Modern Ophelia


Als dich Baumwuchs überwuchs,
das Rosenbeet, das dich nicht barg,
Wasser deinen Hals hinunterrinnt, ein Schal,
der sich vollsaugt, dich hinunterdrückt zu den Murmeln,
dem Moos, den kleinsten Blütenlarven.

Staub legte sich gemäßigt, weise, in deinen Staub,
am Fluß, der dein Grab im Strudel unter sich begrub.

Du hattest getrunken, hieß es später, von der Anmut,
dem Schatten junger Mädchenblüte, dem Gift
der Umkehrschlüsse:

Lächeln als schüchternste Einladung
zu Weiterem,
und Zorn als Camouflage
der Liebe.

Darüber Mißtrauen anzustimmen sei legitim, in etwa
so:

Zorn ist eine lässliche Note,
nur falsch gespielt.

(© Achim Spengler 2019)

Kategorien:Allgemein, LyrikSchlagwörter:, ,

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