem Begriff Anarchismus verbinden. Letztendlich geht er auf die 4. Internationale zurück, wo sich Bakunin von Lenin abgrenzte, wenn ich mich recht erinnere. Wenn man Durruti in Spanien und Machno in der Ukraine als klassische Anarchisten sieht, fällt deren hoher ethischer Standart auf. Der moderne Anarchismus, wie Debords Situationisten, ist hochgradig intellektuell und erinnert in einigen Thesen und die Art ihrer Formulerung an die Frankfurter Schule. Es ist natürlich politisches Kalkül, den Begriff Anarchismus umzudeuten, obwohl das andererseits verwunderlich ist, da die Anarchisten stets Kampf gegen die Kommunisten standen.
            Mit herzlichen Grüßen von der sonnig heißen Küste
            The Fab Four of Cley
            🙂 🙂 🙂 🙂

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            • Ja, es ist Kalkül, einerseits, andererseits haben die StraßenkaempferInnen der 1980/1990er Jahre viel zu dem Bild beigetragen, dass Gewakt und Chaos mit Anarchismus gleichgetzt wurde.
              Soweit ich den Anarchismus verstanden habe, geht es ja darum Selbstverantwortung zu lehren und zu leben, wie es auch von der Raeterepublik angestrebt wurde.
              Liebe Grüße
              Ulli

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      • Bowling For Columbine, Michael Moore ist leider hochaktuell, auch achtzehn Jahre später…
        Liebe Grüße übern Teich von Amélie

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    • Das ehrt mich einerseits, lieber Klausbernd, andererseits macht es mich natürlich befangen 🙂 Aber auch hier gilt: Nicht jeder Rechtsradikaler ist ungebildet, dass mehrt andererseits aber auch die Gefährlichkeit dieses Denkens.

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      • Ja, lieber Achim, das ist in der Tat ist richtig.
        Liebe Grüße von der sonnigen Küste Norfolks.
        Übrigens finde ich es richtig gut, dass du hier eine solche Diskussion initiiert hast. Hut ab! Ich finde das toll, wenn so kontrovers auf einem Bolg diskutiert wird, wo doch die meisten vor lauter Angepasstheit inhaltsleer werden.
        Jetzt geht’s in den Garten.
        Mach’s gut
        Klausbernd 🙂

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  4. Lieber Achim,

    Denjenigen, die gerade solche Angst um ihre Freiheit haben, sollte bewusst sein, dass sie ihre Forderung nach Freiheit in dem Moment bestätigt bekommen, indem die Regierung ihnen auch in dieser Zeit, Versammlungsfreiheit ganz im demokratischen Sinn, gewährt.
    Damit könnten sie ja schon etwas beruhigter sein, doch sie sind es nicht. Öffentliche Gegenstimmen braucht eine lebendige Demokratie für Wachstum, eine respektvolle Streitkultur, in der gemeinsam Differenzen, Meinungen getauscht werden, die emotionales Echauffieren nach Möglichkeit zugunsten der Entwicklung von Lösungen vermeidet.
    Verhärtete Ansichten erweichen sich am ehesten mit Transparenz, Offenheit, Sachlichkeit und Klarheit…unsere Regierung bemüht sich gerade, esoterischen oder sonstigen Verschwörungsansichten entgegen zu gehen. Zum Beispiel in Sachen “Impfzwang”.
    Zur Maskenpflicht: Meine Mutter bekommt dahinter nicht gut Luft, darum ist sie mittlerweile agoraphobisch. Zum Doc will sie auch nicht mehr….
    Diese Maske ist jetzt gerade sehr wichtig. Ich gehe sogar noch weiter und wünschte, jede Schnupfennase trüge vorsichtshalber zum Schutz anderer so ein Ding. In Asien geht das.
    Dennoch sehe ich auch die Psychologie hinter dieser Maske und nicht nur meine Augen sind dahinter verunsichert, weil ich es gewohnt bin, in Gesichtern zu lesen, in ihrer Mimik.
    Und dieser kritische Gedanke befürchtet negative Effekte, Missverständnisse oder Kontaktscheu. Früher dachte ich immer nur, ich sei eine Anonyme unter Anonymen. Doch sie lächelten mich oft an oder verrieten mir ihre Stimmung in ihren Mienen. Und ja….das fehlt mir.
    Bleib gesund und liebe Grüße

    Amélie

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    • Liebe Amelie,

      einige Grundrechte wurden uns vorübergehend genommen, auf Basis des Infektionsschutzgesetz (IfSG) Zu dieser Thematik habe ich in anderen Beiträgen bereits Stellung genommen. Die Frage ist ja immer, mit welchen Folgen man es zu tun hat, wenn eine solche Gefahr auf uns kommt. Orakelei kann sich ein Rechtsstaat darüber nicht leisten. Und hinterher mag man immer schlauer sein als vorher (hoffentlich). Zu deinen Sätzen habe ich grundsätzlich keine Einwände aufzubieten, außer dem einen, dass ein Staat sich „allen“ Bürgern verpflichtet sehen muss. Und Einzelfälle nie ausreichend sein“dürfen“, „grundsätzliche“ Entscheidungen obsolet zu machen, will er sich nicht eines „Lobbyismus“ für „wenige“ aussetzen. Alle oder keiner, mit den privaten Schicksalen aller. Das ist nichts weiter als das was Demokratie auch bedeutet: Lass niemanden zurück. Auch diejenigen werden nicht zurückgelassen, die sich dazu entscheiden, von diesem Privileg nichts wissen zu wollen. Auch diejenigen werden im Zweifel behandelt, auch wenn sie sich einer privatimen Freiheit „von“ Behandlungsmaßnahmen unterwerfen. Wenn das Tragen einer Maske uns zukünftig sensibler machte für das Antlitz unserer Mitbürger, so würde ich dieses sehr begrüßen.

      Liebe Grüße

      Achim

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    • Deiner Mutter, Amelie, solltest du zuhören. Eine Maßnahme, die der zu schützenden Personengruppe die Luft abdrückt, ist offenbar nicht geeignet. Auch deine Wahrnehmung, dass die Maske dich verunsichert, solltest du ernst nehmen. Gestern sah ich einen Beitrag eines Wiener Psychiaters, der eindringlich vor den seelischen Folgen der Masken warnt. Im übrigen herrscht sogar unter den Virologen Einigkeit, dass das Maskentragen bestenfalls eine unterstützende, aber keinesfalls eine ausreichende Sicherungsmaßnahme sei. Und dass der falsche Gebrauch der Masken die Infektionsgefahr sogar erhöht. Liebe Grüße Gerda

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      • Liebe Gerda,
        Leider geht es gerade nicht anders andere zu schützen, als sich Mund und Nase zu bedecken und auf ausreichend Abstand zu achten und Hände zu waschen. Die Bilder aus Spanien, aus Frankreich oder Italien, aus den überfüllten Kliniken, in denen die Triage angewandt werden musste, das Massengrab vor New York, verfolgen mich…
        Ja, so ein Mundschutz hat seine Nebenwirkungen und ist wichtig, sie zu kennen, körperlich/seelisch und gegebenfalls Alternativen zu überlegen: zum Beispiel eine Seidenmaske oder einen Plexiglasschutz…
        Das Tragen der Maske dient als Schutz zum Beispiel in Öffis und überall wo Abstand halten, erschwert ist und in Deutschland sieht es im Vergleich zu anderen Ländern noch ganz gut aus.
        Diese Seuche ist so tückisch und im Moment wissen die Wissenschaftler noch nicht genug.
        Doch jeden Tag finden sie etwas Neues heraus und darauf vertraue ich.
        Bitte bleibe gesund und liebe Grüße
        Amélie

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        • Danke, Amelie. Ja, ich bleibe gesund. Und du auch, und deine Mutter auch. Angst habe ich nicht. Masken trage ich dort, wo es gefordert wird, auch wenn ich sie für Blödsinn halte. ich tue es aus Höflichkeit. Mein Leben und Sterben hängt nicht davon ab, ob ich eine Maske trage. Gute Nacht, liebe Fee!

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  5. Nun ist der Kommentar, den ich eben schrieb, versehentlich als Antwort auf einen Kommentar von KlausBernd erschienen, dabei wollte ich eigentlich auf einen Kommentar von Frau Gkazakou antworten. Mein Kommentar befindet sich also leider an der falschen Stelle (irgendwo oben unter deinem der Kommentare von KlausBernd.) Ich hoffe, Frau Gkazakou findet und liest ihn trotzdem.
    Und nochmal auch hier an dieser Stelle:
    Ist es denn wirklich so schwierig, die Dinge und die Menschen ein wenig differenzierter zu betrachten, lieber Achim?
    Nicht jeder, der etwas hinterfragt, ist ein Verschwörungstheoretiker. Und schon gar nicht ein rechter Verschwörungstheoretiker.
    Kritisches Denken und Hinterfragen sind absolut notwendig, gerade heute in diesen schwierigen Zeiten.
    Liebe Grüße, Hannah

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  6. Und noch etwas, lieber Achim:
    Ich hatte in meinen Blog die arte doku „Profiteure der Angst“ hochgeladen und du hattest sie geliked. Hast du sie dir denn angesehen?
    Da geht es doch auch darum, aufzuzeigen, wer von der damals, 2009, ausgerufenen Pandemie profitierte
    und darum, daß es damals durchaus auch Sinn gemacht hätte, die Dinge kritisch zu hinterfragen.
    Ich denke das ist immer wichtig, und ganz besonders jetzt: kritische Fragen zu stellen, genau hinzusehen – und vor allen Dingen: zu differenzieren.
    Liebe Grüße, Hannah

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    • Der Profit ist das Schmiermittel des Kapitalismus. Die Profiteure machen keinen Unterschied zwischen Zeiten der „Angst“ und Zeiten, meinetwegen, der „Euphorie“. Er profitiert von den Lohnbedingen in Ländern der Niedriglöhne. Und trotzdem kaufen wir Handys, Laptops, Kleider etc. Wir dürfen also nicht so tun, als reiche es aus, nur in Zeiten der „Angst“ dieses Modell des „Mehrwerts“ einer Ware zu beklagen. Das ist das, was ich als Doppelmoral beklage. Der Kapitalismus schöpft diesen Mehrwert zu allen Zeiten und in jeder Branche ab. Dazu gehörten all diejenigen, die Klopapier verkaufen, oder Mehl oder die anderen „knappen“ Güter in Zeiten dieser Krise. Ein Handy gehört nicht zu den existentiell lebensnotwendigen Dingen dieser Welt. Man könnte sagen, ein Diabetesmittel, Herzmittel schon eher. Wenn wir der Profitgier des Kapitalismus etwas entgegensetzen wollen, müssen wir unser Konsumverhalten grundsätzlich hinterfragen. Gottlob müssen wir uns wegen eines Impfstoffes nicht gleich verschulden. Wer aber die Märkte regulieren will, der sollte sich gewiss fragen, warum die Gewinne eines Unternehmens privatisiert und die Verluste im Zweifel vergesellschaftet werden, wie in der Finanzkrise geschehen. Wenn wir aber zu jedem und allem Amen sagen (und uns im Zweifelfall verschulden, um an Güter zu kommen, auf die wir gierig schielen), für den sollte es keinen Unterschied geben zwischen der Pharmaindustrie und dem Bankensektor, der Kleiderindustrie oder der Elektronikindustrie (um nur einige Beispiele zu nennen).

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  7. Heine bleibt immer noch aktuell. Irgendwie auch ein Armutszeugnis. Für uns. Als Gesellschaft. Dass ein über 100 Jahre alter Protest noch so gut passt.

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  8. Ich klinke mich hier mal aus. Es gibt hier zwar wirklich lesenswerte Beitrage, aber wenn selbst ein Lob als persoenlicher Angriff aufgefasst wird, dann verkommt die Diskussion. Und das muss ich mir nicht antun.
    Bleibt alle gesund,
    Pit

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    • Lieber Pit,
      Ich hoffe doch, dass du auf diesem Blog weiterhin kommentieren möchtest. Du würdest fehlen, wenn nicht. Ich bin selbst überrascht wie emotional und kontrovers kommentiert wurde, da nehme ich mich nicht aus. Andererseits liegt so mancher Nerv ist in diesen Zeiten blank. Auch das eine unmittelbare Folge der grassierenden Unsicherheit. Bleibt mir bitte gesund, du und Mary.

      Liebe Grüße aus Freiburg nach Fritztown

      Achim

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  9. Guten Morgen,

    Hiermit: „außer dem einen, dass ein Staat sich „allen“ Bürgern verpflichtet sehen muss. Und Einzelfälle nie ausreichend sein“dürfen“, „grundsätzliche“ Entscheidungen obsolet zu machen, will er sich nicht eines „Lobbyismus“ für „wenige“ aussetzen…“
    ….bin ich doch bei Dir….? Hab ich dem irgendwo widersprochen? denn Demokratie funktioniert doch nur, wenn (idealerweise) niemand zurück bleibt…?
    Hier wurde in einigen Kommentaren gestritten. Das macht eine Diskussion erst so richtig wertvoll. Mal Danke für vieles auch für mich Aufschlussreiches oder Lehrreiches. Dieses „semipolitisch“ kann ich mir auch wie so eine Aluhaube überstülpen, dazu stehe ich und studiert habe ich leider auch nicht. Allerdings lese ich gerne Philosophie und Politik und verfüge über eine einigermaßen solide philosophische und politische Halbbildung.
    Hier las ich jetzt viele kluge Ansichten – auch in Gegenmeinungen nickte ich zwischendurch. Alles von Bloggern, deren Blogs ich mag und schätze. Übrigens beobachte auch ich in Kommentaren und Lesermeinungen unter medialen Artikeln eine zunehmende Tendenz zu radikalen oder absoluten Ansichten, ein Hinneigen zu bequem und einfach erscheinenden Schwarzweißtheorien um eigentlich die Angst, die Verunsicherung, das Gefühl einer Atemnot in Sachen demokratischer Freiheit zu erklären. Wie immer in Krisenzeiten hat Moralismus Hochkonjunktur und ein Angriff gerät schnell persönlich. Eine Gegenmeinung in Fürmeinungen zu vertreten, erfordert viel Mut. Mut zum Streiten. Im allerbesten Fall aus einer beweglichen und offenen Position heraus und mit Denkfreiheit und Argumenten drumherum und respektvoll.
    Es ist eine gute und eine wichtige Diskussion.
    Bitte bleibt gesund, danke und liebe Grüße
    Amélie

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    • Liebe Amelie,
      ich kann dir da voll zustimmen. Ich bekomme zwar die deutsche Situation nur am Rande mit, da ich wie Pit ein Expat bin und das seit über 40 Jahren. Es ist ewig her, dass ich in Deutschland war. Deutschland ist für mich nur in den Medien präsent, aber ich sag`´mal, das genügt mir.
      Was ich hier gut finde, dass in den Kommentaren hier keiner ein Blatt vor den Mund nimmt, obwohl ich auf der anderen Seite auch Pit recht gebe und mich hier auch ausschalten werde. Es gibt ja Wichtigeres zu tun, z.B. mich um mein Grundstück zu kümmern.
      Mit lieben Grüßen vom kleinen Dorf am großen Meer
      Klausbernd 🙂

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  10. Lieber Achim,
    ich komme spät und wollte eigentlich erst einmal meins schreiben, aber dann bin ich dem Sog des Kommentarstrang gefolgt.

    Was mir wieder einmal in dieser Diskussion auffällt ist Beharrlichkeit. Diese Haltung macht es für mich immer wieder – und gerade in dieser speziellen Zeit vermehrt – schwer mich auf eine längere Diskussion einzulassen. Ich vermisse das offene Herz oder anders gesagt, erst einmal die Akzeptanz gegenüber einer anderen Meinung. Vertritt man diese, wird man schnell und schneller angefeindet und das behagt mir nicht! Ich bezihe hier alle Diskutierenden mit ein. Emotionen und Halsstarrigkeiten in einer speziellen Meinung bringen uns als Gesellschaft und Gemeinschaft nicht weiter. Meiner Meinung nach liegt es auch an der Schnellligkeit, in der die meisten von uns lesen und dann sofort kommentieren. Dahinter steht meine Frage: wie soll ich mir ein eigenes Urteil bilden, wenn ich sofort alle bejahe oder verneine? Es braucht doch die Momente der Kontemplationen über das Gehörte/Gelesene. Das zur Diskussion an sich, was ja nun letztlich wenig mit deinem Beitrag, nur mit seinen Folgen zu tun hat.
    Dinge und Bestimmungen, Verordnungen sollen hinterfragt werden und jede gegenteilige Meinung vom Mainstream sollte erst einmal gehört werden, ohne sie gleich in Schubladen zu stecken. Nur weil ich gegen Impfpflicht bin – als Beispiel – bin ich keine Verschwörungstheoretikerin – was mir aber auf anderen Kanälen vorgeworfen wurde. Auffallend ist auch, dass kaum gefragt wird, wieso glaubst du dies oder warum vertrittst du diese Haltung, stattdessen wird sofort beurteilt und in vielen Fällen auch ver-urteilt.

    Mir selbst geht es mit den Demos und Veräusserungen so, dass ich zwar auch gegen das eine und andere bin, so bin ich z.B. strikt gegen jegliche Impfpflicht, das sollte jede und jeder selbst entscheiden dürfen und auch jedes Elternpaar gegenüber ihren Kindern, aber deswegen mache ich mich nicht mit rechten Menschen gemein, die gerade massiv diese Skepsis und Unsicherheit für sich zu nutzen wissen. Und genau darin stimme ich absolut mit dir überein, so habe ich deinen Beitrag auch gelesen, gerade auch wegen dem Heine-Zitat.

    Liebe Grüße
    Ulli

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    • kannst du das bitte berichtigen: es muss heißen: (nicht – bitte streichen – danke!) jede gegenteilige Meinung vom Mainstream sollte erst einmal gehört werden, ohne sie gleich in Schubladen zu stecken.
      Danke

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      • Ich kann da nichts berichtigen, liebe Ulli. Das ist allerdings auch gut so, grundsätzlich. Sonst könnte ja jeder Bloginhaber unliebsame Kommentare in seinem Sinne ummodeln. Aber du hast ja ausdrücklich hingewiesen, wie der Satz, auf den du abhebst, zu lesen sei.

        Liebe Grüße

        Achim

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        • Hallo Achim,
          interessant, dass Du in Kommentaren auf Deinem Blog nichts aendern kannst. Bei mir kann ich sowohl meine eigenen nachtraeglich als auch fremde Kommentare jederzeit aendern, loeschen, oder auch nachtraeglich noch als Spam markieren. Ich stimme Dir aber zu: dass man fremde Kommentare aendern kann ist nicht gerade gut – vosichtig ausgedrueckt. Dagegen, dass man sie loeschen oder als Spam markieren kann habe ich weniger. Obwohl ich auch beim Loeschen skeptisch bin. Das habe ich bisher nur einmal getan, als es nur eine Bitte war, dem Blog des Kommentierenden zu folgen.
          Liebe Gruesse, und hab‘ ein feines Wochenende,
          Pit

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      • Liebe Ulli, vergiss das von mir Behauptete in Bezug auf die Änderungsmöglichkeiten deines Kommentars. Es funktioniert tatsächlich, Pits Hinweis hat mich nochmals nachschauen lassen. Ich habe deinen Kommentar nun in deinem Sinne geändert.

        Liebe Grüße

        Achim

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    • Liebe Ulli, danke für deinen Kommentar. Es wird um Haltungen gerungen, ich finde der Begriff Halsstarrigkeit umschreibt dieses Ringen nicht treffend. Es geht aus der Sicht jedes Diskutanten in diesem Kommentarstrang um die guten Gründe, die er für für seine Haltung für sich beansprucht. Ob die Gründe einer Geisteshaltung mehr oder weniger gut sind, das lässt sich erst im Nachhinein dieser Krise fair beurteilen. Emotionen sind in einer Auseinandersetzung menschlich. Sie kommen immer auf, wenn man sich fragt, warum in Gottes Namen der Andere anderer Meinung ist, kann er denn nicht sehen, dass meine Gründe der Situation angemessener sind als die seinen? Solange die Emotion den anderen nicht abwertet, ihn verunglimpft, ihn beleidigt oder gar mit Hass überzieht, sind sie lässlich und für mich nicht weiter hinderlich, um Diskussionen fortzusetzen. Emotionen auf diese Art gedacht, können Diskussionen auch befeuern , weil sie erkennen lassen, wie betroffen man ist in Zeiten solcher Krisen, denen wir nicht kalt, unbeteiligt und schnöde räsonierend entgegentreten. In meinem Beitrag geht es in der Hauptsache um ein Paradox der Wahrnehmung:
      Just im Moment der zunehmenden Lockerungen der Maßnahmen, wird in bewilligten Versammlungen und Demonstrationen von der endgültigen Abschaffung dieses Grundrechts und anderer geredet. Und vom Polizeistaat, nur weil Polizisten darüber zu wachen haben, dass der notwendige Abstand voneinander gewahrt bleibt. Die Freizügigkeit kehrt peu a peu wieder zurück. Und trotzdem beharren viele darauf, dass man sie ihnen dauerhaft schon immer nehmen wollte und noch immer nimmt.

      Nur nebenbei: Auch ich spreche mich bezüglich dieses Virus gegen eine Impfpflicht aus, aber ich muss mich impfen lassen, wegen meines ruinierten Immunsystems. Für mich, der auch in Zukunft einschränkungslos sich bewegen und vor allem reisen will, gehört eine Impfung zur Grundausstattung meiner Freizügigkeit.

      Liebe Grüße

      Achim

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      • Ich danke dir Achim, dass du dir die Zeit genommen hast nocheinmal sehr ausführlich auf meinen Kommentar einzugehen.
        Ich bezog mich in einer meiner Kritik an der Form der Diskussion tatsächlich nur auf die Anfeindungen zwischen Gerda und anderen – das hätte ich wohl deutlicher ausdrücken müssen. In allem anderen kann ich dir nur zustimmen! Auch ich habe nichts dagegen, wenn es einmal heftiger/emotionaler wird.

        Dein „nebenbei“ – das ist die Freiheit, die ich meine. Du hast Gründe dich impfen zu lassen und vielleicht werde ich dies auch tun, ich würde mich auch gegen Malaria impfen lassen, würde ich in Malariagebiete reisen wollen – ich möchte nur nicht gezwungen werden.

        Liebe Grüße
        Ulli

        Gefällt 2 Personen

  11. Ein bisschen schwierig finde ich es hier, Kommentarstränge gerade auch nachträglich zu verfolgen.
    Ich hatte mir anfangs gemerkt, auf welcher Zahl der Zähler der Kommentare stand, um dann bei Wiederkehr nach dem Plus zu suchen, also dem Mehr an Kommentaren. Nicht so einfach!
    Das aber nur nebenbei als Anmerkung.

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