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Die Arbeit als Ding an sich

The Hakushu
I confess. Einen Schluck “The YAMAZAKI Single Malt “ am vorgerückten Vormittag  und dann eine selbstgedrehte “Samson Bright Blend” auf nüchternen Magen. Das erinnert an Urlaub, aber nicht an  gesundheitsbewusste  Correctness.  Ich bin geladen. Echauffage pur. Ist der Herbst grausam, weil er die Blumen verwelken lässt? Ist der Beruf grausam, weil er mich aus meiner meditativen Gelassenheit herausreißt wie ein durchgeknallter Gärtner das Unkraut, samt Dornröschen und Schneeweißchen?
Ist der Herbst meiner Arbeitswelt grausam, weil ich erinnert werde an das Ding, das meinen Lebensunterhalt garantiert wie eine Hoverboatfahrt über klüftige Meeresspiegel der Armut? Hat die Arbeit nützliche Beiträge zur Zivilisation geleistet? Nie nicht.
Ich kratze mir genüsslich am Hintern, stimme mich mit Koffeinduft und zerlaufenem Camembert auf eine dienstägliche Orgie des Abhängens ein, und zack: Der Anruf aus der Anderwelt. Glitschige Tentakeln aus dem Immerland. Problemhäufchen, die sich zu  Gebirgsketten aufgeschobener, nie aufgehobener Stressbrocken auftürmen. LMAA. Vier Buchstaben, die keine Probleme lösen, aber emotional entlasten. Das können sie  besser als jedes Palindrom.
Ich rufe: “Oh Sir! Die Besten sterben zuerst. Und deren Herzen trocken sind wie Sommerstaub, verbrennen bis auf den Grund.”  Trotzdem. Ich mache mir nichts vor. Dieses Ding an sich ist real, ist erfahrbar, erkennbar. Ist. Ist die Arbeit. Ist keine Frage der individuellen Perspektive. Ist alles was ich weiß. Dringt in jede Pore. Ist der unentdeckte Bandwurm. Ist das Akabane-Virus, das jetzt von Mensch zu Mensch, von Mann zu Frau springt. Es springt sogar zwischen Eselsbrücken hin und her. Hat die Eselsbrücken meiner Arbeitsverweigerung gekapert.
Was tun, was nun? Verbrennen die Arbeit bis auf den Grund? Die Freizeit erfinden, weil es sie nicht gibt? Mich zum Lorenzo von Matterhorn der IT-Abteilung stiliseren? Zum Spion, der aus der Hängematte kam? Zum dritten Mann, der einen Ablasshandel mit Arbeitsstunden betreibt? Oder doch agieren wie nach Voltaire, der das Gift des folgenden Zitats in meine Ohren träufelt: “Alles ist gut, wenn man nur das Ende des Tages erreicht, dann isst und schlafen geht. Mehr sollte man nicht verlangen. Ertragen wir das Leben. Es ist keine so große Angelegenheit. Und der Tod ist es noch weniger”.
Vom Tod ließe sich leicht reden, wenn davor die Arbeit nicht käme. LMAA Voltaire. The HAKUSHU aufkorkt….. Single Malt ….. 1o Years !

24 Kommentare

  1. Guten Tag, lieber Achim,
    beachtliche Beschreibung der Entfremdung (alienation), da hätte selbst der Kalle mit dem Rauschebart seinen Hut gezogen 😉
    Liebe Grüße
    the Fab Four

  2. Whiskey vertrage ich nicht, reagiere allergisch 🙁 LMAA weiss ich nicht einzuordnen, und Arbeit ist Arbeit, aber nie, niemals darf sie alles bestimmend werden!

    • LMAA ist eine Abkürzung und Abwandlung des Götz von Berlichingen Zitats 🙂 Arbeit ist immer mehr als Arbeit, wenn sie in die Ritzen der Freizeit eindringt.

      Liebe Grüße hinauf zum Berg

      Achim

  3. Mein lautstarker Protest, Arbeit als ansichdinglich zu bezeichnen, schmolz stillstumm zu einem karabinerischem Häkchen zusammen, mit dem ich meine Hängematte neben die Ihre einklinkte. Meine Gutnachtgeschichte würden Sie allerdings nicht gerne hören wollen…
    Obwohl, sicher bin ich mir nicht. Herzlichst, Frau Knobloch.

    • Ich bin allzeit empfänglich für Gute Nacht Geschichten. Offen für die derberen, offen für die zarten unter ihnen. Oder die märchenhaften, die verlockenden, die sanften und und und …

      Herzliche Grüße

      Ihr A.S.

    • Dir ein Entzücken abzuringen freut mich jetzt ungemein, liebe Mützenfalterin. Die Sache mit den Funken, wenn sie denn schlagen und andere sie als solche empfinden und empfangen, macht aus dem Bloggen ein Fest.

      Liebe Grüße

      Achim

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