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Sommerkleid, gelb

Ich halte mich an das Buch und sehe in den tausend Seiten das gefärbte schwarze Haar. Wenn Schreiben glättet, müsste die Haut wie die erdfarbene Oberfläche einer Nektarine sein, ein glattes Desperado Gesicht, dem man die Erfahrung nicht ansieht, die es mit dem sanften Herangleiten deines Ganges macht, inmitten dieses lodernden gelben Sommerkleids. Ich weiß, dass brunnentiefes Empfinden ein Gesicht bis zur Hagerkeit entstellen kann und niemand mag mehr die herrliche Prosa natürlicher Haarfarbe.

Das Umblättern der Buchseitem bringt mir deine flanierende Suche nach mir zurück. Diese Metapher vom Fenster, hinter dem du stehst und auf mich wartest. Dein Eindringen in meinen Buchtempel, wo du mich in einem gewichtigen Augenblick der Sinnerfassung vermutet hast. Ich versuche das Beben in dir zu spüren, es muss sich anfühlen wie Zittergras. Es kommt in Wellen, bis es sich endlich an der Tatsache brechen darf, dass ich dort bin.

Wenn ich heute hinter den Umrissen jeder dunkelhaarigen, weiblichen Gestalt dein gelbes Sommerkleid entdecke, liegt es an der Unschärfe, die eine zu kurz geratene Erinnerung auf die Netzhaut legt und ich dachte, dass Verkleidung  nichts anderes ist als ein Selbstportrait.  Du legtest mir Rätsel in die Hände und warst fort.

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