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Herbstwinter


Herbstwinter, Herbst und Winter
Die Natur spielt verrückt, während wir drinnen (auch drinnen in uns selbst?) vor lauter gemählicher Gemütlichkeit die Schotten dicht machen. Ich bin erstaunt darüber, wieviele Nuancen der Farbe Grau es gibt. Es scheinen mir mehr Graustufen zu sein als eine ganze Aquarellfarbpalette zu bieten hat. Der Blick nach draußen lässt erahnen, welche Wirkung der graue Star auf das Sehvermögen hat. Gespenstische Schimmelreiterstürme kollidieren mit dem Winterschlafreflex von Bären. Man frisst sich Fett an, knurrt wohlig beim Verspeisen von Gebäck, Nüssen und Schalenfrüchten (mit Schalenfrüchten meine ich Früchte, die man schälen muss, ich bin kein Obstbotaniker).
Drinnen, im Oberstübchen, vollzieht sich ein gegenteiliger Effekt: Alles wird luzide, Gedanken schärfen sich an Denkproblemen, Ideen tauchen aus dem Nichts auf, Phantasie wird angezettelt….. Stürme im Kopf.
T.S. Eliot schrieb in „The Waste Land“:
 „APRIL is the cruellest month, breeding
Lilacs out of the dead land, mixing
Memory and desire, stirring
Dull roots with spring rain.
WINTER kept us warm, covering
Earth in forgetful snow, feeding
A little life with dried tubers.“
Damit kann er mich nicht gemeint haben. Meine Natur verwechselt den April immer mit dem Herbstwinter. Dezemberkind, vielleicht liegt es daran. Melancholie, die ihren Grund im Dunkeln hat. Das Wort besitzt für mich aber keine klinische Bedeutung in Form schwarzer Gallen oder  schwermütigen und  schwerblütigen Blutes. Auf dem Fundament der Melancholie bin ich stets unruhig produktiv und überhaupt nicht gedankenverloren oder bedrückt.
Ich bin ein herbstaktives Tier, drinnen, nicht draußen.

 

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Kategorien:T.S. EliotSchlagwörter:, , , , ,

1 Kommentar

  1. Interessant, dass Du das Dezemberkind erwähnst…Keeper und ich hatten vor kurzem die Rede davon. Der Winter ist für mich nicht so fürchterlich, denn ich hab als Aprilkind bis dahin schon viel Sonne ergattern können! Nach so viel Helligkeit, ist das Grau in allen seinen Schattierungen, beruhigend.

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