Die Tage enden ohne Himmel,
sie häuten sich und fallen.
Elixiere tauscht die Krämerseele,
der  Kreuzgang ist berauscht.

Am Lichtgewand der Zuversicht rast jeder Zug vorbei,
chiffrierte Hoffnung ist der Wink des Abendrot.
Ein Leben stellt die Totenscheine aus,
und jede Reise kentert  aussichtslos.

Wir ahnen nur das Zittern eines Stolzes,
wir wähnen Liebeseinfalt und eines Christenmenschen Hang zum Mord.
Wir ernten sinnentfärbte Zeit aus halben Tagen,
und kleinem Mut mit halbem Dein.

Die Münze wuchert mit dem Preis des Sentiments,
als dass mit ganzem Zorn es leben könnte.
Es ist der Hauch von Reue,
das derbe Salz, an dem sich Wasser scheiden.

Dein Mund gebietet, dass ich aus ihm trinke,
dein Herz zäumt meine Stimmen auf.
Das Land, es hat die Sorge neu beschickt,
das Elend tiefer sieben Meere drängt hinaus.

Die bodenlosen Kontinente sind befreit,
die Schranken wachsen tief nach oben.
Die Tage ohne Himmel enden aufgezehrt,
die schwarzen Sinne blenden weiß.

(© Achim Spengler)
Achim Spengler
Achim Spengler

Hier finden Sie Beiträge zur britischen und amerikanischen Literatur, zur Geschichte Großbritanniens und Irland. Auch Betrachtungen zur Philosophie kommen nicht zu kurz. Sie können mich aber auch zu Reisen nach Irland, England, Wales und Schottland begleiten.

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12 Comments

  1. … und niemand sagt ein Wort des Dankes an den Wortschöpfer und -akrobaten- mir ist es ein Bedürfnis
    danke dir, lieber Achim für diese wortgewandten Zeilen

    herzliche Grüsse vom Wexelberg
    Ulli

    • Mancher Dank teilt sich nicht sofort mit.
      Kommt drauf an, ob man sich insgesamt oder ins tiefere Detail blickend, bedanken möchte.
      Das zweite benötigt mehr Zeit.

      Also schon einmal Danke für den Text.
      Es ist kein leichter…Text der erschließt sich nicht so schnell wie ein schneller Dank.

      Liebe Grüße
      von der Karfunkelfee

    • Vielen Dank, liebe Ulli,

      meine Texte verlangen nicht nach Danksagungen in Form von Kommentaren. Solange es stille Leser gibt, und diesen EIndruck musste ich bislang gewinnen, solange bin ich dankbar und möchte Ähnliches schreiben dürfen. Mir ist bewußt, dass es eine Art Gratwanderung ist, denn die Lyrik steht nicht gerade im Ruf, exorbitant nachgefragt zu sein.

      Liebe Grüße hinauf zum Berg

      Achim

  2. Es ist ein Text, der mich lange beschäftigte und in seiner Bilderflut inspirierend wirkt, das schreit nach Dank und Weiterverdichtung des Themas: Unentschlossenheit, Wankelmut, Halbherzigkeit und das stille Hoffen, dass die Tage färbt.
    Da siehst Du…geht schon los.
    Ich schreib mal los und schau, was Sinn gebiert in gehäuteten Tagen.

    Einstweilen
    herzliche Grüße
    von der Karfunkelfee

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