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Mahnmal Flüchtlinge Lampedusa
Mahnmal Flüchtlinge Lampedusa

 

Das Meer ist die Enge, in die man stirbt.
Untiefen, die vom versinkenden Mund
ein ungläubiges Raunen rauben, finalen Zorn, ureigen und satt.

Die Stille, die Cellobögen schaffen,
wenn sie die Zärtlichkeit des Streiches neu erfinden.
Worüber nun ein lustiger Tag am Meer urteilt,
henkt und in enger Luft vergeht.

Erzähle vom Riss,  der uns spaltet,
vom erbarmungslosen Nicht-Verständnis,
vom regellosen Hass in exekutierten Gesprächen,
von westlicher Raffinesse der Raffgier
und von der satten Selbstverständlichkeit des Wohlergehens.

Riss, der uns zerrissen wähnt,
weil der Fremde zur Pietà zwingt, der wir uns nicht fügen.
Wir sind das kalte Sentiment,
in Erz geschlagen, grausam, ganz aus Glas.
Die Via Dolorosa auf feigem Rückzug in ein schattigeres Hinterland.
Übers Meer gekommen, fließt euch ein Blick schon von Rauch zu,
aus dem man Todesfugen macht.

© Achim Spengler

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