Gelächter

Irgendwann war Weltlachtag. Und ich bin ein leidenschaftlicher Verfechter und Vertreter der schlechten Laune. Ein potentielles Grundrecht mit Verfassungsrang, wie ich finde. Darüber lasse ich nicht mit mir streiten, darüber gibt es nichts zu lachen. Ich lache selten bis nie. Wozu auch? Wenn Lachen schon zum kalendarischen Merktag verkommt, nicht zur Weltpolitik passen will und… Weiterlesen

Emma Bovary

Ich hielt Emma Bovary für ein verkitschtes Flittchen. Das war früher. Ich hatte erhabene Vorstellungen von Treue, von Moral überhaupt und einem Status Quo von Partnerschaft, an deren Anfang die Prämisse lebenslanger Zugehörigkeit vertraglich in Beton gegossen zu sein hätten. Ich entzog ihr die Würde. Ein Bauernmädchen, da kann es nicht angehen, dass sie Illusionen hat… Weiterlesen

Cambridge Diary 1

Wie jeden Morgen stürme ich in St. Catherine’s Hall, um mir mein Frühstück einzuverleiben, dem ich in herzlicher Abneigung zugetan bin, je nach Tagesform, oder besser, je nach der Form des Schlafes in den Nächten davor. Eigentlich wollte ich über das englische Frühstück und englische Traditionen schreiben, bis mir aufging, dass beide ineinanderfallen. Traditionen sind… Weiterlesen

Objektive Wahrheit – Richard Rorty

Objektive Wahrheit bedeutet nicht mehr und nicht weniger als die „beste Idee, die wir gegenwärtig zur Erklärung dessen haben, was um uns herum vorgeht“. (Richard Rorty) Rorty glaubt, dass nicht die Naturwissenschaften und deren philosophischer Überbau die wirkliche Gefahr für das Gespräch/die Kommunikation darstellen, sondern der Hunger und die Geheimpolizei. „Gibt man uns Freiheit und… Weiterlesen

Soziale Kompetenz

Immer mehr spüre ich, dass es nicht mehr allzuweit her ist mit meiner sozialen Kompetenz. Von erfrischenden Momenten höchster Anspannung und Anregung in und durch Gespräche, gewürzt mit einigen Bonmots, Schlüpfrigkeiten der kultivierteren Kategorie, Geistesblitzen, die schnell verpuffen, triumphierenden intellektuellen Ergüssen, die sich schnell wieder abseifen lassen, geht es jetzt merklich den schmalen Pfad hinunter… Weiterlesen

Peter Sloterdijk interviewt Zinedine Zidane – Eine Fiktion aus gegebenem Anlass

    S: Monsieur Zidane, sie versetzten einst die Grande Nation in ein Delirium der Freude. Woher nahmen Sie das messianische Sendungsbewußtsein ihres Spiels, das den Bonvivant, den politischen Elitär und den Proletarier der Banlieus gleichermaßen dazu brachte, sich in den Armen zu liegen, als hätten die Hinterhöfe des Sexus die Champs-Elysées geflutet? Z: Ich… Weiterlesen