Ich weiß nicht um deine Bedeutung. Es hat wohl seine Richtigkeit und kein Liebender erschrickt leicht vor dem Alphabet der Zuneigung. Ich überlasse das Recht dem Gesetz. Sollte die Grammatik deines Körpers dem Vergehen anheimfallen:  ich verstehe sie doch, da sie ihr Wort hält und ich sonst mit dem Zweifel verwitwet wäre. Du bist sichere Wiederkehr. Du bist Wuchs, hoch zum Herz, zum Mund, zum Gaumen und weiter. Ein Geist, der sich nicht um den Tanz von zurückhaltenden Gitterstäben schert. Dein Schoß ist ein Traubenkern, er wächst der Sonne entgegen. Deine Worte sind Erz, aber auch sanftzüngig, wie ein Begehren in einem Schutzumschlag. Deiner Fährte folgt der Fährmann. Bis ich oben und unten bin und der Kreis sich aus dem Kreis schöpft. Morgentau in deinem Atem. Erst dann lebe ich dir entgegen. (© Achim Spengler)      

22 Antworten auf „Stundenstarre Zeit

  1. ein wunderbar reicher Text, ich freue mich immer sehr, wenn deine Worte wieder fliessen, in sie kann ich tauchen, ihre Bilder schauen-

    und noch am meisten freut mich, dass der Fährmann auch bei dir eine Rolle spielt
    herzlichen Dank und Gruss vom weissen Berg
    Ulli

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      1. deine Texte sind so gewebt, dass sie mit meiner Seele in Resonanz gehen, Lyrik, so empfinde ich es, lebt durch die Wortbilder und natürlich die Farbe, den Klang, die Melodie, hier kann mich Lyrik abholen, aber auch nur dann, wenn da etwas in mir ist, was eben resonieren will und kann- natürlich kenne ich auch Lyrik, die ich lese und dann vergessen, weil da nichts in mir widerhallt … und gerade denke ich, dass es doch letztlich mit allen Künsten so ist- Zeit spielt auch noch eine Rolle, sprich der richtige Moment …

        ui, ich bin etwas müde und kann gerade nicht genauer werden, habe soeben die erste nächtliche Schneefahrt über die Berge hinter mir, das ist nicht wirklich prickelnd …
        so sende ich dir aus der warmen Stube, untermalt vom Sturmgeheul, herzliche Grüsse zur guten Nacht
        Ulli

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        1. Liebe Ulli, und wieder einmal spät einen Kommentar gelesen. Es ehrt mich, wenn du sagst, dass dieser Text Resonanz in dir erzeugen konnte. Durchweg ist es auch bei der Lyrik so, die ich liebe. Sie muss mich anrühren, in Schwingung versetzen, Sentiment erzeugen,auch dort, wo ich keins in mir vermutet hätte. Wenn ein Text das schafft, ist ihm alles verziehen oder zugestanden 🙂 Mach dir ein paar schöne, geruhsame Tage. Wir müssen Kraft tanken oder doch mit den Kräften haushalten. Nutzen wir die weihnachtliche Zeit dazu.

          sei herzlich gegrüßt

          Achim

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  2. Am liebsten lasse ich mir deine Texte vorlesen, Achim. Wie Shakespeares Sonetten und Rilkes Gedichte tut es gut zuhören und die Wirkung der Worte zu spüren. Oder wie T.S. Eliot sagte: Good poetry can communicate before it is understood.
    In diesem Sinne, herzlichen Dank!
    Liebe Grüße, Hanne

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    1. Ich liebe Vorleser, es gibt da einige, deren Stimmen ununterbrochen lauschen könnte. Im hohen Alter, wenn die Äuglein nicht mehr wollen, werde ich mich Hörbüchern zuwenden. Bis dahin lese ich stets still, auch die eigenen Worte.

      Liebe Grüße aus Freiburg

      Achim

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  3. Das Begehren im Schutzumschlag ist auch eines meiner Lieblingsbilder in diesem schönen tiefen Text.
    Ich lese solche Texte mehrmals, höre sie wie Musik, intoniere, gehe in Gedanken spazieren darin.
    Das ist Wortmusik.
    Denk an Lenore Candel, Word Alchemy…auch ein guter Begriff, besondere Lady.

    Vielleicht, weil sie mir vorgelesen wurde. Das war schon speziell, denn dieser Intonator verstand sein Werk und da er selbst Dichter war, kam ich in den Genuss des persönlichen Vortrags.

    Ich kann Dinas Worte sehr gut verstehen.😊

    Viele Grüße von der Karfunkelfee

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    1. Liebe Karfunkelfee,

      vielen Dank für deinen Kommentar, den ich zu schätzen weiß, weil er doch signalisiert, mich mit meinem Beitrag nicht verhoben zu haben 🙂
      Außerdem: Du hast mich auf eine Dame aufmerksam gemacht, von der ich bislang noch nichts hörte oder gar las: Lenore Candel. Ich werde das im kommenden JAhr nachholen.

      Liebe Grüße

      Achim

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      1. Ich habe Deine Worte gewogen, fand sie gehaltvoll, aber schwer nicht.
        Miteinander verwoben, ausgewogen aber -nicht schwer.
        Was jedoch geschieht mit der Schwerkraft in stundenstarrer Zeit…?
        Wird sie schwerer oder zu Leichtigkeit?
        Überall Physikfragen…
        Puh.
        😎

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            1. Ja, von dem Verbot las ich auch. Ich kenne ein paar ihrer Gedichte und sie sind direkt, unverblümt, nichts für prüde Gemüter. Manches von ihr war mir zu hart. Das Gedicht, auf das ich hinwies, ist ein langes und grausames. Doch es steckt so dermaßen voller Kraft, dass ich Lenore Kandel ihre Worte abnehme, vor allem die letzten, die alle vorangegangenen erträglich machen.
              Doch zwischendrin schlucke ich auch heute noch, wenn ich diese teils sehr harte und anprangernde Gesellschaftskritik lese. Sie ist immer noch so aktuell wie damals.

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          1. Ich hab gefunden. Jedoch…leider nur blogeinträge, keine offizielle Seite.
            Ich bin vorsichtig, Fremdtexte zu bloggen, wenn sie nur privat weitergegeben werden, Internetrecht, darüber weiß ich zu wenig, bin vorsichtig.
            Aber hier ist der Link zu dem Gedicht, das ich so großartig finde:
            https://www.tumblr.com/search/first%20they%20slaughtered%20the%20angels

            Ich hoffe, der Link funktioniert.
            Das Gedicht heißt:
            First they slaughtered the angels.
            Das…ist aber schwerere Kost.
            Die Leichtigkeit herbeizurufen kann sein wie zu versuchen, auf einer Abrissbirne zu fliegen zu versuchen.
            Doch es lohnt sich immer.
            😊

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            1. Vielen Dank für diesen Link, hard stuff und doch …. der Schrecken kann uns an ihn binden, weil er die Augen und das Herz öffnet und wir wehrlos sind und uns der Wahrheit, die er vermittelt, ausliefert. Danke noch einmal.

              Liebe Grüße

              Achim

              Gefällt 1 Person

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