Dublin – Howth Peninsula


„Ich hab gedacht na schön er so gut wie jeder andere und hab ihn mit den Augen gebeten er soll doch nochmal fragen ja und dann hat er mich gefragt ob ich will ja sag ja meine Bergblume und ich hab ihm zuerst die Arme um den Hals gelegt und ihn zu mir niedergezogen daß er meine Brüste  fühlen konnte wie sie dufteten ja und das Herz ging ihm wie verrückt und ich hab ja gesagt ja ich will Ja.”

„I thought well as well him as another and then I asked him with my eyes to ask again yes and then he asked me would I yes to say yes my mountain flower and first I put my arms around him yes and drew him down to me so he could feel my breasts all perfume yes and his heart was going like mad and yes I said yes I will Yes.“

(Molly Bloom’s letzte Monolog-Sätze am Ende von J. Joyce’s Ulysses)

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All pictures ©Achim Spengler

For my foreign blog vistors, you’ll find an english translation of the follwing texts right after the german ones.

Der Dichter William Butler Yeats lebte einige Jahre mit seiner Familie in Howth als er 15 Jahre alt war. Die Familie zog 1881 in das oben angedeutete Klippenhaus (eine Plakette erinnert daran, siehe oben). Das Dorf war zu dieser Zeit eine kleine und windgepeitschte Fischergemeinde, und es war auch, wenn man den Worten des aufstrebenden Dichters glauben schenken will, voller Geister. In seinem Aufsatz mit dem Titel „Village Ghosts“, der 1893 in The Celtic Twilight veröffentlicht wurde, berichtete Yeats akribisch über die Howth-Geister. Da waren unter anderen die harmlose Mrs. Stewart, der bösartige Captain Burney, die Frau mit der weißen Kappe am Friedhof, die kopflose Person am Kai und vor allem the devil himself, der ihm angeblich in der Form einer weißen Katze begegnete. In seiner 1916 veröffentlichten Abhandlung „Reveries over Childhood and Youth“ beschrieb er das nächtliche Schlafen „zwischen den Rhododendren und Felsen in der der Nähe von Howth Castle.

The poet William Butler Yeats lived with his family in Howth for a few years when he was 15 years old. The family moved to the cliff house indicated above in 1881 (a plaque reminds of it, see above). At that time the village was a small and windswept fishing community, and it was also full of ghosts, if you want to believe the words of the aspiring poet. In his essay entitled „Village Ghosts“, published in The Celtic Twilight in 1893, Yeats meticulously reported on the Howth spirits. There were, among others, the harmless Mrs. Stewart, the malicious Captain Burney, the woman with the white cap at the cemetery, the headless person at the quay and, above all, the devil himself, who allegedly met him in the shape of a white cat. In his 1916 paper, „Reveries over Childhood and Youth,“ he described nightly sleep „between the rhododendrons and rocks near Howth Castle.

Furthermore, in his 1890 published book Irish Fairies, he discussed the „ghosts“ of Howth: „At Howth, for instance, ten miles from Dublin, there is a ‘fairies path’, whereon a great colony of otherworld creatures travel nightly from the hill to the sea and home again. There is also a field that ever since a cholera shed stood there for a few months, has broken out in fairies and evil spirits.“

Am 26.Juli 1914 landeten Erskine Childers und seine Frau Molly mit der der Yacht Asgard in Howth an. An Bord: über 900 Mauser Gewehre für die Irish Volunteers. Diese Waffen wurden 2 Jahre später im Osteraufstand von 1916 gegen die britischen Streitkräfte eingesetzt. Insofern spielte Howth die erste Schlüsselrolle im Unabhängigkeitsbestreben Irlands. Eine Gedenktafel am Ende des East Pier, neben dem alten Leuchtturm im Hafen Howths, erinnert an die Landung. Die Asgard ist in den Collins-Barracks in Dublin ausgestellt und allemal einen Besuch wert. Erskine Childers ist der einen oder dem anderen vielleicht als Autor des Thrillers Das Rätsel der Sandbank bekannt.

On July 26, 1914, Erskine Childers and his wife Molly landed in Howth on the Asgard yacht. On board: over 900 Mauser rifles for the Irish Volunteers. These weapons were used against the British armed forces two years later in the 1916 Easter Rising. In this respect, Howth played the first key role in Ireland’s independence movement. A plaque at the end of the East Pier, next to the old lighthouse in Howths Harbor, commemorates the landing. The Asgard is exhibited in the Collins Barracks in Dublin and is always worth a visit. Erskine Childers may be known to one or the other as the author of the thriller The Riddle of the Sandbar.

 

In James Joyce Ulysses spricht am Ende Molly Bloom ihren Monolog. Darin nimmt sie Bezug auf den Heiratsantrag ihres Gatten Leopold Bloom. Den Antrag machte er ihr auf Howth. Wie man dem Zitat ganz oben im Beitrag entnehmen kann, hat sie diesem sehr inbrünstig stattgegeben.

At the very end of J. Joyce’s Ulysses, Molly Bloom speaks her monologue. In it, she refers to her husband Leopold’s marriage proposal. He made that request to her at Howth. As you can read from the quote at the very top of this post she had fervently accepted it.

 

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8 Kommentare

  1. Lieber Achim, es ist immer wieder eine große Freude mit dir durch England oder jetzt Irland spazieren zu dürfen und dabei den Spuren der Zeit, den Worten der Dichter*innen zu lauschen. Eine Freude für Augen und Geist.
    Herzensdank und -gruß
    Ulli

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  2. Lieber Achim,
    danke fuer die Anregung hier. Mal sehen: eigentlih sollten wir Howth ja besuchen koennen, wenn wir im Mai in Irland sind. Wenn ich die Karte richtig gesehen habe, koennten wir von unserer ersten Unterkunft in Dun Lagoaire ja fast hinspucken.
    Liebe Gruesse,
    Pit

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  3. … hab eben nur den Text überflogen und mich außerordentlich über Yeats Spuren in Deinem Blog gefreut, sehr schöne Bilder und Danke fürs Mitnehmen auf die Insel.

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  4. Karge Halbinsel, aber zauberschön gelegen, mit feiner poetischer Vergangenheit…
    LG vom Lu

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  5. Mollys Monolog habe ich auch auf meinem Blog und auch Yeats, den ich sehr verehre. Jetzt finde ich bei Dir den Ort bebildert, an dem er auch heimisch war. In meinem Band Dichter und ihre Häuser ist nur der von Yeats in Thoor Ballyelee zu sehen.
    Ich freue mich schon auf weitere Augenreisen bei Dir und Rentnerdasein ist etwas Wunderschönes, wenn das Älterwerden nicht wäre -:)))
    Habe Dank für Deine Zeit, die Du auch für uns investierst und sei fröhlich gegrüßt vom Dach in Hanau, Karin

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