Back in Town


Back in TownJetzt ist es also zu Ende. Mühsam und schwer und zäh waren die letzten Tage. Aus dieser Burgkur entlassen und ich frage mich, was sie bewirkte und was davon ich mitnehmen kann in den mich empfangenden Alltag, den Beruf, den ich nie als Berufung empfand, eher als umfassendes Zubrot zu meiner privaten Abgeschiedenheit und zu der Verpuppung in meine Ideengespinste und der luftigen, einsamen Aussicht auf ein wie Teppiche gewirktes und gekünsteltes Leben. Schmerzensmann. Meine Paraderolle, der ich alle meine Falten verdanke und die Intensität meiner Gefühle und meiner Gedankenwelt.Ich erinnere selbstauferlegte Szenerien meiner Jugend, in denen ich mich mit der Koketterie des Mutes, des abweichenden Verhaltens, der Exponiertheit eines grandiosen Auftritts und Abgangs in dem Zusammenspiel von Menschen bewegte, der Marsch durch den Regen, ohne Kopfbedeckung, allein, während die anderen untergehakt und mit bunten Regenschirm bewaffnet der Naturgewalt trotzten, der ich mich erbarmungslos auslieferte, die Arme zum Gewitterhimmel ausgestreckt, flehend, daß man mich wenigstens sähe, dass sich die Gedanken der anderen an mir festkrallen mögen wie Kletten, die man nicht abschütteln kann und die meine leidensfähige Figur noch exotischer und bedenkenswerter machen, der Figur, mit der ich durch den Regen schritt. Was nehme ich also mit? Vielleicht das Aufbrechen meiner kristallinen Sprödheit und der tapsigen Unkunst, mich den Menschen anheim zu geben. Oder endlich die Ängste austreiben, die meine Existenz auf des Messer’s Schneide finanzieller Unsicherheit begleiten, sie zu einem großen Spiel machen. Eine derbe Zote, hineingeschlagen in den bürokratischen Wanst und den eitlen Ernst der Ökonomie. Anspannung und Stress, innere Unruhe auf das zurückführen, was sie sind: Hausgemacht und Anhängsel meines nervösen Charakters, ohne wirklichen Bezug zu den realen Lebensbedingungen. Ich bin mein eigener Stressor, nicht im Lot mit mir, nicht im Einklang mit mir selbst und meinen Wünschen nach Harmonie und Augleich.
Kategorien:Allgemein, GedankenSchlagwörter: , , , , , , ,

4 comments

  1. Du fischst im Trüben mein Freund, vertraue dir
    einfach mal zur Abwechslung.

    Gruß M.M.

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  2. Hm, wäre schön zu wissen, wer sich hinter M.M verbirgt.

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  3. Ach du weißt das bestimmt schon, ich lese gerne mal hier rein,
    auch wenn es mir doch manchmal etwas zu künstlich antiquiert
    rüberkommt.

    Gruß M.M.

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  4. Wie auch immer. Wenn ich es wüsste, hätte ich nicht nachgefragt. Du wirst sicher verstehen, dass ich zukünftig Kommentare löschen werde, wenn nicht ersichtlich ist, wer sie denn schrieb.

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