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Notate 16 – Gott – Schwarze Löcher – Moral


Es gibt keine gewichtigeren Beweise für die Nicht-Existenz Gottes als die Barbarei derer, die ihm huldigen. Andererseits ist es kein Beweis für seine Existenz, sollte sich jemand aufmachen und dieser Barbarei ein Ende machen. Im Übrigen wird Gott selbst froh sein, nicht zu existieren, denn wer will sich schon mit der Barbarei gleichgesetzt sehen. Anstatt über Gott nachzudenken, sollten wir konstatieren, dass wir uns moralisch und auf einen  Sinn bezogen immer mehr in die Richtung eines schwarzen Lochs bewegen. An seinen Rändern herrschen physikalische Bedingungen, die die Zeit aufheben, in der ein Sinn aufscheinen könnte, und wo ein Ort aufgehoben ist, in dem Moral sich vollziehen könnte. Insofern leben wir wirklich in gottlosen Zeiten. Nach Kant ist die moralische Vernunft Gottes nicht beweisbar. Sie liegt außerhalb unserer Erkenntnis. Das Böse und das Leid können jedoch nicht weg erklärt werden. Auch sei es unzureichend und gar widerwärtig, dies zu versuchen. Kant sagt, es sei besser Hiobs Haltung einzunehmen und sich ohne Erkenntnis der Moral zu unterwerfen. Natürlich meinte er die göttliche Moral. Wir müssen uns an  einer von Menschen gemachten Moral orientieren.

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Kategorien:Allgemein, Gedanken, Moral, Notate, ReligionSchlagwörter:, , , ,

7 Kommentare

  1. Ob Gott existiert oder nicht ist keine Sache der Wissenschaft, sondern des Glaubens.
    Was wäre das für ein armseliger Gott, wenn wir ihn begreifen, verstehen oder beweisen könnten.

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    • Der Glaube selbst kommt ohne inhärentes Begreifenwollen, Verstehenwollen und mit den daraus ableitbaren Beweisansprüchen ja überhaupt nicht aus. Er will ja gerade nicht beliebig sein, andere Götter als den monotheistischen anbeten, sich dem Heidenglauben wieder annähern, etcpp.
      Das ist der erste Grundirrtum der Gläubigen, die so tun, als käme Gott über sie. Gott kommt bestenfalls aus ihnen, vermittelt übrigens von Menschenpropheten. Gott ist ein Konstrukt. Der Pfeil des Glaubens wird in Richtung Gott abgeschossen und nicht umgekehrt.

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  2. Vielleicht steckt Gott in einem großen schwarzen Loch?!

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  3. Moral ist immer von Menschen gemacht. Auch die Zehn Gebote, wie man schon an der Bibel ablesen kann: Hunderte von Gesetzen und Vorschriften, die das halbnomadische Leben im Nahen Osten vor 3000 Jahren schützen sollten (2.-5. Bücher Mose) wurden geronnen zu den „Zehn Geboten“ (zehn, weil man sie an den Fingern abzählen konnte). Und um denen große Autorität zu verleihen, erzählte man sich die Geschichte von Mose und dem Berg Sinai.
    Kant machte es auch so: Er erarbeitete mit seiner Logik den kategorischen Imperativ und hielt ihn für „göttliche Moral“ – nicht ganz falsch, wenn man bedenkt, wie er in Variationen in fast allen Religionen und nichtreligiösen Ethiken als Grundlage formuliert wird.
    Göttliche Ethik, göttliche Moral ist immer ein Postulat.

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  4. ‚Es gibt keine gewichtigeren Beweise für die Nicht-Existenz Gottes als die Barbarei derer, die ihm huldigen.‘

    Damit ist für mich alles gesagt, obwohl ich natürlich mit Vergnügen weiterlas wie Du Dir Gott zur Brust nimmst. Es gibt keinen Weg zu ihm es sei denn man will ihn. Das erfordert eine Idee von Gott und bei Kant war sie ein Ausrufezeichen, weil er erkannte, dass die Leute alle viel zu beschäftigt mit sich selbst waren um sowas Unbegreifliches wie Gott überhaupt beachten zu können. Religionen sind Systeme und jedes System ist irgendwo dogmatisch und zwingt zu Konformität im Denken und Handeln. Leid und Gewalt entstehen aus dem Unvermögen differenziert zu denken und der Gier daran mehr sein zu wollen als andere. Es geht um Macht, um Hierarchie und das ist konkurrenzverseuchtes Rudeldenken. Ein schwarzes Loch weiß nicht was es tut, jedenfalls habe ich noch nirgendwo gelesen, dass sie intelligent sind, nur eben verfressen ohne Ende, gigantische Schlünder des Alls. Der Mensch kann wissen was er tut, wenn er sein Maul auftut, Reden wie Fressen. Von den Bibelbüchern erschließt sich mir Hiob am besten. Dass Kant ihn auch so cool fand, wusste ich (wieder mal) gar nicht, doch wundert mich irgendwie auch nicht.
    Einen lieben Gruß,
    Stefanie

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