Lust und Liebe


Die Lust selbst weiß nichts von der Fortpflanzung, in deren Dienst sie angeblich steht. Hingegen scheint es mir, dass die wortgewaltige Natur, die gänzlich ohne Sprache auskommt, uns den Köder kultivierter Lust und Liebe zum Fraß hinwarf. Um zu verschleiern, dass Kultur nichts weiter ist als die Fortschreibung der Biologie, ungeachtet aller Akte der Sublimierung. Wir wissen alle, was mit dem Kunstrasen passiert, wenn wir ihn nicht wässern.

Kategorien:Allgemein

8 Kommentare

  1. Guten Tag, lieber Achim,
    hmmm, das ist ja sehr freudianisch gedacht, Kultur nichts weiter als die Fortschreibung der Biologie, das gefällt mir. Aber dann diese Wendung gegen Freud. Ist nicht Sublimierung gerade ein Faktor aller Kultur? Steht man als Mensch nicht in der Spannung von beiden Biologie und Sublimierung? Vielleicht meinte Nietzsche das mit seinem Satz aus dem „Zarathustra“ „Der Mensch ist wie ein Seil gespannt zwischen Tier und Übermensch“?
    Liebe Grüße aus dem spätsommerlichen Cley
    Klausbernd 🙂

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    • Es ist das keine Wendung gegen Freud, wenn ich sage, dass „ungeachtet“ aller Sublimierung die Kultur nur ein genialisch fabriziertes Sahnehäubchen ist, gesetzt auf die Angst als stetig währender natürlicher Reflex. Und Nietzsches Zitat, ich liebe es 🙂

      Sommerliche Grüße bei kobaltblauem Himmel aus Freiburg

      Achim

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  2. … ich finde ja manchmal, Kultur ist Ablenkung von Biologie seit irgend jemand die Scham erfunden hat… Achim, thanks for following me on PROFIL.GLANZ.PERFORMANCE.
    viele Grüße, Peggi

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    • Dann stand der Apfel des Sündenfalls wohl vor allem kulturellen Overkill 🙂

      Liebe Grüße

      Achim

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      • Das mit dem Apfel ist auch so eine Sache, es war wohl eher eine Feige und auch was da auf den Gemälden keusch vor der Nacktheit hängt, ist keineswegs ein Apfelblatt, wäre auch viel zu klein…habe noch ein schönes Zitat von Camille Paglia gefunden:
        „Alle Kulturleistung ist ein Ausweichen in apollinische Transzendenz, Ablenkung vom Morast der Natur.“ Yep. LG Peggi

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  3. Das ist ein wenig böse, vielleicht gefällt es mir deshalb. Die Trennung von Natur und Kultur finde ich sehr künstlich und den Gedanken der Kultur als Fortschreibung der Biologie sehr einleuchtend.

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