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Notate 2


Im Zug zur Arbeit, Raucherabteil, damals.  Auf der Ablage ein gemaltes Herz und daneben: Lieben, das ist es. Und darunter: ok! Dabei dachte ich: Ich schleppe mich durch dieses Leben wie ein Schlafwandler, und bin glücklich.

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Das Haiku: die unendliche dichte Masse vor dem Urknall der Literatur; vielleicht ist es das Begehren von Literatur, in eins zu fallen mit dem, was sie bedeutet, auf engstem Raum, auf die kürzest mögliche Zeit berechnet; die Kondensation zu reiner Bedeutung, die mit dem NICHTS identisch ist.

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Ich wurde gefragt, was ich von deutscher Literatur halte. Ich sagte, dass sie sich die deutsche Welt einverleibt, sie nicht mehr hergibt, nicht mehr ausspuckt, nicht wieder ins Leben entlässt. Dass sie sich in sie verbeißt.

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Pierre Bourdieu hat in einer soziologischen Studie über die Banlieues von Paris („La misère du monde“) die Frage gestellt, woran die dort lebenden Menschen leiden. Mich ekelt diese Frage (und tue damit Bourdieu und den Mitarbeitern bei dieser Studie bitter Unrecht), weil  es eine Differenz gibt zwischen Leid und Leid. Der anzuwendende Umfang von Gewalt zu seiner  Linderung ist ein gültiger Maßstab bei der „Taxierung“ von Leid. Ein Blick nach dem Sudan oder nach dem Jemen sollte jedem Klarheit darüber verschaffen.

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