Kleine Fluchten

Ich werde immer wieder einmal gefragt, warum ich nicht verheiratet bin.  Gute Frage, nächste Frage. Eine Antwort fällt mir schwer. Nicht schwer, weil ich aus einem Füllhorn von Gründen den stichhaltigsten  benennnen müsste, um die Frage zur vollsten Zufriedenheit zu beantworten. Dabei handet es sich natürlich um meine eigene Zufriedenheit,  die aufkäme, wenn es mir… Weiterlesen

Notate 19 – Hikikomori

Als Hikikomori bezeichnet das japanische Gesundheitsministerium Menschen, die sich freiwillig in ihrer Wohnung oder ihrem Zimmer einschließen und den Kontakt zur Gesellschaft auf ein Minimum reduzieren. Der Begriff bezieht sich sowohl auf das soziologische Phänomen als auch auf die Betroffenen selbst, bei denen die Merkmale sehr unterschiedlich ausgeprägt sein können. Byung-Chul-Han verwendet den Begriff digitaler Hikikomori … Weiterlesen

Colm Tóibín – Nora Webster

Es gibt Sätze, die sich der Welt enthalten, weil sie selbst eine Welt sind. Niemand ist verantwortlich für die ganze Welt, aber jeder dafür, wie seine Welt genesen kann, wenn sie in Trümmern liegt, verantwortlich ist dafür, dass sie Neues bereithält. So dass aus der genauen Betrachtung der individuellen Welt ein Verständnis entstehen kann für… Weiterlesen

Kollegah und Kollegen – Der absolute Nullpunkt des Rap

Wir sollten schon wissen, mit welchen Texthirnrissen sich aufgepumpte Sexisten und Rassisten  in den (Echo)-Charts breitmachen. Was die geistige Textschwindsucht betrifft, die angeblich der Kategorie des Battle Rap zugehörig ist, sollten sich die beiden Nachhilfe bei EMINƎM holen. Untenstehender Text lässt sich nur mit  von Anabolika verschnittenem Testosteron erklären. Eine Blut-Hirn-Schranke* scheint es bei den… Weiterlesen

Fangzähne der Nacht

  Der hässliche Wärter am Brückenende, er tändelt mit dir. Er zeigt dir das Rosenbeet zwischen den Gleisen. Er lächelt dir zu. Dass seine Zähne dich schmerzen kümmert ihn nicht. Am Ende der Zeit packt er die Gunst der Liebe an deinem Schopf. Wirst du in Lüften schlafen? Die weiße Krähe am oberen Holm des… Weiterlesen

Notate 18 – Ostern- Nachklang

  Die sakrale Chormusik frisst sich durch meine Gewissheiten. Als gäbe es etwas jenseits meiner eingeübten naturalistischen Haltung, nach der alles Natürliche und Geistige sich aus der Natur als ihrem einzigen Weltgrund erklären ließe. Man muss der Kirche lassen, was ihrer ist. Sie versteht es, Seelenqual und Trauer mit grandiosem musikalischen Ausdruck  gegen das erbärmliche… Weiterlesen