Message from the quarantine 14


Faucht mich heute morgen auf dem Weg zum Lebensmittelhändler meines Vertrauens eine Passantin an. Ihr Anlass, mein Tragen dieses T-Shirts:

Das auf dem Shirt Gedruckte demonstriere ja wohl eine nicht zu verantwortende Art von Todesmut in diesen gefährlichen Zeiten. Ob ich wohl herzlos damit herumstreife, mich zur Gefahr aller machend? In gebührendem Abstand zu ihr erzählte ich von meinem ruinierten Immunsystem, und dass ich damit gewiss nicht in selbstmörderischer, noch mörderischer Absicht unterwegs sei. Und dass ich ansonsten in Quarantäne lebe. Das Tragen dies Shirts soll sie bitte für das nehmen was es ist: Den Ausdruck meiner Verehrung Emily Brontës und ihrer Poesie. Sie war es damit zufrieden und ging ihres Weges. Merkwürdige Zeiten das.

Kategorien:Allgemein

5 Kommentare

  1. Merk-würdig sind doch alle Zeiten auf ihre ganz eigene Art, lieber Wertester. Ihre heutige Begegnung erzählt vom Blockwartwesen, der uns Menschen innewohnt. Und wie oft wir unnötig im Angriff die bessere Verteidigung suchen. Ihre Reaktion war bonfortionös, einfach die andere Version darstellen und gut. Das angebliche Problem da lassen, wo es scheinbar für jemanden besteht.

    Ihnen meine herzlichsten Grüße und passen Sie weiter gut auf sich auf.
    Alles Liebe, Ihre Käthe Knobloch

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    • Liebste Werteste,
      es war dies eine Begegnung der etwas anderen Art. Mehr als nur zu schildern, warum ich das trug was ich trug, und angesichts der kursierenden Angst, schien mir jeder Wink mit dem Zaunpfahl völlig unangebracht. Mir wurde aber einmal klar dass unsere Freiheit immer auch die Freiheit der Anderen mitzudenken hat.

      Erlauchteste Grüße

      Ihr A.

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      • Und genau das ist die große Kunst, liebster Wertester. Die Freiheit der anderen mitzudenken. Die Definitionen der Freiheit sind so verschieden, wie wir Menschen sind.

        Ich nehme mir nun die angenehme Freiheit, zu einem anderen Silbenaustausch mit Ihnen zu schweifen, denn da geht es genau darum~~~

        Oh, zeitgleich ein weiteres Silbenglück, ich sehe, wir sind ganz nah soeben.
        Bis gleich und sowieso immer die Ihre.

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  2. Lieber Achim,
    Gerade überlege ich, was ich besagter Dame wohl geantwortet hätte, denn sie fühlte sich ganz offensichtlich in ihrer Angst vor Ansteckung ertappt und witterte Zynismus. Honi soit qui mal y pense- ein Schelm der Schlechtes dabei denkt, kann niemand sein, der einer Dichterin Platz für ihre mutigen Worte auf seiner Brust schenkt.
    Es ist gut, denn das Shirt tut genau was es soll: es macht aufmerksam. Du bist eine mit Liebe an Dein Herz vermietete freilaufende Werbefläche für eine geniale Künstlerin.
    Bitte pass gut auf Dein Abwehrsystem auf.
    Emily braucht Dich und dieses Shirt.
    Liebe Grüße,
    Amélie

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  3. Liebste Amélie,
    Ich werde die Litfaßsäulen weiter aufstocke. Emily wird ihre Schwestern und Brüder finden und nicht mutterseelenallein auf den Straßen meiner Stadt wandeln müssen 🙂 An mein Herz vermietet, das hast du wunderschön formuliert und schon pocht es wieder für die geheimnisvollste Liebste, die mir in der Literatur jemals wiederfuhr.

    Meine Abwehrkräfte halten. Das ist natürlich zuvorderst meiner Quarantäne geschuldet. Allerdings lockere ich sie gerade ein wenig und genieße den nahen Wald, die Frühlingssonne und die Stille dort.

    Herzliche Grüße an dich
    Und bleibe gesund und fidel

    Achim

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