Das Gleichgewicht der Kolibris

Du sinkst aus dem arglosen Licht. Aus meinem schwerelosen Tag, dem   streunenden Wohlergehen und dem gleichmäßigen Atem der Stille. Du ernährst mich mit  fadenscheinigen Zeiten, die zu Brosamen zerfallen, unbesungenen Liedern. Du hältst mein Gedächtnis unter Kuratel. Es bemüht sich redlich, dich zu beschweren. Wie einen Brief, aus dem man erregt zitieren möchte, als sei man der gemeinte Empfänger, das Opfer der lauernden Ungeduld. Meinem Andenken bindest du Kränze der Unaufmerksamkeit. Das umschlagende Meer besuche ich nun ohne deine Depeschen, die mich bitten, gelassen zu sein, wenn am Abend die Dünen aus ihren Verstecken kriechen und die Kälte der fallenden Sonne mich wärmt. Ich habe jetzt alles vergiftete Recht dort zu sein, wo du nicht bist. Wenn deine Worte fehlen, plündere ich Bibliotheken. Ich fälsche Sinfonien, wenn deine Stimme anhebt zu schweigen. Unheil schenkst du mir, eine Rezeptur so bitter, dass das flirrende Gleichgewicht der Kolibris taumelt.

 

 

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20 Kommentare zu „Das Gleichgewicht der Kolibris“

  1. Schließe mich meiner Vorrednerin an: stark!
    Liebe Grüße von der nun ins Taumeln geratenen Fee. Puh…uff, ordentlich Turbulenzen hier und diese Luftlöcher.
    Hurtig weiter fliegende Sonntagsgrüße✨

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      1. Och…Schmetterlinge finden Taumeln toll, weil sie wissen, dass sie keine Kolibris sind. Einem Schmetterling mit Flugangst ein taumelndes Stoßgebet schreiben, das wäre doch mal was…
        Guten Morgen auch für Dich

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          1. ..:oh, hast Du es gut! ich liebe es zu Fliegen, habe null Angst davor. Irgendwann…fliege ich auch nach Dublin.
            Und wenn Fliegen zu teuer ist, fahre ich eben mit dem Fahrrad.
            Brauchst Du noch eine antike Mini- Bibel mit Stoßgebeten im handlichen Pocketformat fürs Handgepäck? Sie ist so winzigklein, du könntest sie dir glatt hinters Ohr stecken.

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            1. In Dublin gibt es das „Book of Kells“ zu sehen. Eine illustrierte Handschrift aus dem 8 Jahrhundert nach Christus. Darin, die vier Evangelien und vieles Wunderbare mehr an Abbildungen. Im Übrigen auch Weltkulturerbe. Das hätte ich wirklich gerne im Pocketformat in meinem persönlichen Besitz.

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              1. …Faszinierend! Bestimmt ist der Raum speziell klimatisiert, damit das kostbare Papier vor Verfall geschützt ist…darf man so etwas Ururaltes überhaupt berühren? Bestimmt nicht und wenn überhaupt, dann mit feinen weißen Baumwollhandschuhen. Ich habe so welche für meine alten Schätzchen.
                Doch würdest Du Dein Wohnzimmer gern nach einer alten Bibelschrift in einer riesigen Panzerglasvitrinenhumidor anpassen wollen…?
                Protect you from what you want- it could come true…;o)

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