Himmel und Hölle

Ein Mann, in Shorts und T-Shirt, seine Beine dünn wie der Schnabel eines Kolibris, seine Haut weiß wie ein Leichentuch. Er steht an der Aorta des Straßenbahnverkehrs, in der Mitte meiner Stadt. In der Hand ein selbstgebasteltes Plakat mit der Aufschrift: Wenn du Jesus nicht liebst, wirst du die Hölle sehen. Ich bewundere seinen Mut.… Weiterlesen

Wir sagten

Du sagst, Verstecken ist ein Kinderspiel.  Meintest die geborstenen Fliessen und die ausgeweideten Heizkörper,  die knarzende Galerie unter den Staubfängern, du sagst, das sei unser Schaumhaus und wir müssen zusammenrücken, weil es uns sonst nicht hält. Ich sage, ein  Möwenschrei könnte das eingerußte Relief der Kindheit endlich in Stein schlagen. Ich meinte, dass Suche immer… Weiterlesen

Lob der Dummheit – Der Rücktritt von Lutz Bachmann

Die Dummheit trägt viele Namen. Wir sollten froh sein, dass es sie gibt. Sie benötigt kein Astrolabium, um, wie von Geisterhand geleitet, stets die geeignete Wirtsperson zu befallen. Der entlarvte Wirt heute: Lutz Bachmann. Genau, der von PEGIDA. Ihm hätte auch ein Astrolabium, dieses von griechischen Gelehrten entwickelte nautische Instrument, nicht beistehen können angesichts des… Weiterlesen

Edward Hopper – Eine Annäherung – „Ich will zum Waldhang gehen und ohne Verkleidung und nackt sein“

Hinweis:  Das Zitat in der Titelzeile dieses Beitrags stammt aus dem Gedicht „Song of myself“ aus Walt Whitman’s „Leaves of Gras“,  in der deutschen Übersetzung von Jürgen Brôcan. The American Frontier, das Grenzgebiet. Die durch diesen Begriff konturierte Grenze zur unerschlossenen amerikanischen Wildnis lag im 18. und 19. Jahrhundert noch nahe an der Küste des Atlantik,… Weiterlesen

Verschwörungstheoretiker aller Länder, verkrümelt euch

Und wieder ist die Zeit gekommen, in der man sich am Wühltisch der Spekulationen solange auf die Füße tritt, bis der  Golden Globe für das beste Storyboard einer Verschwörungtheorie vergeben wurde. Bingo. Das Narrenkarusell der Hobbydetektive setzt sich wie eine atomare Kettenreaktion in Bewegung. Die Faktenlage empfindet diese Clique als Affront gegen ihre Dünkel. In… Weiterlesen

Die Satire und die Lügenpresse

Da faseln tatsächlich einige übersättigte Bildungsbürger, aus ihren behaglichen Ohrensesseln und aus der Etappe der Gemütlichkeit heraus, raunend von der möglichen Mitschuld von Satirikern an ihrem eigenen Tod. Sie setzen diesen Menschen einen Grabstein mit etwa einer Aufschrift wie: „Hey Junge, das hättest du eigentlich kommen sehen müssen. Das nächste Mal sei ein bißchen vorsichtiger,… Weiterlesen

Paradox

Einmal gesetzt, es käme jemand aus dem zurück, was man das ewige Leben oder die Erlösung von den Sünden, das Jungfrauenparadies oder den Himmel oder die Hölle, den Lohn der wahren Gläubigen oder die Strafe der Ungläubigen, was man das Dschanna oder Dschahannam nennt, oder die Beisitzung zur Rechten Gottes, den Garten Eden, die Wiedergeburt,… Weiterlesen

Zwei politisch korrekte Worte zu PEGIDA

Fuck off Was ist das? Tumber deutscher Michel? Blondes Gretchen mit einem Nest voller Dummheit unterm Haar? Sozialneidklaviatur? Sündenbockerei? Empathische Minderbemitteltheit? Rotzende Spießbürgerlichkeit? Übertragung? Politikverdrossenheit? Der Begriff der Risikogesellschaft, der in diesem Geifer in der Realität angekommen ist? Darüber sollen sich die Großwildjäger der Psychologie und der Soziologie den Kopf zerbrechen. Die Klientelpolitik wird deren… Weiterlesen

Bruce Springsteen und die Larmoyanz

Dieser Beitrag ist Asallime geschuldet, die auf ihrem beeindruckenden Blog auffordert, drei bis vier Lieder mit ihr zu hören. Schaut selbst und beteiligt euch daran. Hier geht es zu ihrem Blog. Dies ist der zweite Song,  den  ich zu Asallimes Aktion beitragen möchte. Der erste ist Bob Dylans „Wedding Song“, zwei Beiträge zuvor auf diesem… Weiterlesen

Mund zu Mund

Ich zog den vernünftigen Hut vor Dir und legte mein Raunen in die Hände deiner Wissbegierde. Ermunterte Dich, den fahlen Herbst neu einzufärben. Es fröstelte dich nie in der Nähe meiner Wut. Von Mund zu Mund stahl sich die Kindheit fort und das Geißblatt deines Haars, es schmückte dich zur Braut eines verwegenen Sommers. Mit… Weiterlesen

Flut

Erzählte ich dir vom grünen Band der Küstenstädte, den geschmeidigen Armen der Mädchen im Hinterland? Ihr Stolz reicht weit über den Horizont, über die feinen Linien der Turmwolken hinaus, an deren Rändern das Gespött ausweichlich bleibt und dunkel. Ich erzählte dir von den brennenden Torffeldern, vom Salz in den Netzen jener Mädchen und ihrer Anmut… Weiterlesen