Im Werben liegt die Wut


Die Zeit ist fügsam jetzt. Sie ist kein Pflanzentier. Kein Sieg, der sich gelassen treiben lässt. Wenn`s um das Blut im Schuh der Einen geht, bin ich Einer schon zu spät. Der Zauber schüchternen Versagens.
Sie geht gelassen durch die Nacht, mit knappem Nicken eines Abschieds, der in fremden Herden haust. Am Saum von anderen, hochgeschürzten Röcken. Das Freie liegt im Spiel von Ketten. Im Werben liegt die Wut.

© Achim Spengler

Kategorien:Allgemein, Gedanken

8 comments

  1. Billy Ball war das Alterego zu Peter Pim, nach dem wir Englisch zu lernen hatten. Wir wussten genau, was wir konnten und was nicht. Sehr schnell merkten wir, warum diese alte Englischlehrerin uns in deutsch unterrichtete. „Getz müsst ihr ganz sorchfältich zuhören…“ Peter Pim war immer fröhlich, immer auf der Sonnenseite des Lebens. Ordentlich und strebsam. Wahrscheinlich hat er die Smilys erfunden. Es nutzte ihm nichts. Weder bei uns noch im Verlag. Im Alltag wusste Billy Ball einfach besser Bescheid. Ponyhöfe sind zeitweilig ganz beliebt, werden aber doch ganz schnell langweilig. Deine Texte sind es nie. Das wirkliche Leben ist viel spannender. Danke!

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  2. Märchenthemen…ohne Happy End als Lebensgarantie – es ist interessant und spannend, wie du das Thema umsetzt, gefällt mir sehr gut.

    Aschenputtel fand ich sehr grausam, grausamer als die anderen Märchen, die auch Prüfungen in Sachen Stolz, Vorurteil, Ungeduld und Eitelkeit verlangen. Sie pferchen Erkenntnisse in die Gelassenheit, dass das Gute am Ende siegen wird und das untermauern sie mit dem letzten Satz bis zum seligen Lebensende aller Beteiligten.
    Manche Siege haben gelassene Gewinner, doch geliebt werden die Schwachen für die Überwindung ihrer Schwäche, nicht für den Sieg.
    Aschenputtel, die Aufmüpfige, hat getanzt und gewonnen. Und ihre fiesen Stief-Schwestern können nicht mehr richtig laufen, ein so bitterer Preis für unerwiderte Prinzenliebe, finde ich…
    Das Freie liegt im Spiel von Ketten und im Werben nicht immer, aber wohl manchmal auch Wut.
    Vor allem, wenn diese Ketten nicht zu sprengen sind.
    Unfrei zu sein, macht wütend,
    Ungeduld noch mehr und Gelassenheit kann hart erkämpfte Freiheit sein mit dem geduldigen Pflanzenbild vor Augen, das Wachstum erstrebenswert erscheinen lässt.

    Viele Grüße von der Karfunkelfee

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    • Vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar, liebe Karfunkelfee. Es ist wohltuend zu sehen und zu spüren, dass diese wenigen Zeilen so viele Assoziationen hervorrufen konnten. Mehr, als von mir beabsichtigt, und doch so vieles, was ich beim Schreiben selbst übersehen habe.

      Herzlichen Dank dafür
      Achim

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  3. Ein spannender Text den ich fünfmal hintereinander langsam aufgenommen habe und nicht ganz verstanden habe, Aber das ist nebensächlich. Und macht den Text erst richtig spannend. Achim, du hast wahrscheinlich den Beruf verfehlt. Schmeiß hin und schreib für die Nachwelt.

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  4. Lieber Achim,

    Dein Text war schon eine Herausforderung und das Spiel mit den Assoziationen ist aber auch ein Glücksspiel und knapp vorbei ist auch daneben…😉
    Texte wie Deiner lassen mir viele Assoziationen zu, gerade weil er in wenigen Sätzen dennoch viel sagt, kann der Geist drin herumschweifen.
    Es war mir ein Vergnügen, gerade auch weil Märchen ein Thema sind, das mich schon immer fasziniert.
    Weil sie etwas Zeitloses sind und ihre eigene Wahrheit haben, die komplexer ist, als es sich beim ersten Hören oder Lesen darstellt.
    Vielleicht müssen Märchen deswegen immer wieder neu geschrieben, erzählt und gehört werden, bis man erkannt hat, was sie wirklich bedeuten.
    Weil das aber anstrengend ist, haben manche keine Lust mehr, an Märchen zu glauben.
    Wie schade, oder?
    Doch ich freue ich mich, wenn ich ein neues Märchen lese und versuche, hinter seine Wahrheit zu kommen.

    Einen herzlichen Gruß zurück
    von der Karfunkelfee

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