Jesous Ahatonhia – Huron Carol

Ein Lied für die Novemberseelen. Genauer, ein kanadisches Weihnachtslied, das vermutlich von Jean de Brébeuf stammt, einem Jesuitenmissionar, der es im Jahre 1642 in der Muttersprache der Huronen schrieb. Der Originaltitel des Lieds ist  „Jesous Ahatonhia“ („Jesus, der geboren wird„). Der Melodie des Lieds liegt das traditionelle französische Volkslied  „Une Jeune Pucelle“ zugrunde. Bruce Cockburn… Weiterlesen

Vernunft und Empathie

Nichts ist so, wie es scheint. Zeit ist in Wahrheit Raum. Die Schwerkraft ist in Wirklichkeit eine geometrische Krümmung des Raumes. Energie ist in Wahrheit Masse. Wie soll man einen solchen Denker, Einstein, nicht lieben? Einerseits. Andererseits. Einstein fuhr nicht nach Paris, anlässlich des Todes von Ilse, der Tochter seiner zweiten Frau Elsa. Er versöhnte… Weiterlesen

Klimpergeld

Das Klimpergeld des Abschieds, geworfen in die Hitze einer wunden Nacht. Als Probe, nach Exempel gierend, mit dem Siegel eines Scheiterns auf zweier blanker Stirn. Kam das Zittern und das Lauern, weil wir uns überwarfen, an Leib und Geist, deren Nacktheit jede Aussicht kritisch übersteigt? Das kleine Geld, ich schenk es dir zurück. Ist es… Weiterlesen

Jünglings Freiheit

Die Ruhe aufgesetzt, wie Dumas’ Maske. Ein flacher Atemzug, das Brodeln unterirdisch, der Zeitlauf der Vulkane auf den Kopf gestellt. Ist es verkehrt zu denken, dass zum Repertoire der jungen, schönen Dame auch gehört, ihr Hündchen pudelwohl zu trimmen? Ob es ihm wohltut, ist dahingestellt. Dem Jüngling ist das treue Tier in ihm wohl fremd.… Weiterlesen

Letzte Sätze 9 – John Boyne – Das späte Geständnis des Tristan Sadler

Bald schon werden sie mich hier finden, in diesem Zimmer, in einem unpersönlichen Hotel, und die Polizei wird gerufen und der Krankenwagen, und ich werde in eine kalte Leichenhalle im Herzen Londons gebracht. Und morgen erscheint mein Nachruf in den Zeitungen, und sie sagen, dass ich der Letzte meiner Generation war, und was für eine… Weiterlesen

Schöne Augen

Der Abend, an dem ich mich zum Trottel machte. Damals, in Bad Nauheim, während eines Kuraufenthaltes  (für all die Myriaden Leser, die es noch nicht mitbekommen haben). Ich warte auf den Aufzug hoch in den vierten Stock. Der Aufzug hält, die Tür geht auf, ich taumele mehr als zu gehen hinein, um festzustellen, dass er… Weiterlesen

Wahrheit und andere Lügen

Max Frisch stellt seinem Roman „Mein Name sei Gantenbein“ eine Art Tatsachenmotto voraus, an das ich mich gerade erinnerte, als ich über meinen Blog, seinen Anlaß und die tiefenpsycholgischen Motive seines Entstehens reflektierte. Dort heißt es: „Jeder Mensch erfindet sich früher oder später eine Geschichte, die er für sein Leben hält.“ Frischs Roman hat mich… Weiterlesen

Geduld ist keine Tugend

Geduld ist mehr als nur schiere Verschwendung von Zeit. Der Stillstand der Zeit ist ihr physikalisches Äquivalent. Sie ist das interesselose Wohlgefallen am Nichts. Sie ist die Angst vor der Tat, das Ferment der Nichtsnutzigkeit. Sie ist im Alter keiner unterstellten Weisheit geschuldet, sondern der tieferen Einsicht,  die natürliche Begleiterin nachlassender Kräfte zu sein. Ein… Weiterlesen