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Allegorie


Süden.

Der sengende Atem der Dürre. Steine, klafterweise aufgetürmt in den Brunnen, jenen durstspendenden Kathedralen. Lecken Kühe am Rost der Elektrozäune bis zum Wahnsinn in ihren gellenden Augen. Irren Geister, geheftet an  siechende   Körperstriche, taumelnd wie Träume von fetten Weiden und der peitschenden Fratze eines belgischen Königs. Werfen sie Zutaten in die Luft, fangen sie Hunger,  die ersatzlos gestrichene, nichtsaldierte fruchtbare Erde.

Westen.

Der Wind säuselt von Kartätschen der Kredite,  der exekutierten Barmherzigkeit. In der Klausur des philosophischen Räsonnements forscht  sie im Schoß der unschuldigen Hände nach ihrer ethischen Grundierung, ihrer Wahrheit. Ius naturale. Die universelle Moral ist genug durchdacht, um dem Leben unbedacht beim Sterben zuzusehen. Werfen sie Zutaten in die Luft, fangen sie den honigsüßen Durchfluss  und das verfettete Herz.

(© Achim Spengler, 2019)

 

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Kategorien:Allgemein, Lyrik

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