Brexit


Nigel Farage

Nigel Farage

Das sind die Gesichter , die die Zukunft von Generationen auf dem Schafott des populistischen Revanchismus meuchelten. Die vom Independance Day schwafelten und der Weltoffenheit den Garaus machen. Die den eminenten Beitrag des Landes zur Wahrung des kontinentalen Friedens aufkündigten.
Das sind die Gesichter,  die von nationaler Unabhängigkeit faselten und Fremdenfeindlichkeit meinen. Die in den Exklaven ihrer Schrebergärten einen Traum von grandioser Vergangenheit träumen, einer Vergangenheit, die so tot ist wie sie es selbst bald sein werden. Die einen Sieg errungen haben, ohne eine einzige Kugel abfeuern zu müssen.  Mit Ausnahme natürlich der Kugel, die Remain Befürworterin Jo Cox traf, aber hey, mit Kollateralschäden ist in solch heftiger Gemengelage immer zu rechnen.
Steht zu hoffen, dass das Mutterland der parlamentarischen Demokratie in der Hitze des Gefechts sich nicht genötigt fühlt, zu den Waffen zu greifen, um seinen geografischen und politischen Zerfall aufzuhalten.

 

Kategorien:Allgemein, Gedanken, PolitischesSchlagwörter: , , ,

30 comments

  1. Hallo Achim,
    ob er wohl weiß, das er mit einem IPA ein Bier trinkt, das ursprünglich nicht für Großbritannien, sondern dem Export nach Indien bestimmt war?
    Hab’s fein,
    Pit

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  2. I don’t understand your post, but I hope you are not judging us all on that man!

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  3. Ein wenig Angst macht mir dein letzter Satz, Achim, alles andere sind Gedanken, die in vielen Köpfen herum gehen auch in meinem, aber ich habe verdrängt, dass genau so Kriege beginnen. Gut, dass du nochmal darauf hingewiesen hast.

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    • Wenn die Gegengewichte hegemonialer nationaler Bestrebungen sich peu à peu von der europäisch-politischen Bühne verabschieden, so macht mir das Sorgen. Wir haben längst vergessen, dass der Frieden auf dem europäischen Kontinent von fragiler Qualität ist. Das Aufbegehren nationaler Egoismen, die Versammlung um die Herde völkischen Gedankenguts, das ist die Situation, vor der ich höllische Angst habe. Es kommt ein Wind auf und wir wissen nicht, wohin er uns weht.

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      • Verzeihen Sie mir mein loses Mundwerk an dieser Stelle, doch ist es nicht viel wichtiger einzuschätzen, woher der Wind weht, mein hochgeschätzter Achim? Haben wir keinen Mumm mehr in der Hose, oder wie bei mir im Rocke; uns entgegenzustemmen? Ich hoffe doch…

        Ihnen keineswegs entgegen- sondern zugeneigte Grüße, Ihre Käthe Knobloch.

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        • Ich glaube schon zu wissen, woher der Wind weht, werteste Frau Knobloch. Das Groteske an der Sache ist, dass die ökonomische Krise, die Großbritannien jetzt erleben wird, abschreckend wirken wird auf das ganze populistische Geschmeiß und Pack in den Stammländern der europäischen Gemeinschaft. Das ist so wie in der Homöopathie, als hätte die unsichtbare Hand eines Arztes den Impfstoff mit Namen „desaströser wirtschaftlicher Abschwung“ angewendet. Das würde bedeuten, dass die Erfahrungen der Briten andere Staaten mittelfristig von weiteren Austrittsbemühungen abhalten könnte. Schreckliche Zeiten, wenn man den Teufel nur mit dem Beelzebub austreiben kann.

          Ihnen wie stets vorbehaltlos zugeneigt

          Ihr A. S

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          • Wem, wenn nicht Ihnen unterstelle ich bessere Kenntnis der Gemengelage, mein lieber Achim, darum mein loser Einwurf. Ich bin ja hoffnungsvoll naiv in dieser ursprünglichen Wortbedeutung und sehe Fitzelchen vom Guten im Schlechten. Die Zeiten sind immer so schrecklich, wie wir sie betrachten und unser Wohlstand immens kostbar. Darum ist es wohl für viele so einfach, den einfach formulierenden populistischen Predigern zu folgen. Die eigene Denkapparatur verrostet dabei.

            Ihnen die unrostigsten Grüße, Ihre Frau Käthe, denkbemüht.

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      • Ich denke auch, dass wir vergessen haben, was für ein Glück wir haben, in Friedenzeiten zu leben. Wir sind noch die Enkelgeneration im zweiten Weltkrieg, aber auch unser Leben ist nun schon im letzten drittel angelangt. Die Schrecken verblassen, Sohn ist zu klein gewesen, um noch einen Eindruck von den Erzählungen seiner Urgroßmutter vom Krieg zu haben. Mir haben sich ihre Erzählungen eingebrannt und ich sehe den gesamten Straßenzug um das Berliner Charlottenburger Rathaus brennen und spüre die Hitze, die vom Feuer ausgeht nur aus den Berichten meiner Großmutter. Ich hoffe, wir und die nächsten Generationen müssen den Krieg nicht persönlich erleben. Aber ich habe auch Angst davor!
        Trotz aller schwarzer Gedanken einen schönen Sonntag von Susanne

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        • Ich habe den Krieg nicht erlebt. Was ich erlebt habe und was sich in mich eingebrannt und danach nie mehr losgelassen hat: Ich war 9 Jahre alt, als in der Großfamilie das erste Fernsehgerät angeschafft wurde. ich saß einmal alleine davor und geriet in eine Sendung über Auschwitz. Ich sah die Leichenberge, die von Planierraupen in Massengräber geschoben wurden und die lachenden Gesichter der darumstehenden SS-Schergen. Einer meiner beiden Onkel und später mein Vater haben mir dann die Geschichte der Konzentrationslager erzählt, so gut sie es konnten. Damals begannen wohl die Prägungen meiner politischen Präferenzen und immer geblieben ist die Angst, dass sich dieser Teil unserer Geschichte wiederholen könnte.

          Liebe Grüße

          Achim

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          • Ich denke, das sind Erinnerungen, die man nie vergisst. Genau das meine ich, die neue Generation hat keinen Bezug mehr zu diesen Erinnerungen nahe am Geschehen. Meinst du nicht, dass es da einen Unterschied gibt?
            Liebe Grüße von Susanne

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  4. Ich fühle mit dir und mir ist Angst und Bange, gerade eben jetzt und hier … neben meinem Kopfschütteln und meinem Unmut.
    herzliche Grüsse ins Tal an dich
    Ulli

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  5. Vielen Dank für deinen Post Achim. Ich bin auch total traurig, dass das Referendum so ausgegangen ist und immer noch fassungslos. Entsetzt bin ich auch über die Brüsseler EU Verantwortlichen, die sich nun Gedanken und Sorgen machen über wirtschaftliche Konsequenzen aber nur wenige Worte über den Verlust von Zusammenhalt, Solidarität und in letzter Konsequenz den Frieden auf unserem wunderbaren und vielfältigen Kontinent verlieren. So darf die europäische Idee nicht enden!!

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    • Daran krankt die Idee eines zusammenwachsenden Europas. Nicht die Menschen sind die Adressaten ihrer Wohltaten, sondern das globalisierte kapitalistische Wirtschafts- und Finanzsystems und deren Brandbeschleuniger. Wer da nicht mit kommt, wird totgespart und sonstwie sanktioniert.
      Solidarität nur mit denen, die sich eh selbst helfen können. Und es scheint wieder salonfähig zu sein, den Frieden aufs Spiel zu setzen, als säße man am Spieltisch von Las Vegas.

      Liebe Grüße an dich

      Achim

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  6. Lieber Achim, gerade sehe ich auf BBC News, dass Boris Johnson plant als Unity-Candidate für den Premierminister-Posten zu kandidieren. Ich glaube, der Mann lebt in einer anderen Realität.😦 Da bleibt nur zu hoffen, dass Theresa May das Rennen macht, auch wenn ich sie bislang nicht sonderlich sympathisch fand. Momentan herrscht hier das komplette Chaos. Niemand hat einen Plan. Das ist schon beängstigend. Liebe Grüße, Peggy

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    • Es ist alles so surreal gerade. Das Bild von den aufgescheuchten Hühnern, was du in einem deiner Kommentare auf deinem Blog verwendest, passt wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge. Als wären jetzt alle aus einem Fiebertraum erwacht und könnten es nicht wahrhaben, was sie verbockt haben. Ich kenne keinen Politiker, der die Karre aus dem Dreck ziehen könnte, dazu fehlen mir die nötigen „Insights“. Aber ob es jetzt eine Person wird richten können, wo doch zuvor sich verselbständigende, rasende Emotionen die Losung des Tages waren? Ich wünschte mir auch, dass die Rest-EU sich nicht hinreißen lässt, den Briten revanchistisch noch eins mitzugeben, egal wie groß die Enttäuschung auch ist.

      Halte die Ohren steif und bleibe unser Horch- und Vorposten in Engelland🙂

      Liebe Grüße nach London

      Achim

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      • Hallo Achim,
        zum Thema „aufgescheuchte Hühner“ und „Politiker“ fällt mir ein: Ich denke, dass keiner der beteiligten Politiker, und da schließe ich alle, die in der EU Verantwortung tragen, eine Lösung parat hat. Und dass sie alle für den jetzigen Mist verantwortlich sind. Ich denke da an die Metapher „viele Köche verderben den Brei“ und möchte ergänzen: ganz besonders, wenn jeder der Köche sich nur um seinen eigenen Geschmack schert. Sorry, dass ich so negativ bin.
        Trotzdem einen schönen Tag,
        Pit

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        • Und Boris Johnson zieht zurück, wie unter aller Würde ist das denn?

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          • Hallo Achim,
            ja, das ist schon etwas! Einen interessanten Kommentar dazu habe ich bei GMX [http://www.gmx.net/magazine/politik/brexit/boris-johnson-brexit-ziel-31651780] gefunden. Heute habe ich dann woanders gelesen, dass es möglicherweise die Ankündigung seines Mitstreiters Gowe war, doch selber zu kandidieren, was der vorher kategorisch ausgeschlossen hatte, und dass damit der Rückhalt in der Partei für Johnson total geschwunden ist. Aber was auch immer: der Wagen ist an die Wand gefahren, aus m.E. rein persönlich-opportunistischen Motiven heraus.
            Hab‘ trotz Allem ein feines Wochenende,
            Pit

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    • Will er wirklich, Peggy? Nach dem, was ich hier so lese, scheint er sich eher zurueckzuhalten. Um zu sehen, wie der Hase laeuft? Mal sehen, was da so Alles noch auf uns zu kommt.
      Hab’s fein,
      Pit

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      • Er hat in den letzten Tagen definitiv die Fühler ausgestreckt und schonmal eine Charme-Offensive gestartet. Mittlerweile haben sich jedoch in seiner Partei viele gegen ihn verbündet, daher ist es fraglich, ob er gleich seinen Hut in denn Ring wirft oder auf eine günstigere Gelegenheit wartet. Lieben Gruß mal wieder aus dem Regen, Peggy

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        • Hallo Peggy,
          einen ganz interessanten Artikel dazu habe ich heute auf meinem GMX-Portal [http://www.gmx.net/magazine/politik/brexit/boris-johnson-brexit-ziel-31651780] entdeckt.
          Liebe Grüße, und spann‘ den Regenschirm auf,
          Pit

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  7. Dass über 50% derjenigen, die in Sachen Brexit gewählt haben, quasi-rechts-national gewählt haben, macht mir auch irre Angst. Dass nun einige behaupten, dies sei aufgrund von Lügen gewesen, glaube ich nicht so recht: Die Menschen wollten diese z.T. ja doch recht dumpfen Lügen glauben bzw. eigentlich haben sie ja im Grunde nur eine Kartenhaus-Argumentation für ihre basalen Überzeugungen gesucht.

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