Vernunft und Empathie

Kurt Gödel

Kurt Gödel

Nichts ist so, wie es scheint. Zeit ist in Wahrheit Raum. Die Schwerkraft ist in Wirklichkeit eine geometrische Krümmung des Raumes. Energie ist in Wahrheit Masse. Wie soll man einen solchen Denker, Einstein, nicht lieben? Einerseits.
Andererseits. Einstein fuhr nicht nach Paris, anlässlich des Todes von Ilse, der Tochter seiner zweiten Frau Elsa. Er versöhnte sich nie mit seiner ersten Frau, Mileva Maric-Einstein; sie starb allein in Zürich. Die gemeinsame Tochter Lieserl verschwand im Dunkel der Vergangenheit. Sein Sohn Albert blieb immer distanziert zu Einstein. Sein Sohn Eduard wurde schizophren und in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen, wo er für den Rest seines Lebens blieb, ohne dass sein Vater ihn je besuchte.
In Einsteins axiomatischem Gefühlshaushalt scheint es blinde Stellen gegeben zu haben, schwarze Löcher, die den letzten Rest an Empathie verschluckten. Es scheint, dass sich Kurt Gödel’s Unvollständigkeitssatz auch im Koordinatensystem der Einsteinschen Innenwelt ausgetobt hat.

  One thought on “Vernunft und Empathie

  1. 26. Oktober 2014 um 12:51

    ….wie in jedem Anderen.

    Gefällt 1 Person

    • 26. Oktober 2014 um 12:54

      Es fällt mir schwer, diese blinden Flecken als Kollateralschaden des überragenden Geistes einfach nur in Kauf zu nehmen.

      Gefällt 1 Person

      • 26. Oktober 2014 um 13:39

        Wo wäre hier ein Handel zu machen?

        Und, ohne Einstein freisprechen zu müssen von irgendeiner Schuld, begangen oder nicht und in welchem biographischen Kontext auch immer, weil er ist lange tot und ich habe mit dem Menschen persönlich nichts zu schaffen, auch wären seine Vergehen noch keine Verbrechen, weiß ich doch gleich, der Mensch bleibt immer unter jedweder Wahrheit stehen, mit dem Kopf in den Wolken, mit den Füßen im Schlamm.
        Auch für uns selbst gelten manche Naturgesetze, Freiheit ist so eins.

        Wäre er mein Vater, Bruder, bester Freund (oder auch nur mein Nachbar), ich würde wahrscheinlich anders sprechen.

        Gefällt 2 Personen

      • mickzwo
        31. Oktober 2014 um 21:34

        „Nichts ist so, wie es scheint…“

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  2. 15. November 2014 um 19:39

    ja, alles ist relativ.

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  3. Sylvia Kling
    11. Dezember 2014 um 19:10

    Erinnert mich an das befremdlich emotional distanzierte Verhalten Goethes, als beispielsweise dessen Frau im Sterben lag oder er Beerdigungen seiner Lieben fernblieb. Es passte nicht „in seine Welt“. Diese Teile solcher Biographien sind schon erschreckend.

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